Buchkalkulation – Was verdienen Autor und Verlag an Büchern? 

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foto man mit fragezeichenIn einigen Blogbeiträgen oder -kommentaren rund um die aktuelle Debatte um das an die neuen digitalen Zeiten anzupassende Urheberrecht taucht am Rande immer wieder der Vorwurf auf (z.B. hier und hier), dass Schriftsteller einen zu geringen Anteil am Verkaufspreis erhielten, die “Verwerter”, d.h. Verlage und Buchhandel, hingegen den (unangemessen) großen Teil einsteckten, frei nach dem Motto: “Was, der Autor verdient nur 10% an seinem EIGENEN Buch?” Das verlangt nach Widerspruch bzw. Aufklärung, es fällt nämlich auf, dass die Kalkulationen von Büchern den meisten einfach nicht bekannt ist und sie von falschen Annahmen ausgehen.

Im Folgenden möchte ich die Verlagsseite darstellen (der Buchhandel hat eine eigene Darstellung verdient, das kann ich aber hier nicht leisten. Auch dort wird jedenfalls m.W. nicht auf Kosten der Autoren in Schampus gebadet.)

Eins unmissverständlich vorweg: Die Verlage verdienen sich nicht dumm und dusslig an Büchern, oder wenn, dann nur bei Megabestsellern mit mehreren 100.000 Stück Auflage, was bei 99,9% der produzierten Titel nicht zutrifft. Im Folgenden also eine beispielhafte, wenn auch etwas vereinfachte Stückkostenkalkulation von Voland & Quist:
 

Bruttoladenpreis 14,90 Euro
Nettoladenpreis 13,93 Euro
Buchhandelsrabatt und Vertriebskosten ./. 8,36 Euro [1]
Autorenhonorar ./. 1,25 Euro
Lektorat und Korrektorat ./. 0,24 Euro
Umschlaggestaltung und Satz ./. 0,31 Euro
Buchdruck und CD-Produktion ./. 1,98 Euro [2]
Werbung ./. 0,20 Euro
——————————————————— ——————-
Saldo 1,59 Euro

 
Nicht berücksichtigt in dieser Kalkulation: die Gemeinkosten wie Personal, Miete, Buchmessen u.a. sowie die Entnahmen der Verleger. Das alles will von den 1,59 Euro im Saldo auch finanziert werden.

Was hier aber nicht darstellbar ist, ist das Verkaufsrisiko. Verkauft der Verlag nicht genug Bücher von einer Auflage, bleibt er nämlich auf den Kosten sitzen (inklusive des nicht zurückzahlbaren Vorschusses auf das Autorenhonorar). Dieses Risiko des Verlegers (“Verlegen” kommt historisch gesehen übrigens von “Vorlegen”) muss man mit in Betracht ziehen – nicht alle Bücher laufen immer so wie man es sich wünscht.

Allerdings stellt dies alles nur die Kostenseite in den Fokus. Was ein Verlag aber EIGENTLICH für den Autor leistet – und die meisten Autoren, die ich kenne, wissen das zu schätzen – ist, seine Bücher “zu veredeln” (durch Lektorat, Umschlaggestaltung, Satz), sie bekannt zu machen (Pressearbeit, Werbung, Veranstaltungen usw.) und zu vertreiben (Vertreter, Lagerung & Versand, Honorarabrechnung u.a.). All das sind Aufgaben, die ein Autor nicht unbedingt wahrnehmen möchte – er will vor allem eines: Schreiben, vielleicht noch Vorlesen. Insofern sind wir Verlage auch Dienstleister für unsere Autoren. Nicht zuletzt fungiert ein Verlag mit seinem Programmprofil auch als Filter und sorgt für Orientierung bei Buchhändlern, Journalisten und Lesern, analog einem Musiklabel.

Das o.g. trifft sicherlich nicht für Bestsellerautoren wie J.K. Rowling zu, die eine Bekanntheit haben, die es ihnen erlauben würde, ihre Bücher ohne klassischen Verlag zu vertreiben und mehr pro verkauftem Buch zu verdienen (was Rowling bei E-Books über Pottermore mittlerweile auch tut). Dies halte ich aber eher für ein Problem der großen Verlage, die damit eventuell in Zukunft Bestsellerautoren verlieren (s. dazu mein etwas älterer Blogbeitrag über Indieverlage heute und morgen). Denn den meisten Autoren fehlt diese Bekanntheit.

Wenn ich nun all diese Leistungen eines Verlags in Betracht ziehe, stellt sich die Frage, was sich ändern würde, würde der Autor selbst sein Buch publizieren und vertreiben. Die Antwort: Nicht viel! Wenn er nicht gerade ein Bestsellerautor ist (s. oben), der über ausreichend Mittel, Bekanntheit und Zugang zu Lesern/Käufern verfügt. Denn die Herstellungskosten unterscheiden sich nicht, hinzu kommt aber vor allem der Arbeitsaufwand, den er nicht unbedingt schultern möchte. Er würde also kaum mehr verdienen an einem Buch (nochmal: Es sei denn, er ist bekannt genug/Bestsellerautor) und wahrscheinlich sogar weniger verkaufen. Zumal er dann zusätzlich noch das Absatzrisiko trüge. Nimmt er das alles jedoch in Kauf und hat vielleicht auch ausreichend Kontakt zu guten Lektoren, Grafikern, Setzern, PR-Agenten bzw. Rezensenten usw., dazu wie schon erwähnt noch genug Zeit und Erfahrung, diese ganzen Arbeiten zu erledigen bzw. zu koordinieren, wird er neben seinem Beruf als Autor – selbst ein Verleger! Leider hat der Tag aber nur 24 Stunden …

Fazit: Verleger übernehmen für Autoren wichtige Leistungen, die vor allem Geld und Zeit kosten. Und sie verdienen nicht unverhältnismäßig viel an den einzelnen Büchern, oft werden diese ja sogar quersubventioniert durch Bestseller. Dass Verlage (Verwerter) sich also auf Kosten der Autoren (Urheber) bereichern, stimmt nicht. Und dass ein “normaler” Autor ohne Verlag besser dastünde, auch nicht.


[1] Ein paar Anmerkungen zum Handelsrabatt: Der Buchhandelsrabatt beträgt meist zwischen 35-50%, bei kleinen Verlagen ist die sogenannte Barsortimentsquote aber sehr hoch, d.h. 70-90% des Verkaufs laufen meist über den Zwischenbuchhandel (der mit 50% mehr Rabatt als ein normaler Buchhändler bekommt und einen Teil davon an den Buchhändler weitergibt), also kalkulieren wir meist mit 50%. Dazu kommen noch die Auslieferungsgebühren und anteilige Kosten für die Vertreter.

Update: [2] Klappenbroschur, Startauflage 2500 Exemplare.

 

(Foto by MIT OpenCourseWare, via Flickr)

40 Kommentare:

  1. Mit 10% haben’s die Autoren richtig gut bei euch!!! Das wissen sie hoffentlich.

    26. April 2012 | 12:17 
  2. 10% Autorenhonorar ist ein Traumwert. Die Mehrzahl der Autoren werden mit weniger abgespeist.

    26. April 2012 | 12:45 
  3. Na ja, es sind ja hier 9% ;) – der Einfachheit halber, weil wir sonst mit einem Staffelhonorar 8-10% arbeiten.

    26. April 2012 | 12:45 
  4. Danke für diese Zahlen! Eine Frage: Für was für eine Auflage ist das gerechnet? Alle Herstellungskosten sind ja einmalige Kosten, insofern bräuchte man zu der Stückkosten-Kalkulation eigentlich auch noch die Angabe, wann der Break-even dafür erreicht ist…

    Außerdem wird in dieser Rechnung so getan, als wäre nur der Saldo unterm Strich das Geld, das der Verlag bekommt – stimmt aber nicht. Denn der Verlag bekommt ja auch das Geld für die Herstellungskosten – nur muss er das eben wieder ausgeben. Die Ausgaben des Autors sind in seinem Anteil ja auch nicht mit hineingerechnet. Insofern ist diese Rechnung bei allem Willen zur Transparenz immer noch verfälschend…

    26. April 2012 | 12:50 
  5. Ist die Stückkostenkalkulation nicht insofern ein bisschen irreführend, als da einige Posten enthalten sind, die Einmalzahlungen darstellen (z.B. Lektorat, Korrektorat, Umschlaggestaltung)? Nachdem das Buch dieses Geld wieder eingespielt hat, fließt alles, was darüber hinausgeht, vollständig dem Verlag zu, oder übersehe ich da was?

    26. April 2012 | 12:55 
  6. Alles gut und schöner Artikel. Aber was ich denke, worauf die (doofe) Argumentation der Piraten zielt, ist weniger Eure Arbeit als es der Buchhandelsrabatt ist. Vertreibe ich mein Buch nämlich selber, kann ich den „behalten“. Nehme ich dann noch ein E-Book – dem gemeinen Piraten wird hier ein Export aus Word (Oh Gott!) genügen, habe ich noch nicht einmal Herstellungskosten. Okay, wie die Leute dann von dem Buch erfahren sollen, dass verraten die uns uns leider nicht.

    26. April 2012 | 12:56 
  7. das habe ich nicht gewusst, es aber auch nicht unterstellt, dass man als Verleger in jedem Fall richtig reich werden kann (außer eben mit vielen Bestsllern- aber ob das immer gute Literatur ist, ist eine andere Frage)… – Doch deine Aufstellung zeigt auch (und vor allem), dass man mit viel Enthusiasmus und Freude an der Literatur dabei sein muss. Und nicht zum großen Geld verdienen!

    26. April 2012 | 13:01 
  8. Das ganze sieht aber bei den IT-Fachbüchern komplett anders aus … so weit ich das aus eigener und der Erfahrung von Kollegen berichten kann.

    Zum einen sind die Auflagen viel kleiner: 1.500-2.000 und das Honorar liegt bei ca. 5-6%.

    Zum anderen übernimmt der Autor ungefähr 99% der Werbe-Arbeit und in seltenen Fällen gibt es ein richtiges Lektorat … es ist viel mehr eine Textkorrekur.

    Für mich persönlich lohnt es sich viel mehr bei Amazon zu publizieren. Dort bekomme ich mehr Tantiemen und zwar nicht nur pro Buch sondern in Gesamten.

    26. April 2012 | 13:08 
  9. Ich bin eine der neuen “Hybridautorinnen”, nämlich mit Verlag und gleichzeitig auch im Self Publishing unterwegs.
    Drum Danke für die offenen Einblicke und vor allem das Statement, dass ein professioneller (!) Self Publisher eigentlich die gleichen Mühen und Risiken hat wie ein Verleger. Ehrliche Kalkulationen scheuen da viele, die immense Selbstausbeutung wird nicht gerechnet, obwohl die Herstellungskosten oft niedriger angesetzt sind, weil Self Publisher gern mit Tauschgeschäften arbeiten. Aber ein unprofessionelles Lektorat oder Cover rächen sich natürlich fürchterlich, und wertige Arbeit ist Geld wert.

    Dass man weniger verkauft als ein Verlag, würde ich so pauschal nicht unterschreiben. Gerade in der Nische, bei hohem Risiko und einem Händchen für den Aufbau von Communities geht manchmal sogar mehr, als wenn jemand nur ein TB “auf den Markt kippen” würde. Verlage und auch Bücher sind so unterschiedlich.

    Ich persönlich glaube, dass Self Publisher eigentlich “Kollegen” sein könnten und da können beide Seiten voneinander lernen. Ich denke z.B. an die Risikofinanzierung durch Crowdfunding auch in kleineren oder literarischen Verlagen. Beiden gemeinsam ist, dass ihre Feinde eigentlich ganz woanders sitzen …

    26. April 2012 | 13:46 
  10. @ Thorsten: Es ging um 2500 Stück, ich habe das mittlerweile im Artikel ergänzt.

    Das mit dem Break Even stimmt, ich wollte aber nicht zu sehr ins Detail gehen, um den Artikel nicht zu kompliziert und zu lang werden zu lassen (wir kalkulieren übrigens mit mehreren Deckungsbeitragschwellen, z.B. reine Herstellungskosten, HstK + Honorar, HstK + Honorar + anteilige Gemeinkosten usw). Es ging primär darum, überhaupt zu zeigen, was alles von vom Verkaufspreis abgedeckt werden muss und was für Leistungen ein Verlag erbringt. Und ja, der Verlag bekommt die Herstellungskosten wieder rein, im Gegensatz zum Autor – wenn alles gut läuft, denn man darf das erwähnte Verkaufsrisiko nicht vergessen, was man in so einer Break-Even-Rechnung nicht wirklich abbilden kann. Und eine im Nachhinein zutreffende Auflagenkalkulation ist eine große Kunst …

    Außerdem sind wie im Artikel erwähnt die Gemeinkosten in der Stückkostenkalkulation nicht drin, aber die müssen die auch erwirtschaftet werden. Man kann als Verlag nicht nur die reinen Stückkosten betrachten, und als Autor sollte man das auch im Hinterkopf haben – ich habe ja versucht, im Artikel darzustellen, was ein Verlag alles für den Autor tut.

    @ Katrin: Es ging mir wie gesagt vor allem darum, einen Überblick zu geben. Aber Sie haben recht: Wenn die Einmalkosten gedeckt sind, bleibt mehr hängen beim Verlag. Aber auch hier muss ich auf das Auflagenrisiko und die Gemeinkosten verweisen. Da die wenigsten Bücher mehrere Auflagen erreichen, werden erst bei den letzten paar hundert verkauften Büchern der ersten Auflage diese Kosten mit abgedeckt. Und soweit kommt es leider zu oft gar nicht, und so entsteht dann eine Mischkalkulation-im-Nachinein.

    @ Markus, Ja das Argument liegt tatsächlich auf den ersten Blick auf der Hand, auch wenn man sich meine Tabelle anschaut. Im Artikel hab ich ja versucht, darauf (indirekt) einzugehen. Es gibt ohne Zweifel Autoren, für die das besser ist, nämlich die, die vielen Käufern ihre titel direkt verkaufen können, so wie Radiohead es damals vorgemacht haben, oder J.K. Rowling. Aber alle, die dafür sorgen müssen, dass ihr Buch über Dritte vertrieben wird, und sei es Amazon, iTunes oder wer auch immer, geben ebenfalls Handelsrabatt. Und: Amazon oder iTunes machen für einen Autor gar nichts, außer sein Buch bzw. Ebook zu hosten und in die Datenbank einzuspeisen. Finden muss der Leser es dann allein, oder andersherum, du sagst es selbst, der Autor muss SIE finden. Da macht ein richtiger Verlag (kein Zuschussverlag) mehr, damit das Buch auch an den Leser kommt. Die Meinung vieler Piraten, sie würden ihr Geld dem Künstler lieber direkt geben, ist da viel zu simpel. Klingt aber erst mal schön heroisch.

    @Vlad, Danke für diesen Einblick. Ich denke, Fach- oder auch Ratgeberliteratur ist da noch was anderes, aber da kenne ich die Verlagsseite auch nicht. Das Beispiel oben beschreibt in der Tat “nur” einen Belletristikverlag.

    26. April 2012 | 14:30 
  11. Die Sache mit den E-Books wird mir allerdings noch nicht klar. Wieso ist der Preis von E-Books meist auf gleicher Höhe mit den gedruckten Auflagen? Es fallen Produktionskosten weg, das Buch wird auf den Verkaufsplattformen umworben und auf den Verlag wird in dem Fall nicht mehr geachtet(zumindest ist es bei mir so). Eigentlich könnte der Verlag an dieser Stelle überflüssig werden, wenn für Lektorat und Korrektorat gesorgt ist und der Autor im eigenen Interesse das Buch umwirbt, in dem er sich in der Öffentlichkeit präsentiert. Wenn jeder Autor auf diese Weise gleichgestellt wäre, könnte man auch für ein Gleichgewicht bei den Autoren sorgen. Sprich: Es ist egal wen du beteiligst, der Inhalt deiner Bücher und deine Persönlichkeit bleiben die einzigen Qualitätsmerkmale. Ein weiteres Problem sehe ich darin, dass viele Verlage ihre Bücher nicht als E-book Version heraus geben. Es wäre auch schön, wenn der gedruckten Ausgabe ebenfalls ein Code für die E-Book Variante beigelegt werden würde. Schließlich bezahlt man dafür, dass man das Buch lesen kann, warum sollte man dann keine private Kopie in digitaler Form besitzen dürfen?
    Bücher sollten nicht derartig ausgeschlachtet werden nur damit es einigen wenigen damit besser geht. Wichtig ist die Verbreitung und die Entlohnung der Autoren und genau das ist jetzt möglich. Man sollte nicht immer an alten Ideen festhalten, sondern auch mal über die Veränderungen nach denken.

    26. April 2012 | 14:38 
  12. @ Petra, Ja das ist eine wichtige Ergänzung: Neben Bestsellerautoren können auch Selfpublishing-Autoren mit Communitybuilding und in der Nische etwas erreichen, das stimmt. Aber dieser Aufwand ist eben hoch und kostet Zeit, die man ansonsten fürs Schreiben braucht. Als Verleger bin ich eben ein Fan von Arbeitsteilung ;)

    Crowdfunding haben wir tatsächlich auch auf dem Schirm. Allerdings ist es bestimmt erfolgversprechender, wenn der Autor direkt finanziert wird, und nicht der Verlag als “Verwerter” dazwischen (hier schließt sich der Kreis zum Argument der Piraten übrigens).

    26. April 2012 | 14:43 
  13. @ Rafael. Die eBook-Diskussion hat eine eigene Darstellung verdient ;) Wir haben die eBook-Preise meist zwischen 50-70% vom pBook-Preis angesetzt. Ob sich das für Autor und Verlag auch lohnt, wird die Zukunft zeigen.

    Ansonsten habe ich im Artikel versucht zu zeigen, was der Verlag neben Lektorat und Korrektorat eben noch leistet, damit Autoren auch wirklich verbreitet und entlohnt werden – und das gilt für eBook und pBook gleichermaßen … Dass die von Ihnen erwähnten Verkaufsplattformen ein Buch groß bewerben, bezweifle ich. Außer einem Eintrag auf einer prominenten Seite der Plattform (den man meist bezahlen muss), machen die doch auch nicht viel bzw. erst dann, wenn ein eBook sowieso schon “läuft” …

    26. April 2012 | 15:06 
  14. Dass sich die Verleger im Allgemeinen keine goldene Nase an ihren Autoren verdienen, wissen die meisten (echten) Autoren. Was mir an diesem Beitrag nicht so gefällt: Dass er ein wenig auf den Autoren herumhackt, auf dem, was die Autoren “nicht möchten”. Das finde ich so zu kurz gegriffen. Die Autoren leisten den Anteil, den der Verleger in den meisten Fällen ja auch nicht möchte: Sie schreiben. Sie haben oder erarbeiten sich das Fachwissen und kümmern sich um die Grundlage, aus der dann das Buch werden kann. Insofern ist es, wenn es gut läuft, eine Symbiose: Die Autoren setzen ihre Arbeit, ihre Zeit, ihr Wissen usw. dafür ein, dass ein Manuskript vorliegt, der Verleger setzt sich dafür ein, dass aus dem Manuskript ein Buch wird, dass es dann hoffentlich beiden ermöglicht, vielleicht keine Brötchen, aber wenigstens Knäckebrot zu kaufen.

    26. April 2012 | 15:34 
  15. Ich finde nicht, dass ich auf Autoren rumhacke. Wenn Sie das so verstanden haben, tut mir das leid, so war es nicht gemeint. Die Autoren sind der Kern unseres Verlags, das ist uns sehr bewusst. Dass diese bestimmte Dinge wie Herstellung oder Marketing nicht selbst übernehmen möchten, weiß ich aus Gesprächen mit einigen von ihnen. Es geht um gute Arbeitsteilung. Deshalb: Bei dem Bild der Symbiose kann ich Ihnen nur zustimmen.

    26. April 2012 | 15:45 
  16. “Amazon oder iTunes machen für einen Autor gar nichts, außer sein Buch bzw. Ebook zu hosten und in die Datenbank einzuspeisen. Finden muss der Leser es dann allein, oder andersherum, du sagst es selbst, der Autor muss SIE finden”

    Also ich bekomme (fast) jeden Tag eine Mail von Amazon mit Buchempfehlungen und habe daraufhin sogar schon mal was gekauft…

    26. April 2012 | 16:38 
  17. Ich wollte mich kurz als Buchhändlerin zu Wort melden. Ich bin zwar nicht selbständig, kann aber berichten, dass Buchhändler wahrlich nicht viel vom Verkauf eines Buches haben! Ich bekomme BRUTTO 1.300 € und lebe in NRW. Mein Chef bekommt bei Bestseller und großen Verlagen ca. 38% Buchhändlerrabatt. Davon muss Miete, Strom, Personal, Versand, Werbung und und und bezahlt werden. Es ist nunmal einfach so, bei einem Vertriebsweg der über so viel Ecken geht, bleibt am Ende eben wenig über. Autoren die mehr verdienen wollen müssen dann wohl alles selbst in die Hand nehmen… Doch ob sich das dann lohnt? Denn wie soll der gemeine Leser auf das Buch aufmerksam werden?

    26. April 2012 | 16:48 
  18. Danke für diese Entzauberung eines Mythos! Verlage verweisen ja gerne auch auf die besondere Dienstleistung des Lektorierens. Wenn bei einer Auflage von 1.500 dafür 0,24 Euro pro Exemplar einkalkuliert werden, bedeutet dies, dass der Verlag dafür 360 Euro einplant (Bruttolohn inklusive aller Arbeitgeberabgaben). Mehr als zwei Tage Arbeitszeit können dort also nicht drinstecken.

    26. April 2012 | 17:05 
  19. Ein wichtiger Diskussionsbeitrag in dieser hysterischen und meist von wenig Sachkenntnis getrübten Debatte. Wir haben den Terzio Verlag, der sogar noch recht erfolgreich war, verkauft weil wir immer deutlicher gesehen haben, dass es für kleine Mittelständler wie euch und uns zunehmend schwierig wird mit einer klassischen Verlagsstruktur zu überleben. Die “Goldenen Nase” ist für uns alle eher eine “Lange Nase”.
    Was sich alle Verleger in Zukunft sehr genau müssen: Was antworte ich auf die Frage der Autoren “Wozu genau brauche ich Dich? Was genau bringst Du zur Party mit?” Viele Antworten hast du ja schon gegeben. Ich würde noch ergänzen, dass Verlage noch viel mehr als früher in den Aufbau einer eigenen Community investieren müssen. Nur wenn wir seriös sagen können “Wir haben eine Community von x-tausend Lesern in Deiner Zielgruppe, die ‘bespielen’ kann.”, werden Autoren auf Sicht auch langfristig mit Verlagen arbeiten. Der Buchhandel ist schon mittelfristig nicht mehr der ausschlaggebende Faktor. Die Ketten und Amazon sind sogar mehr Bedrohung als Partner. (Den engagierten Sortimenter nehme ich jetzt ausdrücklich aus, aber der leidet unter denselben Entwicklungen wie wir.)

    26. April 2012 | 18:15 
  20. Ich bin auch Autor und glücklich mit meinen Verlagen. Ich bekomme 15 Prozent vom NVP (ja, sowas gibt es!). Dafür leiste ich auch noch für etwa eine Woche PR-Arbeit. Ich habe etwa 180.000 verkaufte Bücher zu Buche stehen. Vom Bücherschreiben alleine Leben kann ich deswegen allerdings nicht (zumindest müsste ich mich dann ziemlich einschränken), sie sind für mich eher eine Form der Zweitverwertung meines Wissens.

    Ich kenne keinen Autor, der auf Dauer als Selbstverlag gut über die Runden kommt. Das sind alles Kümmerexistenzen. Was viele nicht verstehen: Der Verlag ist ein Partner in der Marketing- und Zeitstrategie des Autors. Nur er verfügt beispielsweise über das richtige Knowhow der Buchgestaltung, hat die Buchhandelskontakte, um die Werke im Regal auch entsprechend zu platzieren und verfügt selber – aus jahrelanger Tätigkeit – noch über diverse Kanäle umd den Verkauf anzukurbeln. Dafür soll er und auch der Buchhandel ihren Teil vom Kuchen haben. Möchte ich mich also um den Verkauf meiner Bücher kümmern? Nein. Diese Zeit möchte ich lieber effektiv mit neuen Ideen für weitere Publikationen füllen. Wer als Autor auch ein gutes Einkommen erzielen will, der kümmert sich besser um die Sache, die er gut kann: Schreiben.

    26. April 2012 | 18:28 
  21. Sebastian, dass ein Verlag “mehr” macht als schlicht das Buch bereitzustellen ist sicher richtig – aber wieviel mehr und was? Sicher stehen die Bücher im Verlagskatalog, aber die Wahrscheinlichkeit, dass ein Leser auf die Existenz eines Buches aufmerksam wird, dürfte ausser bei Nischenverlagen mit eingeschworender Leserschaft deutlich größer auf der Kombination Googlesuche/Amazon sein. Innovation im Buchmarketing verläuft eher schleppend – egal ob es jetzt um Hörbücher geht, eBooks oder Buchtrailer. Im Gegenteil, in vielen Bereichen betreiben Verlage da eher negativ-Marketing – sei es durch die Preispolitik bei eBooks, sei es durch die Qualität des Großteils der Buchtrailer, für die man häufig eigentlich einen Waffenschein verlangen sollte.

    Und da liegt die Crux des ganzen: Die Tatsache, dass die gegenwärtige Diskussion geführt wird, zeigt an sich schon, das gravierende Defizite im Marketing bestehen – denn sonst bestünde kaum Zweifel daran, das das Produkt “Buch XYZ” seinen Preis wert ist – einschließlich der Vergütung für die Leistung des Verlags. Sinn und Zweck von Marketing ist doch eben gerade nicht, Leser zu finden, sondern Leser, die bereit sind, für das Produkt eine Summe Geld auszugeben, die neben den Herstellungskosten noch einen passablen Gewinn abwirft. Wenn es Euch nur darum ginge, Leser zu finden, könntet ihr die Texte schlicht auf die Homepage stellen und gut ist. Dann aber wäre vermutlich bald Schicht im Schacht, zumindest was den Betrieb als Unternehmen angeht. Wenn also immer mehr Leserschaft abfließt von denen, die bereit sind zu zahlen, zu denen, die nur lesen wollen, dann ist Euer Marketing gefragt. Und wenn ihr für Marketing bezahlt werden wollt, dann liegt es an Euch, eine Lösung des Problems zu finden. Wäre das Problem nicht in anderen Ländern ähnlich, man könnte meinen, dass Verlage in Deutschland durch die Buchpreisbindung verlernt haben, eine Preisrechtfertigung zu kommunizieren. Tatsächlich aber scheint dieser Aspekt des Marketings schlicht unterentwickelt zu sein – aber dann muss man ihn eben entwickeln – und möglichst so, dass er im 21. Jahrhundert funktioniert, und nicht auf die Mittel des 20. Jahrhunderts zugeschnitten ist. Apple setzt Produkte weit über Herstellungskosten ab – aber man tut auch was dafür. Hier vermisse ich insbesondere von den großen Verlagen innovative Ideen die vernünftig umgesetzt werden.

    26. April 2012 | 18:34 
  22. 1) Der Verlag verdient mehr als der Autor. Das fühlt sich einfach nicht richtig an.
    2) Gibt es auch irgendwo eine Aufstellung über den Handel? Nach diesem Post sieht es halt einfach so aus, als würden die das Gros einstecken…

    26. April 2012 | 21:49 
  23. Wir haben für unsere Autoren – soweit es nicht Anthologien sind – Staffelungen die, je nach Umsatzhöhe, bis zu 15 % des Buchpreises betragen.
    Was wir uns wirtschaftlich nicht leisten können: Honorarvorauszahlungen.

    27. April 2012 | 02:06 
  24. @ Emmi: stimmt, Amazon macht nicht “gar nichts” ;)
     
    @ K. Schmädler, Bitte nicht verallgemeinern, das ist ein Beispiel für einen Lesebühnentitel bei uns mit Kurzgeschichten. Und für einen freien Lektor/Korrektor – fest angestellte haben wir nicht. Bei Romanen oder Übersetzungen sehen die Preise auch schon anders aus, da kann Lektorat/Korrektorat locker das doppelte oder sogar dreifache kosten (bei Freundschaftspreisen) Außerdem ist die Auflage 2500, d.h. das Lektorat/Korrektorat ist hier mit 600 Euro eingepreist.
     
    @ Ralph Möllers, danke, das stimmt. Communitybuilding ist eine wichtige Ergänzung der Verlagsaufgaben.
     
    @ Tyel, der Verlagkatalog ist nur ein Baustein des Verlagsmarketings für ein Buch. Aber wahrscheinlich ist es für die Leser oft nicht so sichtbar, was Verlage alles dafür tun – für die Autoren hingegen zum Glück schon. Wir machen Pressearbeit, organisieren Veranstaltungen, sind im Social-Media-Bereich aktiv, schalten Anzeigen, um nur ein paar der wichtigsten Marketingelemente zu nennen …
    Die Frage was ein Buch dem Käufer bzw. Leser wert ist und wie man das kommuniziert, ist alt in der Buchbranche. Da gab es immer wieder Imagekampagnen, die so gut nichts gebracht haben in dieser Hinsicht. Bücher sind für die Leute gefühlt zu teuer, und niemand weiß, dass die Buchpreise seit Jahrzehnten inflationsbereinigt und im Vergleich zu anderen Produkten nicht gestiegen sind. Derjenige, der eine Marketingkampagne ersinnt, die das den Leuten verklickert, bekommt die “Heldennadel des Buchhandels in Gold” …
    Zu den anderen Ländern: Ich habe in Schottland studiert, ein paar Jahre nachdem in Großbritannien die Preisbindung gefallen ist. Damals, und noch mehr heute, haben darunter erst die kleinen Buchhandlungen (wegen der Supermärkte und Ketten), dann die kleinen Verlage gelitten. Im Schnitt sind nur Bestseller billiger geworden, der durchschnittliche Buchpreis ist sogar gestiegen, und die Herstellungsqualität der Bücher hat abgenommen (Papier, Bindung usw.). Gewonnen hat im Grunde Amazon. Und wenn man sich mit Verlegern aus dem angelsächsischen Raum unterhält, erfährt man, dass das nicht gut ist (Rabattdrückerei, “Kickbacks”, und auch noch hohe Abhängigkeit) … Aber die Preisbindungsdiskussion ist eine komplizierte und hat besser eine eigene Darstellung verdient.
    Ja, Apple … keine Ahnung, ob man das wirklich vergleichen kann. Vielleicht sind ja Bücher (oder eBooks) in 30 Jahren wieder richtig cool, und iPads nicht mehr ;)
     
    @ Martin Zu 1) Das was im Saldo steht, ist nicht der Gewinn für den Verlag, so einfach ist es nicht. Und: das ist im Prinzip genau das gleiche Argument, wie das im Artikel erwähnte “Was, der Autor verdient nur 10% an seinem eigenen Buch?”
    Zu 2) Einen Eindruck gewinnt man hier: http://www.facebook.com/VerlagVolandundQuist/posts/349525878430047?comment_id=3742900&offset=0&total_comments=17. Wobei in unserer Kalkulation wie beschrieben auch die Auslieferungskosten und anteiligen Vertreterkosten mit drin sind, zusätzlich zum Handelsrabatt.

    27. April 2012 | 09:19 
  25. klasser artikel, gute diskussion.

    bin selber bei großem verlag und vö. meine ebooks parallel.

    nun EIN BLICK IN DIE GRAUE VORZEIT:

    in den 90ern musste ich mein buch selber drucken lassen, das geld vorlegen, das buch über die grenze schmuggeln und dann hat es natürlich keine buchhandlung genommen (außer 2 befreundete)

    da habe ich es heute doch mit ebooks leichter, günstiger, legaler und sie sind überall erhältlich.

    27. April 2012 | 09:43 
  26. Eine Ergänzung zur Kalkulation der Verlage: Buchhandels- Großabnehmer erwingen schon seit Jahren hohe Rabatte von den Verlagen. Und die mindern sowohl die Verlagseinnahmen als auch das Autorenhonorar erheblich. Schon vor mehr als zehn Jahren stand in einem Verlagsvertrag bei einem sehr seriösen Verlag, der seine Autoren durchaus umhegt, die Klausel “Muss beim Verkauf an Großabnehmer (z.B. Verlagesbuchhandlungen, nicht aber Großhändler wie KNO, Libri usw. ) … ein Rabatt gewährt werden,der 53% des Nettoladenpreises übersteigt, zahlt der Verlag für den Verkauf solcher Exemplare ein um 25% reduziertes Honorar.”
    Ansonsten sind 10% des Ladenpreises als Autorenhonorar wirklich nicht die Einstiegsmarke. 7 bis 8 % dürfte bei den meisten Autoren realistischer sein.

    27. April 2012 | 11:23 
  27. Eine Kunst für sich ist das Verlegen in einem kleinen und erst noch mehrsprachigen Land wie z.B. in der Schweiz. Die wegen des kleinen Binnenmarktes ohnehin schon limitierte mögliche Gesamtauflage bei Themen, die nur in der Schweiz selber auf Interesse stossen, teilt sich für eine Auflage, nehmen wir wie in obigem Rechenbeispiel 2’500 Bücher normalerweise wie folgt auf: 1’500 in deutscher Sprache, 600 in französischer und 400 in italienischer Sprache. Hinzu kommen dann noch die enormen Übersetzungskosten und der damit verbundene riesige Aufwand. – Hier werden aus Verlegern schnell mal Hungerkünstler.

    27. April 2012 | 14:04 
  28. Als Autor mit einer weltweiten Auflage von etwa 2 Mio. verkauften Büchern, kann ich dir nur recht geben. Ich habe das mehrfach durchkalkuliert und immer wieder war das Ergebnis, dass es sich ökonomisch für mich als Autor nicht lohnt, ohne einen Verlag selbst zu veröffentlichen. Neben den Kosten für einen fähigen Lektor und PR unterschätzen die meisten Autoren jene für den Vertrieb. Außerdem kann mir mir keiner erzählen, dass er im Selbstverlag über 100.000 Bücher jährlich verkaufen kann, wenn er nicht gerade Rowling oder Dan Brown ist – und erst ab diesen Verkaufszahlen, kann ein Autor von seinen Büchern einen angemessenen Lebensstil pflegen.
    Mir ist klar, Autor und Verlag arbeiten am besten zusammen, was sich für beide auszahlt.
    Herzliche Grüße aus Cley next the sea
    Klausbernd Vollmar

    27. April 2012 | 14:48 
  29. @Sebastian

    ” Aber wahrscheinlich ist es für die Leser oft nicht so sichtbar, was Verlage alles dafür tun – für die Autoren hingegen zum Glück schon.”

    Für Euch zum Glück, ja. Aber wenn ihr zahlende Leser erreichen wollt, wäre es schon sinnvoll, auch für diese sichtbarer zu sein – gerade wenn die Maßnahmen, die Du auflistest, klassischer Sales Support sind. Was nützt euch denn die Schaltung einer Anzeige, wenn sie euch und dem Autor gefällt und ansonsten wenig Beachtung findet? Die Anzeige ist ein Köder, und der muss klassischerweise dem Fisch auffallen und ihm schmecken – nicht dem Angler. Wenn die Anzeige euch NICHT ausreichend zahlende Leser beschert, was rechtfertigt sie dann? Sie muss ja zunächst mal die eigenen Kosten tragen, erst dann kommt sie der Bilanz des Buchprojekts zugute.

    Daher “für die Autoren zum Glück schon” – wenn für die wirklich klar wäre, dass das Marketing nicht funktioniert, müssten sie euch eigentlich die Hammelbeine lang ziehen. Es ist kurzfristig ein großes Glück für euch, dass sich der Zorn auf denen entläd, deren Geld man eigentlich haben will. Weil aber das bei der Herstellung von Zahlungsbereitschaft nicht unbedingt zielführend ist, ist es mittel- bis langfristig eher unglücklich.

    “Derjenige, der eine Marketingkampagne ersinnt, die das den Leuten verklickert, bekommt die “Heldennadel des Buchhandels in Gold” …”

    Wenn euer Marketing nicht dazu führt, dass Leute für eure Produkte zahlen, dann tut es nicht das, wofür es da ist. “Imagekampagnen”, die den Leuten etwas “verklickern” sind gerade im Bezug auf Preisrechtfertigung meines Erachtens ein Schuss in den Ofen, da es den Prozess am falschen Ende aufrollt. Und wenn Du jemandem tausendmal erklärst “Das ist aber 20 Euro wert!”, wenn er am Ende sagt “Mag sein, aber ich will dafür nicht 20 Euro ausgeben” wird es schwer, auf einen Abschluss zu erzielen – gerade bei unkritischen Gütern. Dem Kunden in spe ist es letztendlich egal, wieviel Geld und Arbeit in ein Produkt geflossen ist, wenn der Nutzen, den er daraus zieht, ihm nicht den entsprechenden Betrag wert erscheint.

    Letztendlich läuft es auf den Ansatz heraus, mit dem der Musikbereich bereits gescheitert ist: Der verzweifelte Versuch, die Zeit anzuhalten und ein Geschäftsmodell, dass dringend änderungsbedürftig ist auf biegen und brechen dem Kunden aufzuzwingen. Mittlerweile haben auch die großen Label eingesehen, dass es sinnvoller ist, sich zu überlegen, wie die Leute in Zukunft Musik kaufen wollen und sie ihnen so zur Verfügung zu stellen.

    Über für und wider der Buchpreisbindung habe ich ja gar nicht gesprochen, sondenr über die Frage, inwieweit Preisrechtfertigung eine im Buchsektor beherrschte Disziplin ist. Die Situation in anderen Ländern ist mir nicht neu und zeigt ja gerade das, was ich gesagt habe: Die Fähigkeit, dem Kunden gegenüber hohe Preise durchzusetzen ist in dem Bereich nicht weit verbreitet. Ich habe aber grundsätzlich nur drei Möglichkeiten: 1.)Ich schaffe es, einen Preis durchzusetzen, mit dem ich über die Runden komme, 2.) ich ändere mein Geschäftsmodell so, dass sich mir andere Einnahmequellen erschließen, die insgesamt für schwarze Zahlen sorgen oder 3.)ich gehe letztendlich den Bach runter oder kann diese Tätigkeit bestenfalls noch nebenher als Liebhaberei betreiben.

    Möglichkeit 1 ist eine Kunst – die aber keinesfalls nur Apple beherrscht, sondern schlicht der Grundgedanke eines Premiumsegments ist. Apple hat es dabei lediglich zum Idealziel des Marketings gebracht, sich nämlich eine aktive Verkaufstätigkeit prinzipiell sparen zu können – wobei man das nichtdestotrotz nicht macht, weil das wiederum die Marke beschädigen würde. Möglichkeit 2 wird im Buchhandel durchaus auch bereits praktiziert: Da gibt es Nischenbuchhandlungen für Fantastik, bei denen man neben klassischen Büchern auch Spiele etc. aus dem Genre kaufen, ggf. aber auch sogar ausprobieren kann und die gleichzeitig ihr Genre und ihre Kundschaft so gut kennen, dass man schon beim Entreten die neuesten persönlichen Empfehlungen bekommt. Oder es gibt die “Genusstempel” die neben intellektuellen Genüssen eben auch noch leibliche mit Stil bieten. Inwieweit sich das jeweils rechnet sei dahingestellt – wichtig ist, dass hier versucht wird, durch Änderung des Geschäftsmodells etwas für die Bilanz zu tun. Gerade da wäre auch ein Ansatzpunkt für Verlage, den Buchhandlungen ggf. dabei zu helfen, das “Erlebnis Buch”, einschließlich des Kaufprozesses, zu einem zu machen, dass die Leute als lohnende Investition ihres Geldes erachten.

    Daher ist zwar die Rechnung, die Du aufstellst, ganz interessant – aber im wesentlichen nicht zielführend. Es unterliegt dem Trugschluss, der Kunde würde für das Produkt zahlen – das tut er aber nur aus der Sicht des Produzenten. Aus der Sicht des Kunden bezahlt er für einen NUTZEN, den er aus dem Produkt zieht. Und wenn ihm dieser Nutzen nicht den Preis wert zu sein scheint, dann kann der Preis noch so knallhart kalkuliert und durch die Produktion gerechtfertigt sein, der Kunde wird nicht einsehen, warum er ihn zahlen soll. Die Frage für den Kunden ist nicht, wieviel Du da reingesteckt hast, Sebastian. Sie ist, was er davon hat. Und deswegen kann dem Kunden letztendlich egal sein, wem Du wieviel Rabatt gewähren musst – das ändert an seinem Erfahrungskomplex aus Buchkauf und Buchlesen letztendlich genausowenig wie wem Du wieviel Miete zahlst. Die Herstellungs- und Vertriebskosten sind letztendlich Dein Problem. Deswegen ist das Runterbeten derselben auch für Leute, die entweder auf der gleichen Seite stehen oder keine Aktien in der Diskussion haben relevant – für die eigentliche Preisrechtfertigung hilft sie nicht wirklich. Die kann nur funktionieren, indem man den Blickwinkel des Lesers in spe einnimmt und sich fragt, was für einen Nutzen er aus dem Geld zieht, das er zahlen soll. Natürlich können Herstellungskosten dabei eine indirekte Rolle spielen – aber nicht als Tabelle, sondern da, wo z.B. hochwertige Materialien oder Illustrationen oder andere Aspekte der Aufmachung das Buch als solches zu einem Erlebnis machen (siehe z.B. Folio Society)

    Wenn Du von jemandem Geld haben willst, erklär ihm nicht, was Du reingesteckt hast, sondern erklär ihm, was er davon hat.

    28. April 2012 | 23:33 
  30. Was für ein interessanter Artikel. Ich glaube, das Hauptproblem ist, die meisten Autoren sind keine Kaufleute. Und da ist es bequem, auf den Verlagen rum zu hacken.

    29. April 2012 | 14:00 
  31. @Tyel Du hast recht mit Deinen Anmerkungen, es geht aber auch darum, ein Bewußtsein für bestimme Werte zu schaffen und nicht in jedem Lebensbereich immer niedrigere Preise zu fordern, die aber nur auf Kosten anderer so niedrig gehalten werden können (z.B. T-Shirts oder Kaffee für 3€), nur weil es für den Konsumenten einen Nutzen hat.

    Und natürlich sind Bücher, insbesondere belletristische Titel Luxusgüter, die nicht lebensnotwendig sind, für die ein Verlag also erst ein Begehren schaffen muss. Und das bei ca. 97.000 Neuerscheinungen pro Jahr allein in Deutschland.

    Meine Philosophie als Verleger ist es hier, den Leser während der Lesezeit zum Innehalten zu bringen und Bilder im Kopf enstehen zu lassen, die nicht visuell vorgegeben werden; also die Phantasie anzuregen. In gewisser Weise zur Ruhe zu kommen (von der medialen Überreizung) und zu sich zu finden. In der Zeit, wenn man ein Buch liest, kann man nichts anderes tun. Und wenn es ein gutes Buch ist, dann gewinnt der Lesende im besten Fall Einblicke in die Gedanken anderer. Er “erkauft” sich mit dem Buch quasi eine Art Lebensqualität und Erweiterung des Horizontes beispielsweise anstatt einer eigens erlebten Reise in andere Jahrhunderte oder Biographie. Und somit kann für manchen so ein Buch viel mehr wert sein, als es in Geldwert auszudrücken ist.

    Beim Preis gibt es nach oben keine Grenze, nach unten schon. Und ein Paperback, das 14,90€ kostet hat vielleicht einen wirklichen Gesamtwert inklusive aller Leistungen von Autor, Verlag, Goßhändlern von 35€ (je nach Auflage) bei Berechnung eines vernünftigen Stundenlohns, aber wer kauft das dann noch? Und Kalkulation hin oder her: wie viele Exemplare dann wirklich verkauft oder nachgedruckt werden müssen, kann vorher nicht einkalkuliert werden. Wie Sebastian geschrieben hat “Und eine im Nachhinein zutreffende Auflagenkalkulation ist eine große Kunst …”

    Das alles mündet letztendlich in eine “Was-ist-(mir)-Kultur-wert”-Grundsatzdiskussion…

    Tyel, Du schreibst: “Die Frage für den Kunden ist nicht, wieviel Du da reingesteckt hast. Sie ist, was er davon hat. Und deswegen kann dem Kunden letztendlich egal sein, wem Du wieviel Rabatt gewähren musst – ” – Um bei Deinem Beispiel Apple zu bleiben: Meinst Du denn, die Material- und Herstellungskosten für ein iPad sind für die Menge der produzierten Ware noch bei 700€ pro Stück? Apple verkauft hier neben der jahrelangen Entwicklungszeit für Hard- & Software auch eine Philosophie, ganz klar einen Mehrwert und etwas Schönes. Alle Zwischenhändler möchten dabei
    ebenfalls etwas verdienen. Ist es hier auch egal, wieviel Rabatt Apple gewährt?

    Soweit nur ein paar Gedanken zu Deinen Zeilen – Und darüber denken Verleger tagtäglich nach…

    Mit erlesenen Grüßen!
    Enrico

    29. April 2012 | 14:45 
  32. Wo hier gerade auf Urheberrechte im digitalen Zeitalter Bezug genommen wird: Es ist kompliziert. Das oben eingebundene Flickr-Bild steht unter Creative-Commons-Lizenz by-nc-sa (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/2.0/). Mit Blick darauf, dass es sich hier um das Corporate Blog eines, wenn auch kleinen Verlags handelt, dürfte es sich um eine kommerzielle Verwendung handeln. Und Zack, schon ist das Urheberrecht verletzt.

    30. April 2012 | 12:21 
  33. @ Tyel (29), ich glaube du hast mich missverstanden. Oder ich dich, denn schon in deinem ersten Kommentar ging es nicht wirklich um das, was ich in dem Artikel beschreibe. Der Anlass diesen zu verfassen, waren die beiden oben verlinkten Artikel, oder indirekt die Meinung einiger Piraten, dass sie ihr Geld lieber direkt den Künstlern zukommen lassen wollen als der dazwischengeschalteten so genannten “Verwertungsindustrie”, die sich unfairerweise die Taschen füllt (das wird m.E. dort implizit unterstellt). Ich wollte zeigen, dass der Verlag (Verwerter) nicht unmäßig viel verdient an Büchern – und außerdem, was ein Verlag für seine Autoren leistet. Meine Bemerkung: “Aber wahrscheinlich ist es für die Leser oft nicht so sichtbar, was Verlage alles dafür tun – für die Autoren hingegen zum Glück schon.” (Und mit “Leser” meinte ich dabei auch dich) bezog sich direkt auf deinen vorherigen Kommentar ” … Sicher stehen die Bücher im Verlagskatalog, …” – weswegen ich aufgezählt habe, was ein Verlag alles an Marketing leistet, nämlich nicht nur einen Verlagskatalog drucken. Du schreibst außerdem: “Daher: ‚für die Autoren zum Glück schon’ – wenn für die wirklich klar wäre, dass das Marketing nicht funktioniert, müssten sie euch eigentlich die Hammelbeine lang ziehen.” Dass das Marketing nicht funktioniert, setzt du einfach mal voraus. Ich würde sogar behaupten, dass das bei uns ganz gut funktioniert, sowohl von den Preisen her als auch den Marketingmaßnahmen. Ich glaube aber auch nicht, dass das im Allgemeinen stimmt. Der Gesamtmarkt stagniert seit Jahren auf hohem Niveau, da gibt es keine Einbrüche, wie du unterstellst. Mir ging es aber wie gesagt bei meinem Satz um etwas ganz anderes: Nämlich zu zeigen, dass Autoren sehr wohl sehen, was wir für sie tun und was es alles bedeuten würde, wenn sie es selbst tun müssten.
      
    Aber schon in deinem ersten Kommentar war das Missverständnis vorhanden, was ich nicht gleich bemerkt habe. Dort behauptest du: “Die Tatsache, dass die gegenwärtige Diskussion geführt wird, zeigt an sich schon, das gravierende Defizite im Marketing bestehen.” Mal abgesehen von dieser fragwürdigen Kausalkonstruktion und der als Tatsache hingestellten Behauptung, das Marketing funktioniere nicht – die Diskussion dreht sich hier darum, ob der Anteil fair ist, den Autoren an ihrem Buch verdienen. Falls du die ganze aktuelle Urheberrechtsdebatte meintest – da geht es m.E. um viel mehr: den Schutz der Urheber, Freiheit des Internets, Rechte von Konsumenten, fair use und fair pay usw. Das auf (angeblich) schlechtes Marketing in Verbindung mit (angeblich) zu hohen Preisen zu verkürzen ist zu einfach und wird der Sache auch nicht gerecht.
      
    Deine Ausführungen zum kundenorientierten Marketing sind deswegen hier auch überflüssig (und auch nichts, was wir nicht wüssten). Ich habe meine „Tabelle“ nicht hier eingestellt, um Kunden von hohen Buchpreisen zu überzeugen, sondern, wie gesagt, um zu zeigen, wie sich der Preis zusammensetzt und was Verlage eigentlich alles tun. Mein Artikel ist ja keine Klage darüber, dass die Kunden nicht bereit seien zu zahlen und deswegen abwandern, und auch nicht der Versuch, hohe Preise zu rechtfertigen. Mit Verlaub, du bedienst eher allgemeine Klischees über die “alte und nicht zeitgemäße” Buchbranche. Auch wenn da sicherlich noch nicht alles perfekt läuft, es passiert mittlerweile ne ganze Menge in den Verlagen, auch an neuen Geschäftsmodellen. Es ist nicht mehr 2007. Nur was langfristig funktioniert, wird sich erst herausbilden. (Aber das ist eine andere Diskussion.)

    30. April 2012 | 14:10 
  34. @ bosch. Darüber habe ich auch nachgedacht, bin aber anderer Meinung: Dieser Artikel hat keinerlei Werbezweck und nutzt das Bild auch nicht für ein zu verkaufendes Produkt.

    30. April 2012 | 14:14 
  35. @sebastian: Das müsste man mal ausfechten. Streng genommen ist voland-quist.de ein kommerzielles Angebot. Der Beitrag ist Verlags-PR und dient somit natürlich schon einem kommerziellen Zweck.

    30. April 2012 | 19:10 
  36. @bosch: Hm, es ist ein Diskussionsbeitrag zu einem allgemeinen Thema (Urheberrechtsdebatte), wo eine Kalkulation von VQ als Beispiel dient, VQ aber nur am Rande vorkommt und die Argumente für Verlage generell gelten. Ich denke, es ist inhaltlich ein Diskussionbeitrag/Fachartikel, keine PR für VQ. Klar, der erscheint auf voland-quist.de. Nur bezweifle ich, dass das schon hinreichend qualifiziert als “commercial use” im Sinne des CC.

    30. April 2012 | 21:00 
  37. Ich glaube auch nicht dass Verlage böse sind und sich dumm und dämlich an den Autoren verdienen. Wollte nur anmerken dass es für Musiker heutzutage schon ganz normal ist alles selbst zu machen. Du hast als Musiker nicht die geringste Change an einen Verlag zu kommen wenn du nicht mindestens nen Webauftritt (bei Facebook, myspace, etc) mit professionell anmutendem Design (Logo, Design), nen ordentlichen Pressetext, professionelle Fotos und Videos und natürlich Referenzen im Sinne von absolvierten Konzerten für die du natürlich auch selbst das Booking gemacht hast. Eigentlich würd ich ja am liebsten nur Musik machen ;-)

    3. Mai 2012 | 13:22 
  38. Ich habe einen kleinen Selbstverlag gegründet. Die o.g. Zahlen stimmen und man wird schnell disillusioniert, wenn man denkt als kleiner Wicht ohne Kapital “Holzbücher” verlegen zu können. Wenn ich nur 100 Bücher drucken lassen kann und pro Buch dann 7 Euro bezahle, das Buch im VK 12,90 kosten soll und der Barsortimenter bereits 50% nimmt erübrigt sich das Rechnen.

    5. Juni 2012 | 10:02 
  39. Alles, was in dem Beitrag beschrieben wird, entspricht der klassischen Betriebswirtschaftslehre des Verlagswesens. Lediglich das Autorenhonorar ist bei V&Q höher angesetzt als üblich.

    Die springenden Pünktchen der Debatte sind m. E.:
    a) was die einzelnen Verlage für den Autor tun;
    b) ob es sich unter dem berühmten Strich lohnt, Self-Publisher oder Verlagsautor zu werden.

    Nachdem ich im Laufe der Jahrzehnte rund 40 Bücher bei Großverlagen wie Readers Digest bis hin zum selbst verlegten E-Book bei Amazon publiziert habe, meine ich, sagen zu dürfen:

    a) die meisten (Groß)verlage kümmern sich intensiv nur um große Namen, die kleineren Autoren/Titel laufen schlicht mit und werben auch nicht individuell umworben. Entsprechend sind die Verkaufsauflagen selten > 3.000 Exemplare;

    b) 3.000 Eemplare bei Kindle zu verkaufen, ist keine große Hürde, wenn der Autor entsprechend vernetzt ist. Von meinen E-Books haben drei in nur einem Jahr diese Hürde genommen, eins davon liegt über 12.000 Exemplare. Rechne ich die 70 Prozent Honorar vom Ladenpreis gegen die Erlöse aus dem Holzbuchgeschäft, dann liegt das Elektrobuch ganz klar vorn.

    7. September 2012 | 14:10 

14 Pingbacks:

  1. [...] Blog vom Dresdner Verlag Voland und Quist wird eine Rechnung aus Sicht eines Verlages aufgemacht, um der teilweise unterstellten Behauptung, die Verlage würden den größten Teil des Kuchens für [...]

  2. [...] Gefunden bei Voland & Quist: Buchkalkulation – Was verdienen Autor und Verlag an Büchern?. [...]

  3. [...] Buchkalkulation – Was verdienen Autor und Verlag an Büchern? [...]

  4. [...] Zum Artikel im Blog von Voland & Quist [...]

  5. [...] ist hier einmal offengelegt. Interessant zu lesen – man lese auch die Kommentare! [...]

  6. [...] Was verdienen Autoren und Verlag an Büchern [...]

  7. [...] lesenswert finde ich folgenden über Irina gefundenen Artikel zur Buchkalkulation, insbesondere wegen der Diskussion in den Kommentaren. Natürlich haben Autoren [...]

  8. [...] “Buchkalkulation – Was verdienen Autor und Verlag an Büchern?” (26.4.2012, Voland & Quist, Blog) [...]

  9. [...] “Buchkalkulation – Was verdienen Autor und Verlag an Büchern?” (26.4.2012, Voland & Quist, Blog) [...]

  10. [...] machen. Vom Verlag Voland & Quist gibt es einen Blog-Eintrag zur Buchkalkulation: „Buchkalkulation – Was verdienen Autor und Verlag an Büchern?“. In den Kommentaren dort wird das Selfpublishing angesprochen, Interessenten sollten dazu gleich [...]

  11. [...] nun Druck, Lager und Transport an den Produktionskosten ausmachen. Nach langer Suche habe ich bei Voland & Quist zumindest mal eine Zahl gefunden, die da jetzt so ganz ungeprüft steht. Wenn ich die Euroangaben [...]

  12. […] dumm und dus­se­lig ver­die­nen. Einen inter­es­san­ten Ein­blick hierzu gibt es bei Voland & Quist, die ein­mal im Detail auf­ge­schlüs­selt haben, wel­cher Anteil des Ver­kaufs­prei­ses […]

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  1. Open Access…

    Vom Verlag Voland & Quist gibt es einen Blog-Eintrag zur Buchkalkulation: “Buchkalkulation – Was verdienen Autor und Verlag an Büchern?”….

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