<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Voland &#38; Quist &#187; Stiefbücher</title>
	<atom:link href="http://www.voland-quist.de/verlagsblog/category/stiefbucher/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://www.voland-quist.de</link>
	<description>Bücher zum Lesen und Hören</description>
	<lastBuildDate>Thu, 09 Feb 2012 08:56:54 +0000</lastBuildDate>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.0.3</generator>
		<item>
		<title>Buchempfehlung: “Der alltägliche Kampf”</title>
		<link>http://www.voland-quist.de/verlagsblog/buchempfehlung-der-alltagliche-kampf/</link>
		<comments>http://www.voland-quist.de/verlagsblog/buchempfehlung-der-alltagliche-kampf/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 14 Nov 2011 10:52:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sebastian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Stiefbücher]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.voland-quist.de/verlagsblog/buchempfehlung-der-alltagliche-kampf/</guid>
		<description><![CDATA[Sooooo, ich nehme mir hiermit vor, die vernachlässigte Rubrik »Stiefbücher« unseres Blogs wiederzubeleben. Zur Erinnerung: Hier haben wir Bücher vorgestellt, die wir so gut fanden, dass wir sie für unseren Verlag »adoptieren« würden. Den (Neu-)Anfang macht die Graphic Novel »Der alltägliche Kampf« von Manu Larcenet, erschienen im von uns sehr geschätzten Hause Reprodukt. Aufmerksam geworden [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Sooooo, ich nehme mir hiermit vor, die vernachlässigte Rubrik »<a href="http://www.voland-quist.de/verlagsblog/category/stiefbucher/" target="_blank">Stiefbücher</a>« unseres Blogs wiederzubeleben. Zur Erinnerung: Hier haben wir Bücher vorgestellt, die wir so gut fanden, dass wir sie für unseren Verlag »adoptieren« würden.</p>
<p>Den (Neu-)Anfang macht die Graphic Novel »<a href="http://www.reprodukt.com/product_info.php?products_id=412">Der alltägliche Kampf</a>« von Manu Larcenet, erschienen im von uns sehr geschätzten Hause <a title="Reprodukt" href="http://www.reprodukt.com" target="_blank">Reprodukt</a>. Aufmerksam geworden bin ich bei der Frankfurter Buchmesse, weil ich den Klappentext ansprechend fand (gut gemacht, liebe Kollegen! ;).</p>
<p>Für die Beschreibung des Protagonisten bediene ich mich mal beim <a href="http://www.tagesspiegel.de/kultur/comics/der-alltaegliche-kampf-und-ich/1403736.html" target="_blank">Tagesspiegel</a>:</p>
<blockquote><p>»Marco, ein Fotograf, vielleicht Ende 20, zieht aufs Land, weil er ›einfach keine Lust‹ mehr hat, für Kriegsberichterstattung um die Welt zu reisen. Über seinen Kater Adolf (der so heißt, weil er so kratzbürstig ist) lernt er die Tierärztin Emilie kennen. Seine Eltern, die er so selten besucht wie möglich, wünschen sich, dass er sich wieder einen festen Job sucht. Sein Psychoanalytiker hilft ihm mit seinen Angstattacken nicht wirklich weiter. Mit seinem Bruder Georges zockt er gerne Playstation und raucht ›Monstertüten‹.«</p></blockquote>
<p>Im Grunde dreht sich die Geschichte darum, wie Marco versucht, seinen Platz in der Welt zu finden; er hängt an seiner Unabhängigkeit, Neues scheint ihm immer erst mal Angst zu machen: z.B. seine Beziehung, als Emilie endlich mit ihm zusammenziehen möchte (Wieso etwas ändern, was gut ist, wie es ist?, fragt er sie), der Niedergang der Werft, auf der sein Vater gearbeitet und Freunde gefunden hatte (Marco dokumentiert diese in einem Bildband). Und schließlich sogar Emilies Kinderwunsch, den sie &#8230; nun ja, elegant löst: Sie stellt ihn vor Tatsachen. Später wird dann aber das Familienleben ausführlich geschildert, in dem Marco auch glücklich zu sein scheint. Die Kleine ist mittlerweile 2 Jahre alt.</p>
<p>Aber es warten neue Herausforderungen auf Marco: die Alzheimererkrankung des Vaters. Der freundliche alte Nachbar, der sich dann als Vorgesetzter des Vaters aus dem Algerienkrieg entpuppt. Nicolas Sarkozy gewinnt die Wahl, die Werft wird endgültig geschlossen usw.</p>
<p>In »Der alltägliche Kampf« wird ein »ganz normales« Leben im Verlauf einiger Jahre geschildert, und das passiert so menschlich klug, anrührend, spannend und nachdenklich machend, dass es eine Freude ist. Ein großartiges Buch.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter" src="http://www.voland-quist.de/relaunch/wp-content/uploads/2011/11/9783941099265.jpg" alt="Der alltägliche Kampf - Manu Larcenet" hspace="1" vspace="1" width="200" height="266" /></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.voland-quist.de/verlagsblog/buchempfehlung-der-alltagliche-kampf/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Junot Díaz: Das kurze wundersame Leben des Oscar Wao</title>
		<link>http://www.voland-quist.de/verlagsblog/junot-diaz-das-kurze-wundersame-leben-des-oscar-wao/</link>
		<comments>http://www.voland-quist.de/verlagsblog/junot-diaz-das-kurze-wundersame-leben-des-oscar-wao/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 30 Apr 2009 17:41:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Stiefbücher]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://voland-quist.de/verlagsblog/junot-diaz-das-kurze-wundersame-leben-des-oscar-wao/585/</guid>
		<description><![CDATA[Endlich wieder eine Buchrezension in unserer schönen Rubrik »Stiefbücher«. Um es gleich vorwegzunehmen: Dieser Roman hat mich umgehauen, nicht mal zwei Tage für 384 Seiten, ich konnte ihn einfach nicht weglegen. Es ist eine Familiensaga, ein politisch unkorrekter Immigrationsroman mit einem Schuss Magischem Realismus, dazu etwas Trashkultur und Pop. Junot Díaz hat für »Das kurze [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Endlich wieder eine Buchrezension in unserer schönen Rubrik »<a href="http://voland-quist.de/verlagsblog/category/stiefbucher/" target="_blank">Stiefbücher</a>«. Um es gleich vorwegzunehmen: Dieser Roman hat mich umgehauen, nicht mal zwei Tage für 384 Seiten, ich konnte ihn einfach nicht weglegen. Es ist eine Familiensaga, ein politisch unkorrekter Immigrationsroman mit einem Schuss Magischem Realismus, dazu etwas Trashkultur und Pop. Junot Díaz hat für »<a href="http://www.amazon.de/gp/product/3100139208?ie=UTF8&amp;tag=wwwvolandquis-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3100139208" target="_blank">Das kurze wundersame Leben des Oscar Wao</a>« (Amazon Partnerlink) den Pulitzerpreis 2008 bekommen.</p>
<p><strong>Zum Inhalt:</strong></p>
<p>Alles Negative, was im Leben so passiert, ist für einen Dominikaner erklärbar mit »fukú«, dem Todesfluch. Und der Diktator Rafael Leónidas Trujillo Molina, der die karibische Insel mehr als 30 Jahre lang terrorisiert hat, ist der Hohepriester des Fukú. Alle seine Feinde trifft der Fluch. Logisch, dass so auch der Mord an Kennedy (der mal ein Attentat auf Trujillo befahl) und der Vietnamkrieg (wegen Lyndon B. Johnsons illegaler Invasion der Dominikanischen Republik) erklärt werden kann. Fukú spielt im Roman jedenfalls eine wichtige Rolle.</p>
<p>Oscar ist zu Beginn seines Lebens ein »richtiger Kindergarten-Casanova«, ein typischer dominikanischer Mann (wie der Autor selbst konstatiert), bereits mit sieben Jahren hat er mehrere Freundinnen und ist der verwöhnte Mittelpunkt seiner Familie. Doch nur wenige Jahre später ist der Spaß vorbei: Er wird fett, richtig fett. Und das heißt: keine Mädchen mehr, keine richtigen Freunde, er ist einfach uncool, eine Witzfigur. Ihm bleibt nur die Flucht ins Nerdige: Comics, Rollenspiele und Science Fiction. Dummerweise wird er gleichzeitig von einem unbändigen Verlangen gemartert, er sehnt sich nach Mädchen. Schlimm, dass seine ältere Schwester mit wahrhaft begehrenswerten jungen Frauen befreundet ist, die, wenn sie zusammen  joggen gehen, aussehen »wie das Sprinterteam im Paradies für Terroristen«, und deren Gespräche über Jungs und Sex der arme Oscar miterleiden muss. Er flüchtet sich immer mehr in seine Parallelwelt und bringt es darin zu einiger Meisterschaft. Alles scheint darauf hinauszulaufen, dass er der erste männliche Dominikaner wird, der als Jungfrau stirbt.</p>
<p>Der erste Teil des Buches ist schreiend komisch, erst nach und nach entfaltet Juno Diaz dann die gesamte tragische Geschichte von Oscars Familie. Und obwohl der Ton locker und schnodderig bleibt, erfährt man auf diese Weise mehr als genug herzzereißend Trauriges über das Leben in einer fast surrealen, extrem gewälttätigen Diktatur.</p>
<p>Da ist Oscars bereits erwähnte Schwester Lola, die unter der dominanten Mutter Beli leidet und als Teenager von zuhause abhaut. Beli wiederum hat von Kindesbeinen immerzu kämpfen müssen (was sie aber auch hart und willenstark gemacht hat), sie wurde als Kleinkind nach dem Tod der Eltern versklavt, später zum Glück von einer Tante aufgespürt und großgezogen. Dann gerät sie jedoch an einen Gangster, der sich erfolgreich in der Diktatur behauptet. Beli wandert schließlich in die USA aus, wo sie eine Familie gründet: Oscar und seine Schwester werden hier geboren.</p>
<p>Oscars Großvater Abelard ist ein erfolgreicher und berühmter Arzt und entstammt einer der vornehmsten Familien des Landes. Mut zeichnet ihn nicht gerade aus, er hat sich eingerichtet und bleibt unter dem Radar des Diktators. Irgendwann bekommt er jedoch ein ernsthaftes Problem: eine seiner Töchter wird wunderschön  was den Appetit des Diktators entfacht, der alle Frauen im Land quasi als sein Eigentum betrachtet. Zu diesem Zweck beschäftigt er Spione, die ihm junge Frauen aus dem ganzen Land zuführen. Abelard schafft es eine Weile, seine Töchter zu verstecken. Doch als ihn und seine Familie schließlich eine Einladung  zu einer Party eines Nachbarn erreicht, wo auch Trujillo erscheinen soll, ist ihm klar, worum es geht. Ein einziges Mal beweist er Mut  und geht allein. Ein großer Fehler.</p>
<p>Aber ich will hier nicht zuviel verraten. Eine wichtige Rolle spielt noch der Erzähler des Buches namens Yunior, ein bindungsunfähiger Frauenheld, der auch eine Zeitlang mit Oscars stolzer Schwester zusammen ist, diese aber natürlich betrügt. Er und Oscar lernen sich am College kennen, und er versucht ihm dabei zu helfen, endlich seine Jungfräulichkeit zu verlieren. Ob es klappt, und was im Laufe der Geschichte mit Oscar geschieht, behalte ich hier für mich.</p>
<p><strong>Fazit:</strong></p>
<p>Das kurze wundersame Leben des Oscar Wao ist ein furioser Roman, spannend, tragikomisch, drastisch, surreal, auch sehr lustig und sprühend vor Sprachwitz. Die Erzählkonstruktion (Rückblenden, Wechsel der Erzählperspektiven und Zeitsprünge) ist komplex, funktioniert aber bestens, die Familiengeschichte ist sehr gut nachvollziehbar. Díaz&#8217; lakonische, an Slang und Popkultur geschulte Sprache hat mir ebenfalls gefallen. Sehr gut fand ich z.B. die Idee, immer wieder spanisch-dominikanische Slangbegriffe einzuflechten, was die Authentizität erhöht. (Es gibt aber ein umfassendes Glossar). Das Lesen macht jedoch auch fassungslos und traurig, man leidet mit einzelnen Figuren und deren Schicksal. Und nebenbei lernt man kopfschüttelnd ein kleines karibisches Land und seine neuere Geschichte kennen.</p>
<p align="center"><img src="http://www.voland-quist.de/relaunch/wp-content/uploads/2009/04/cover-oscarwao.jpg" alt="Das kurze wundersame Leben des Oscar Wao - Juno Diaz" width="300" height="299" /></p>
<p>Die Zeit hat übrigens eine so schöne und treffende Beschreibung <a href="http://www.zeit.de/2009/12/L-Diaz" target="_blank">gefunden</a>, dass ich sie abschließend hier zitieren muss:</p>
<blockquote><p>»Es ist eine Saga, ein monumentaler Familienroman, ein Immigrantenepos, eine von tausend fremden Kulturen aufgeladene, literarische Soap, eine karibische Liebesgeschichte, ein eklektizistisches Wunder: die Story eines Jungen und seiner Schwester, deren Eltern und deren Eltern, eine Geschichte der Dominikanischen Republik und des mörderischen Diktators Rafael Leónidas Trujillo Molina, eine Geschichte von Flüchen, Aberglauben, der Gier nach Sex, eine Geschichte der Landflucht, der neuen und der alten Heimat, des Rassismus, der Demütigung durch Gedemütigte, der Sehnsucht nach Nähe, der Sehnsucht, dass man irgendwann einmal in den Nacken eines Menschen atmen darf, den man liebt: vielleicht nicht mehr in diesem Leben, nicht mehr in diesem &#8230; Hier ist magischer Realismus des dritten Jahrtausends, Gabriel García Márquez auf Speed.«</p></blockquote>
<p>Junot Díaz: <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3100139208?ie=UTF8&amp;tag=wwwvolandquis-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3100139208" target="_blank">Das kurze wundersame Leben des Oscar Wao</a> (Amazon Partnerlink), Roman; aus dem Englischen von Eva Kemper; Fischer Verlag, 2009; 381 S., 19,95 </p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.voland-quist.de/verlagsblog/junot-diaz-das-kurze-wundersame-leben-des-oscar-wao/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>5</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Rezension Tschador von Murathan Mungan</title>
		<link>http://www.voland-quist.de/verlagsblog/rezension-tschador-von-murathan-mungan/</link>
		<comments>http://www.voland-quist.de/verlagsblog/rezension-tschador-von-murathan-mungan/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 18 Dec 2008 16:19:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sebastian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Stiefbücher]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://voland-quist.de/verlagsblog/rezension-tschador-von-murathan-mungan/355/</guid>
		<description><![CDATA[Vielleicht passend zur finalen Geschenkehatz, möchte ich euch hier ein neues Buch in unserer Rubrik »Stiefbücher« vorstellen: den Roman Tschador von Murathan Mungan (Amazon-Link). Ein zwar schmales, aber sehr dichtes und orientalisch-poetisches Buch. Ein Mann, Akhbar, kommt in sein vor langer Zeit verlassenes Heimatdorf, um seine Familie und seine Jugendliebe zu besuchen. Erinnerungen an die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vielleicht passend zur finalen Geschenkehatz, möchte ich euch hier ein neues Buch in unserer Rubrik »Stiefbücher« vorstellen: den Roman <a target="_blank" title="Mungan - Tschador" href="http://www.amazon.de/gp/product/3936738416?ie=UTF8&#038;tag=wwwvolandquis-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;creativeASIN=3936738416">Tschador von Murathan Mungan</a> (Amazon-Link). Ein zwar schmales, aber sehr dichtes und orientalisch-poetisches Buch.</p>
<p>Ein Mann, Akhbar, kommt in sein vor langer Zeit verlassenes Heimatdorf, um seine Familie und seine Jugendliebe zu besuchen. Erinnerungen an die Kindheit begleiten ihn. Doch ist alles anders, als er es sich vorstellt: Die Straßen leer und staubgrau, Frauen fast nie zu sehen und wenn, dann streng verschleiert, die Leute abweisend und ängstlich. Es ist von einem zurückliegenden Krieg die Rede, in der die »Soldaten des Islam« gesiegt und einen islamistischen Staat etabliert haben (Afghanistan?).</p>
<p>Seine Familie wohnt nicht mehr im alten Haus, die neuen Bewohner wissen nicht, wohin sie verschwunden sind. Akhbar macht sich auf die Suche, klopft an zig Türen, fragt auf den Märkten nach, findet aber keinen einzigen handfesten Hinweis auf den Verbleib von Mutter, Schwester oder seiner Jugendliebe. Nur soviel: der Bruder ist wahrscheinlich im Kampf für die Gotteskrieger gefallen.</p>
<p>Einsamkeit sowie die Farb- und Frauenlosigkeit des Lebens quälen ihn zunehmend und er flüchtet in eine Fantasiewelt, in der ihm sogar die Burka (auch Tschador genannt) als verlockendes (Ver-)Kleidungsstück erscheint.</p>
<p>Ich kann das Buch nur empfehlen: wegen seiner poetischen Sprache, den starken Bildern und seiner beeindruckenden Athmosphäre. Außerdem ist es ein kluges und anschauliches Plädoyer gegen den Fundamentalismus. Ein Buch, das bei mir lange nachgewirkt hat.</p>
<p align="center"><img height="240" width="240" alt="Mungan - Tschador" src="http://voland-quist.de/verlagsblog/wp-content/uploads/2008/12/mungan-tschador.jpg" /></p>
<p><a target="_blank" title="Mungan - Tschador" href="http://www.amazon.de/gp/product/3936738416?ie=UTF8&#038;tag=wwwvolandquis-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;creativeASIN=3936738416"><font color="blue">Murathan Mungan, Tschador</font></a> (Amazon-Link). Roman. Aus dem Türkischen von Gerhard Meier. Blumenbar Verlag, München 2008. 128 Seiten, 15,90 .</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.voland-quist.de/verlagsblog/rezension-tschador-von-murathan-mungan/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>2</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Ivana Sajko &#8211; Rio Bar</title>
		<link>http://www.voland-quist.de/verlagsblog/ivana-sajko-rio-bar/</link>
		<comments>http://www.voland-quist.de/verlagsblog/ivana-sajko-rio-bar/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 26 Sep 2008 09:45:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sebastian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Stiefbücher]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://voland-quist.de/verlagsblog/ivana-sajko-rio-bar/322/</guid>
		<description><![CDATA[Rio Bar ist nicht leicht zu lesen: Es gibt keine lineare Handlung, viele erschütternde Bilder, verwirrende Perspektiv- und Zeitebenenwechsel. Dass Ivana Sajko vom Theater kommt, merkt man der Struktur des Romans an, die verschiedenen Kapitel sind als eigenständige Szenen konzipiert, erst nach einiger Zeit ergibt sich ein Gesamtbild. Trotzdem ist Rio Bar ein bemerkenswertes und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a title="Rio Bar" href="http://www.amazon.de/gp/redirect.html?ie=UTF8&#038;location=http%3A%2F%2Fwww.amazon.de%2FRio-Bar-Ivana-Sajko%2Fdp%2F3882217154%2F&#038;site-redirect=de&#038;tag=wwwvolandquis-21&#038;linkCode=ur2&#038;camp=1638&#038;creative=6742" target="_blank">Rio Bar</a> ist nicht leicht zu lesen: Es gibt keine lineare Handlung, viele erschütternde Bilder, verwirrende Perspektiv- und Zeitebenenwechsel. Dass <a href="http://www.matthes-seitz-berlin.de/scripts/autoren/autor.php?ID=23" target="_blank">Ivana Sajko</a> vom Theater kommt, merkt man der Struktur des Romans an, die verschiedenen Kapitel sind als eigenständige Szenen konzipiert, erst nach einiger Zeit ergibt sich ein Gesamtbild. Trotzdem ist Rio Bar ein bemerkenswertes und sehr zu empfehlendes Buch. Voller Wut und Verzweiflung, aber auch voll subtilem bitterem Humor, der sich z.B. im von der Autorin verwendeten Jargon ausdrückt.</p>
<p>Was mich vor allem beeindruckt hat, ist die eigenwillige, expressive Sprache und die vielen beklemmend-eindrücklichen Szenen. So wird gleich zu Beginn eine Hochzeitsgesellschaft von einem Bombenangriff zerfetzt (»Die Trauzeugen liegen zerrissen herum.«). Die Braut verliert ihren frisch angetrauten Ehemann. Sie flüchtet in einen Schutzkeller, dann in ein Flüchtlingscamp. Später ist sie in einer Stadt am Meer (»die schööönste Stadt«, »das blaaauste Meer«), wo sie in der »Rio Bar« sitzt, sich errinnert und exzessiv mit Alkohol betäubt. Dort versucht sie auch, ein »Drama für acht Schauspielerinnen in Brautkleidern« zu schreiben. Die hier genannten Beispiele verdeutlichen die Zeitebenen des Buches: der Krieg selbst und eine von Misstrauen, Nationalstolz und Fremdenhass bestimmte Gesellschaft der Nachkriegszeit einige Jahre später (verstörend die Szene, wo in einer Disko ein paar Ausländer von einem Mob verprügelt werden).</p>
<p>Sajko findet in <a title="Rio Bar" href="http://www.amazon.de/gp/redirect.html?ie=UTF8&#038;location=http%3A%2F%2Fwww.amazon.de%2FRio-Bar-Ivana-Sajko%2Fdp%2F3882217154%2F&#038;site-redirect=de&#038;tag=wwwvolandquis-21&#038;linkCode=ur2&#038;camp=1638&#038;creative=6742" target="_blank">Rio Bar</a> eine Form, mit der sie dem Leser die Folgen des Krieges drastisch vor Augen führt.</p>
<p align="center"><a title="Rio Bar" href="http://www.amazon.de/gp/redirect.html?ie=UTF8&#038;location=http%3A%2F%2Fwww.amazon.de%2FRio-Bar-Ivana-Sajko%2Fdp%2F3882217154%2F&#038;site-redirect=de&#038;tag=wwwvolandquis-21&#038;linkCode=ur2&#038;camp=1638&#038;creative=6742" target="_blank"><img height="180" alt="Ivana Sajko - Rio Bar" src="http://voland-quist.de/verlagsblog/wp-content/uploads/2008/09/ivanasajko-riobar.jpg" width="180" /></a></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.voland-quist.de/verlagsblog/ivana-sajko-rio-bar/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Clemens Meyer &#8211; Die Nacht, die Lichter</title>
		<link>http://www.voland-quist.de/verlagsblog/clemens-meyer-die-nacht-die-lichter/</link>
		<comments>http://www.voland-quist.de/verlagsblog/clemens-meyer-die-nacht-die-lichter/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 21 May 2008 16:04:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sebastian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Stiefbücher]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://voland-quist.de/verlagsblog/clemens-meyer-die-nacht-die-lichter/281/</guid>
		<description><![CDATA[Wir lesen natürlich nicht nur unsere eigenen Bücher, deshalb hier endlich wieder eine kleine Rezension für unsere Rubrik »Stiefbücher«. Der Leipziger Schriftsteller Clemens Meyer beleuchtet in seinem aktuellen Buch Die Nacht, die Lichter wie schon in seinem Erfolgsroman Als wir träumten wieder die Welt der Menschen am Rand der Gesellschaft, ihnen gilt seine Sympathie. Insgesamt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wir lesen natürlich nicht nur unsere eigenen Bücher, deshalb hier endlich wieder eine kleine Rezension für unsere Rubrik »<a href="http://voland-quist.de/verlagsblog/category/stiefbucher/">Stiefbücher</a>«.</p>
<p align="center"><a title="Clemens Meyer - Die Nacht die Lichter - Stories" href="http://www.amazon.de/gp/redirect.html?ie=UTF8&#038;location=http%3A%2F%2Fwww.amazon.de%2FDie-Nacht-die-Lichter-Stories%2Fdp%2F3100486013%3Fie%3DUTF8%26qid%3D1204660586%26sr%3D1-1&#038;site-redirect=de&#038;tag=wwwvolandquis-21&#038;linkCode=ur2&#038;camp=1638&#038;creative=6742" target="_blank"><img height="250" alt="Clemens Meyer Die Nacht die Lichter" src="http://voland-quist.de/verlagsblog/wp-content/uploads/2008/05/clemensmeyer_dienachtdielichter.jpg" width="250" /></a></p>
<p>Der Leipziger Schriftsteller <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Clemens_Meyer" target="_blank">Clemens Meyer</a> beleuchtet in seinem aktuellen Buch <a title="Clemens Meyer - Die Nacht die Lichter bei Fischer" href="http://www.amazon.de/gp/redirect.html?ie=UTF8&#038;location=http%3A%2F%2Fwww.amazon.de%2FDie-Nacht-die-Lichter-Stories%2Fdp%2F3100486013%3Fie%3DUTF8%26qid%3D1204660586%26sr%3D1-1&#038;site-redirect=de&#038;tag=wwwvolandquis-21&#038;linkCode=ur2&#038;camp=1638&#038;creative=6742" target="_blank">Die Nacht, die Lichter</a> wie schon in seinem Erfolgsroman <a title="Clemens Meyer - Roman Als wir träumten" href="http://www.amazon.de/gp/redirect.html?ie=UTF8&#038;location=http%3A%2F%2Fwww.amazon.de%2Ftr%C3%A4umten-Fischer-Taschenb%C3%BCcher-Allgemeine-Reihe%2Fdp%2F3596173051%3Fie%3DUTF8%26qid%3D1204660586%26sr%3D1-1&#038;site-redirect=de&#038;tag=wwwvolandquis-21&#038;linkCode=ur2&#038;camp=1638&#038;creative=6742" target="_blank">Als wir träumten</a> wieder die Welt der Menschen am Rand der Gesellschaft, ihnen gilt seine Sympathie. Insgesamt hat er 15 »Stories« in diesem Buch versammelt, für das er auch den Preis der Leipziger Buchmesse erhielt.</p>
<p>Seine Figuren wachsen einem sofort ans Herz. Da ist der Hundebesitzer, der sein letztes Geld beim Pferderennen verwettet, um seinen kranken Hund zu retten. Dann der schwarze Boxer aus Holland, einer jener, die man holt um zu verlieren und so junge Boxer aufzubauen. (Er gewinnt, wird dann aber in einer sehr starken nächtlichen Szene erst von Freunden seines Kampfgegners und dann auch noch von Nazis durch die Straßen gejagt.) Oder es geht um einen Arbeitslosen, der sich in die Ferne zu einem alten Freund träumt. Außerdem spielen Kleinkriminelle, Gabelstaplerfahrer, Knastis, Lehrer eine Rolle, meist Menschen am Rande des Abgrunds. Aber Clemens Meyer erzählt ohne Larmoyanz, ohne den sozialkritisch erhobenen Zeigefinger. Und doch: »Meyer zeichnet ein scharfes Bild unserer sozialen Verhältnisse« (Die Zeit).</p>
<p>Wie er mit wenigen Sätzen, zarten Pinselstrichen geradezu, Milieus beschreibt, Personen charakterisiert, Dinge andeutet, ist wirklich meisterhaft: Er muss nichts erklären, es genügen ein paar Andeutungen, um eine Welt zu erschaffen. Das klingt z.B. so:</p>
<blockquote><p>»Es ist die letzte Nacht, die ich habe, aber das sage ich ihr nicht, und wir laufen durch die Straßen, und ich blicke auf die Lichter und dann auf sie, denn sie ist genauso schön wie früher, als wären wir immer noch fünfzehn, sechzehn, nein, sie war dreizehn gewesen, und irgendwie ist ein Teil von damals noch in ihr, und ich blicke auf die Lichter und erzähle so dies und das.« (Die Nacht, die Lichter)</p></blockquote>
<p>Oder so:</p>
<blockquote><p>»Die Nächte in den Zügen. Das ist das, woran ich noch oft denken muss. Manchmal, in meinen Träumen, bin ich wieder in den Zügen, fahre mit dem Blonden von Stadt zu Stadt. Draußen sind die Lichter, wir trinken Bier oder Whisky, meistens schweigen wir, selten machen wir Pläne, zählen unser Geld.« (Wir reisen)</p></blockquote>
<p>Oft sind es aber auch die Auslassungen, die alles sagen, so ist z.B. klar, dass die Nachbarn am Monatsende immer zuhause sind, weil ihr Geld alle ist.</p>
<p><a title="Clemens Meyer - Die Nacht die Lichter" href="http://www.amazon.de/gp/redirect.html?ie=UTF8&#038;location=http%3A%2F%2Fwww.amazon.de%2FDie-Nacht-die-Lichter-Stories%2Fdp%2F3100486013%3Fie%3DUTF8%26qid%3D1204660586%26sr%3D1-1&#038;site-redirect=de&#038;tag=wwwvolandquis-21&#038;linkCode=ur2&#038;camp=1638&#038;creative=6742" target="_blank">Die Nacht, die Lichter</a> ist nicht zuletzt hochspannend (was mir ein gewisses Schlafdefizit während der Lektüre verschafft hat). Bis zur letzten Zeile einer Geschichte erwartet man noch etwas, es gibt ein ständiges Gefühl von Bedrohung, als könnten Dinge geschehen, die das kleine Glück der Protagonisten gleich wieder außer Reichweite schaffen. Man kann das Ende der Stories aus diesem Grund kaum erwarten.</p>
<p>Clemens Meyer selbst sprach mal davon, dass Erzählungen für ihn wie »die Spitze eines Eisbergs« oder »kleine Romane« sein sollen, wobei der größte Teil der Story jedoch »unter Wasser liegt«. Das hat er sehr gut umgesetzt, seine Geschichten deuten an, das meiste entsteht aber im Kopf des Lesers.</p>
<p>Und auch wenn er sich oft des Vorwurfs seitens bestimmter Journalisten erwähren muss: Nein, er ist kein Proletenschriftsteller, der nur über »sein« Milieu schreiben kann. Wie schon gesagt, einem gewissen Milieu gehört seine Sympathie, aber er hat auch als Schriftsteller wirklich etwas drauf. Das hat er mit dem berühmt-berüchtigten schwierigen Zweitling m.E. deutlich unter Beweis gestellt.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.voland-quist.de/verlagsblog/clemens-meyer-die-nacht-die-lichter/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Traute Vielsamkeit</title>
		<link>http://www.voland-quist.de/verlagsblog/traute-vielsamkeit/</link>
		<comments>http://www.voland-quist.de/verlagsblog/traute-vielsamkeit/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 04 Apr 2008 12:34:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Leif</dc:creator>
				<category><![CDATA[Stiefbücher]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://voland-quist.de/verlagsblog/traute-vielsamkeit/264/</guid>
		<description><![CDATA[Obwohl auf der Buchmesse recht wenig Zeit zum Schlendern und Kollegentreffen war, haben sich auch so etliche Tauschgeschäfte ergeben. In den nächsten Wochen werden wir die einzelnen Bücher vorstellen. Voland &#038; Quist Shortlist Buchmesse Frühjahr 2008: Mawil &#8211; Action Sorgenkind (u.a. mit einem Text von Jochen Schmidt) Nenad Popovic  Kein Gott in Susedgrad Julia [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div style="text-align: center"><img id="image263" alt="trautevielsamkeit.jpg" src="http://www.voland-quist.de/relaunch/wp-content/uploads/2008/04/trautevielsamkeit.jpg" /></div>
<p>Obwohl auf der Buchmesse <a href="http://voland-quist.de/verlagsblog/ruckblick-leipziger-buchmesse-2008/261/">recht wenig Zeit zum Schlendern und Kollegentreffen war</a>, haben sich auch so etliche Tauschgeschäfte ergeben. In den nächsten Wochen werden wir die einzelnen Bücher vorstellen. Voland &#038; Quist Shortlist Buchmesse Frühjahr 2008:<br />
<a target="_blank" href="http://www.reprodukt.com/product_info.php?products_id=258"> Mawil &#8211; Action Sorgenkind</a> (u.a. mit einem Text von Jochen Schmidt)<br />
<a target="_blank" href="http://www.schoeffling.de/content/buecher/410.html">Nenad Popovic  Kein Gott in Susedgrad</a><br />
<a target="_blank" href="http://www.radikalverliebt.de/">Julia Schoch &#8211; Steltz &#038; Brezoianu</a><br />
<a target="_blank" href="http://www.schoeffling.de/content/buecher/413.html">Miljenko Jergovi?  Das Walnusshaus</a><br />
<a target="_blank" href="http://www.lilienfeld-verlag.de/">Otto E. Ehlers &#8211; Samoa. Perle der Südsee</a><br />
und schließlich die signierte Ausgabe von <a target="_blank" href="http://www.kunstmann.de/cgi-bin/WebObjects/TXTSVKunstmann2.woa/32/wo/LE551GpT5nm42RrRwJ71cH1yKHb/2.0.SuperPage.15.1.7.3.WOComponentContent.1.7.1.3.1.0.BoxArticleTeaser.1.1.0">Franz Dobler &#8211; Aufräumen<br />
</a></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.voland-quist.de/verlagsblog/traute-vielsamkeit/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>2</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Jurij Andruchowytschs Moscoviada</title>
		<link>http://www.voland-quist.de/verlagsblog/jurij-andruchowytschs-moscoviada/</link>
		<comments>http://www.voland-quist.de/verlagsblog/jurij-andruchowytschs-moscoviada/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 10 Dec 2006 18:10:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sebastian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Stiefbücher]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://voland-quist.de/verlagsblog/jurij-andruchowytschs-moscoviada/90/</guid>
		<description><![CDATA[Zeit mal wieder über ein Buch zu schreiben, das mir sehr gefallen hat und gern auch in unserem Verlag hätte erscheinen können: Jurij Andruchowytschs Moscoviada (Suhrkamp 2006) ist das neueste Buch für unsere Blog-Rubrik Stiefbücher. Der Protagonist Otto von F., ein gewitzter, patriotischer aber träger Student im Moskau des Jahres 1992 und lebt im Dichter-Wohnheim [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Zeit mal wieder über ein Buch zu schreiben, das mir sehr gefallen hat und gern auch in unserem Verlag hätte erscheinen können: <a title="Jurij Andruchowytsch" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Andruchowytsch" target="_blank">Jurij Andruchowytschs </a> <a title="Moscoviada bei Suhrkamp" href="http://www.suhrkamp.de/titel/titel.cfm?bestellnr=41826&#038;hl=andruchowytsch" target="_blank">Moscoviada</a> (<a title="Suhrkamp Verlag" href="http://www.suhrkamp.de/" target="_blank">Suhrkamp</a> 2006) ist das neueste Buch für unsere Blog-Rubrik Stiefbücher.</p>
<p>Der Protagonist Otto von F., ein gewitzter, patriotischer aber träger Student im Moskau des Jahres 1992 und lebt im Dichter-Wohnheim des Gorki-Instituts, einer Art Kaderschmiede für angehende sowjetische Schriftsteller. Als Ukrainer ist er dort nur einer unter vielen größtenteils skurrilen Vertretern der Republiken des maroden Imperiums.</p>
<p>An einem regnerischen Tag im Mai driftet er durch ein grotesk apokalyptisches Moskau, besäuft sich mit Freunden in eine üblen Trinkhalle, hat Sex mit diversen Frauen, versucht seinen Freund Kyrylo zu besuchen, mit dem er eine &#8220;progressive ukrainische Zeitschrift&#8221; herausgeben will, landet stattdessen in einem gigantischen Kinderkaufhaus, in dem es nur ein Produkt gibt, von dort in der Kanalisation, wo er sich prügelt und schließlich vom KGB aufgegriffen und angeblich an monströse Ratten verfüttert werden soll. Es gelingt die Flucht durch eine dreiste Maskerade. Aber statt in der Freiheit der Oberwelt landet er in einem surrealen Geheimkongress wo Lenin, Dserschinski, Katharina II, diverse Generäle und andere Maßnahmen zur Wiederbelebung des Sowjetreiches diskutieren. Sie wollen den nach Unabhängigkeit strebende Republiken ebendiese &#8220;schenken&#8221;, d.h. dem (beförderten) Chaos überlassen und/oder Marionettenregierungen installieren, die die Demokratie diskreditieren sollen. So dass die &#8220;freien&#8221; Völker sich nach der alten Zeit zurücksehnen und freiwillig in den Schoß eines neuen alten Imperiums zurückkehren.</p>
<p>Andruchowytsch, der ja auch mit seiner kritischen Dankesrede zur Verleihung des Leipziger Buchpreis für Europäische Verständigung 2006 Aufsehen erregte (er kritisierte die durch die EU nicht vollzogene Anerkennung der Ukraine als europäisches Land, z.B. mittels einer diskriminierenden Visa-Praxis), bewies sich schon in diesem frühen Werk als kluger politischer Kopf mit fast prophetischen Gaben, wenn man sich Russland heute unter Putin anschaut.</p>
<p>Trotz seines ernsten Hintergrundes ist Moscoviada rasant und mitreißend geschrieben, voller witziger, pointierter Dialoge und ein so sprudelnder Quell an originellen Ideen/Schauplätzen/Figuren, dass man einfach nur staunen kann.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.voland-quist.de/verlagsblog/jurij-andruchowytschs-moscoviada/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Mara-Cassens-Preis an Clemens Meyer</title>
		<link>http://www.voland-quist.de/verlagsblog/mara-cassens-preis-an-clemens-meyer/</link>
		<comments>http://www.voland-quist.de/verlagsblog/mara-cassens-preis-an-clemens-meyer/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 24 Nov 2006 18:00:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sebastian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Literaturpreise]]></category>
		<category><![CDATA[Stiefbücher]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://voland-quist.de/verlagsblog/mara-cassens-preis-an-clemens-meyer/85/</guid>
		<description><![CDATA[[via Lotree's Bücherblog] Clemens Meyer erhält für sein Romandebüt &#8220;Als wir träumten&#8221; den mit 10.000 Euro dotierten &#8220;Mara-Cassens-Preis für den ersten Roman&#8221; des Hamburger Literaturhauses. Die Preisverleihung findet am 11.01.07 statt. Aus der Begründung der Jury: Spannung von der ersten bis zur letzten von mehr als 500 Seiten, die man in einem Sitz lesen kann [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>[via<a href="http://bublo.de/?p=686" target="_blank"> Lotree's Bücherblog</a>] Clemens Meyer erhält für sein Romandebüt &#8220;Als wir träumten&#8221; den mit 10.000 Euro dotierten <a href="http://www.literaturhaus1-hamburg.de/0.3.6.php" target="_blank">&#8220;Mara-Cassens-Preis für den ersten Roman&#8221;</a> des Hamburger Literaturhauses. Die Preisverleihung findet am 11.01.07 statt.</p>
<p>Aus der Begründung der Jury: Spannung von der ersten bis zur letzten von mehr als 500 Seiten, die man in einem Sitz lesen kann und muss; authentischen Einblick in einen kaum je literarisch beleuchteten Rand der Gesellschaft; glaubhafte Schilderung einer verlorenen Jugend im Leipzig der Wendezeit, die sich in ihren Riten und ihrem Ehrenkodex Würde bewahrt; plastisch gezeichnete Figuren in Szenen von brutalem Realismus, umwerfender Komik und überraschender Zärtlichkeit; eine Sprache, die immer den genau richtigen Ton trifft, nie zu hoch, nie zu flach greift: Dies alles dankt die Jury des Mara- Cassens-Preises Clemens Meyer und seinem Romanerstling ,Als wir träumten.</p>
<p>Warum das hier in unserem Blog steht? Weil &#8220;Als wir träumten&#8221; eines unserer Lieblingsbücher 2006 war. Herzlichen Glückwunsch, Clemens!</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.voland-quist.de/verlagsblog/mara-cassens-preis-an-clemens-meyer/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Lesung mit Uljana Wolf</title>
		<link>http://www.voland-quist.de/verlagsblog/lesung-mit-uljana-wolf/</link>
		<comments>http://www.voland-quist.de/verlagsblog/lesung-mit-uljana-wolf/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 26 Oct 2006 15:41:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Leif</dc:creator>
				<category><![CDATA[Stiefbücher]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://voland-quist.de/verlagsblog/lesung-mit-uljana-wolf/62/</guid>
		<description><![CDATA[Gestern war eine Lesung von Uljana Wolf in der Dresdner Buchhandlung Lesezeichen. Erfrischend war ihr Auftreten. Sowohl ihre Texte wie auch ihre Vortragsweise kann man nur als sehr präsent bezeichnen. Die Vorrede vom Herausgeber der Zeitschrift Ostragehege hätte etwas kürzer ausfallen können, aber gut. Im Vergleich zu ihrem Auftritt auf der Leseinsel der Jungen Verlage [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gestern war eine Lesung von <a target="_blank" href="http://www.poetenladen.de/uljana-wolf.html">Uljana Wolf</a>  in der Dresdner Buchhandlung <a target="_blank" href="http://www.buchlesen.de/">Lesezeichen</a>. Erfrischend war ihr Auftreten. Sowohl ihre Texte wie auch ihre Vortragsweise kann man nur als sehr präsent bezeichnen. Die Vorrede vom Herausgeber der Zeitschrift <a title="Ostragehege" target="_blank" href="http://www.ostra-gehege.de">Ostragehege</a> hätte etwas kürzer ausfallen können, aber gut. Im Vergleich zu ihrem Auftritt auf der Leseinsel der Jungen Verlage auf der Leipziger Buchmesse war gestern eine ruhigere Atmosphäre, also eine Stimmung, die eigentlich dem Eintauchen dienlich ist.  Wenn dann aber  ein Jünger der Tuning- und Außenbassfraktion vor der Buchhandlung ein Ründchen dreht oder links und rechts von einem permanentes Grollen und Fauchen aus den Tiefen der Eingeweide dringt, dann ist ein normaler Murmelteppich doch angenehmer. Ihr wirklich schön gestaltetes Buch <a target="_blank" href="http://www.perlentaucher.de/buch/22917.html">&#8220;kochanie ich habe brot gekauft&#8221;</a> ist übrigens bei <a target="_blank" href="http://www.kookbooks.de/">kookbooks</a> erschienen.</p>
<p align="center"><img src="http://www.kookbooks.de/img/authors/uljana-wolf.jpg" /></p>
<p>Die anschließende Kneipentour ging recht rasch zu Ende. Das Hebedas war mehr als gefüllt. Ein Zustand der sonst nur am Wochenende zu erleben ist. Noch ein halbes Pils mit Kay und Frank im Bottoms Up und dann schnell zum Wilden Mann.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.voland-quist.de/verlagsblog/lesung-mit-uljana-wolf/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Saša Stanišić im Horns Erben Leipzig</title>
		<link>http://www.voland-quist.de/verlagsblog/saa-stanii263-im-horns-erben-leipzig/</link>
		<comments>http://www.voland-quist.de/verlagsblog/saa-stanii263-im-horns-erben-leipzig/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 14 Oct 2006 09:42:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sebastian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Stiefbücher]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://voland-quist.de/verlagsblog/saa-stanii263-im-horns-erben-leipzig/52/</guid>
		<description><![CDATA[Hiermit eröffnen wir mal eine neue Rubrik in diesem Blog: &#8220;Stiefbücher&#8221;, d.h. Bücher die wir gut finden, auch wenn sie nicht bei uns erschienen sind. (Aber gerne bei uns hätten erscheinen können ;-) ). Ich war nämlich gestern bei der Lesung von Saa Stanii? im Horns, organisiert von voneinander hören. An seinem Roman &#8220;Wie der Soldat das Grammofon repariert&#8221; kam man [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Hiermit eröffnen wir mal eine neue Rubrik in diesem Blog: &#8220;Stiefbücher&#8221;, d.h. Bücher die wir gut finden, auch wenn sie nicht bei uns erschienen sind. (Aber gerne bei uns hätten erscheinen können ;-) ). Ich war nämlich gestern bei der Lesung von <a href="http://www.kuenstlicht.de" target="_blank">Saa Stanii?</a> im <a href="http://www.horns-erben.de" target="_blank">Horns</a>, organisiert von <a href="http://www.voneinanderhoeren.de" target="_blank">voneinander hören</a>. An seinem Roman <a href="http://www.randomhouse.de/book/edition.jsp?edi=209697" target="_blank">&#8220;Wie der Soldat das Grammofon repariert&#8221;</a> kam man ja in den letzte Wochen nicht mehr vorbei: Shortlist für den Deutschen Buchpreis, Rezensionen, Interviews, Lesereise etc..</p>
<p>Es geht um einen außergewöhnlich fantasievollen bosnischen Jungen namens Aleksandar, dem seine Fabulierlust hilft, das Leben in Deutschland nach der Flucht vor dem Jugoslawischen Bürgerkrieg zu meistern. Gespickt ist das Ganze mit zahlreichen aberwitzigen, kuriosen und tragikomischen Anekdoten aus der Zeit vor dem Krieg und verpackt in eine dichte und bildhafte Sprache voller origineller Metaphern und Ideen.</p>
<p>Saša kann aber auch noch sehr gut vorlesen und hatte uns (das Publikum) bald in der Tasche: Vor meinem inneren Auge lief das Gehörte flüssig wie ein Film ab. Der Schlussapplaus war dann auch entsprechend lang.</p>
<p>Am Sonntag liest er übrigens im <a href="http://www.mdr.de/mdr-figaro/literatur/3597497.html" target="_blank">MDR Lese-Café</a> im Leipziger Pfeffermühlenclub. Hingehen!</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.voland-quist.de/verlagsblog/saa-stanii263-im-horns-erben-leipzig/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>

