Chaussee ins Paradies 

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Nun ist der Sommer gekommen und mit ihm unsere vierte und letzte Neuerscheinung des Frühjahrs 07. Unter dem Titel Pauschal ins Paradies versammelt die von Andreas Gläser herausgegeben Anthologie eine illustre Mischung an Texten, die sich mit dem Verreisen beschäftigen.

Lang wie die Anzeigetafel in Schönefeld sind die thematischen Destinationen: eine wilde Safari, nervende Mallorca-Reisende, die schon in der Abflughalle dem Urlaub eine hässliche Fratze angedeihen lassen, pauschale Backpackers in Bali oder ein Schrumpfkopf in der Ukraine. Mit an Bord: Jakob Hein, Jan Off, Ahne, Jochen Schmidt, Rigoletti, Volker Strübing, Spider, Gabriele Damtew, Konrad Endler, Ian Beer, Anne Hahn, Jan Drees u.v.a.

Kommentiert diesen Blogpost! Unter den Kommentatoren mit den originellsten Urlaubsorten, an denen man das Buch lesen und die CD hören sollte, verlosen wir ein Exemplar der Anthologie.

Ende der Verlosung ist nächsten Freitag (11.05.). Just der Freitag, an dem die Buchpremierensause mit Konrad Endler, Uli Hannemann, Friederike von Koenigswald, Frank Willmann, Yaneq und Andreas Gläser im Goldenen Hahn am Heinrichplatz in Berlin Kreuzberg steigt.

Mit Pauschal ins Paradies ist auch die zweite Auflage der Chaussee der Enthusiasten erschienen. Wer uns sagen kann, wo sich die Enthusiasten wöchentlich treffen, der erhält ein Exemplar …. Ach nein, das wäre dann doch zu einfach und uninspirierend. Also bleibt es bei dem Aufruf, diesen Blog-Eintrag mit realen oder ausgedachten Pauschalparadiesen zu kommentieren, um an der Verlosung teilzunehmen. Viel Erfolg!

Update 15.05.: Wir danken euch allen für die kreativen „Einsendungen“, uns hat es auf jeden Fall Spaß gemacht, sie zu lesen. Und es soll nicht das letzte Mal gewesen sein, dass es eine Verlosung dieser Art bei uns gibt. Gewonnen hat nach soeben stattgefundener  Auslosung – *tätää* – Matthias. Herzlichen Glückwunsch! Wir werden dich auch per e-Mail informieren.

9 Kommentare:

  1. …dieses Buch brauch eigentlich keinen speziellen Ort zum lesen…es ist überall lustig und abwechslungsreich…besonders gut kommt die CD aber auf Palma de Balkonien und das Buch in St. Gardenia…pauschal ins Feierabendparadies eben!

    7. Mai 2007 | 15:56 
  2. Schleswig Holstein. Ostseeurlaub. Der Hochseilgarten in Eckernförde. Während man, erschöpft vom eher krabbelnden als aufrechten Überqueren der hoch oben in der Luft schaukelnden Leiter aus Autoreifen, auf einer Plattform angekommen ist und verschnauft, oder noch zögert, ob man die steil nach unten abfallende Seilbahn tatsächlich nutzen sollte, um zur nächsten Plattform in den Baumwipfeln zu kommen, einfach mal das Buch rausholen und mit Sonnenflecken auf den Seiten, die die Sonne durch den Blätterwald zaubert, ein bisschen vom ohrenbetäubenden Wellenrauschen lesen. Am besten solange, bis sich hinter einem eine lange Schlange in den Überquerungselementen Hängender gebildet hat, die darauf warten, endlich auf Deine Plattform zu kommen. Das geht aber nur, wenn Du weg bist. Nach einer Geschichte das Buch zuklappen, den böse guckenden Wartenden ein Lächeln und ein \

    7. Mai 2007 | 18:33 
  3. (hm…Fortsetzung, da der Eintrag irgendwie abgeschnitten wurde)
    „Entspannt Euch“ zurufen, während man deren vor Anstrengung zitternden Arme betrachtet. Dann die Augen zumachen, an die eben gelesene Urlaubsgeschichte denken und ganz entspannt über das schwingende Seil laufen, ohne die Balance zu verlieren. Oder mal eben die CD ans Ohr halten und in Gedanken hören, wie Spider einem seine Geschichte ins Ohr liest, während man fröhlich mit den Beinen schaukelnd an der Seilbahn hängt und is Bodenlose saust.
    Abenteuerurlaub ganz entspannt:-)

    7. Mai 2007 | 18:37 
  4. KURZgeschichten lesen sich doch am Besten im KURZurlaub und zwar am Urlaubsort des Vertrauens, was dann wohl ein kleines Osloer Café wäre.

    7. Mai 2007 | 21:02 
  5. @anika: da hast du uns ja fast eine neue kurzgeschichte geliefert ;-). aber auch ein schönes bild auf jeden fall!

    jedenfalls besten dank an euch drei für die originellen vorschläge, die übrigens bis jetzt selbst eine kleine reise darstellen: vom trauten heim (oder schrebergarten) über schleswig-holstein nach norwegen. wer bietet mehr?

    8. Mai 2007 | 13:02 
  6. Ich lese so etwas ja am Liebsten da wo der Pfeffer wächst. Mein Paradies ist mein rosarotes Sofa, wenn ich mich da hinein kuschele, dann fährt mein ganz privater Bummelzug hinauf zur 8. Wolke. Pfefferbäume sprießen aus dem groben Stoff udn entfalten ihre Blüten.

    Mit einem Buch in der Hand und Zeilen im Kopf fliegt das Sofa dann los in arabische Welten voller pfeilblauer Gedanken. In Nebenwelten. In einem Regentropfen finde ich mich wieder oder auch in der Wurzel eines Baumes. Ich BIN die 8. Wolke und zwirbel meinen Damenbart, ziehe mit den Krähen in den Osten, da wo die Sonne aufgeht. Dort schenke ich mir ein Lächeln und dem Rest der Welt gleich zwei und ziehe mir die Schuhe aus, um das Kitzeln der Sonnenstrahlen unter meinen Fußsohlen spüren zu können. Auf dem transibirischem Eisenzahn reite ich dann mit dem Nordwind in den Süden des Landes und hinterlasse auf dem Weg dorthin Poesie-Zettelchen um ein paar Menschen glücklich zu machen.

    Im Süden sammle ich das Laub von den Bäumen und bastel einen rotorangen Sägezahnflieger mit dem ich dann hinein ins Meer fliege. Abtauche in den Rotbuschsee um mit den Nixen nix zu tun. Die Seele taumeln lassen. Aufgetaucht, sehe ich mein Sofa auf der Wasseroberfläche. Mein rosarotes Schiff ist mit Segelbuchstoff bezogen und trägt mich sicher in kleine Welten voller Melonencharme.

    Und manchmal lande ich mit dem Sofa dann auch plötzlich da wo ich sein sollte, da wo ich hingehöre: In mir drin. Ganz ruhig. Und ich strecke meine Muskeln, schließe die Auge und schlafe ein und träume mich ins nächste Paradeisien.

    8. Mai 2007 | 15:05 
  7. Lesen wo der Pfeffer wächst? Für mich ist das Arkadien, wohin ich zwar real noch nie gekommen bin, dafür aber mit und in so manchem Buch…

    8. Mai 2007 | 21:42 
  8. Als ein in Jena gestrandeter Neu-Thüringer hat man im Grunde genommen nur 2 Möglichkeiten den Sommer zu verbringen: 1. man setzt sich in den Garten und grillt Thüringer Rostbratwürste; 2. man kämmt sich die Fußhaare (von denen der gemeine Thüringer bekanntlich sehr viele hat). Vermutlich beinhalten Thüringer Rostbratwürste ein spezielles Hormon, welches in hoher Konzentration und bei häufiger Anwendung zu jenen Hobbit-ähnlichen Auswüchsen führt, die dem gemeinen Thüringer das Barfuß-Laufen im Winter ermöglichen. Da nun aber nicht Winter sonder (beinah) Sommer ist, und ich in meiner erst 7-monatigen Karriere als Neu-Thüringer an alten vegetarischen Gewohnheiten festhalte, entfällt für mich sowohl die Möglichkeit des Grillens, als auch des Fußhaarkämmens. Hinzu kommt noch das Problem, dass es nahezu unmöglich ist, aus dem im Tal liegenden und vollständig von Bergen umschlossenen Jena heraus zu kommen, es sei denn, man paddelt auf einem Floß die Saale flussabwärts, was allerdings wieder mit gewissen Risiken behaftet ist, da natürlich just an diesem Tage sämtliche thüringer Burschenschaften ihren jährlichen Paddelausflug auf der Saale veranstalten. Als letzter Ausweg, den Sommer doch noch auf angenehme Weise zu verbringen, bleibt mir also nur übrig, mit dem studentischen Pauschalticket zum Paradiespark zu fahren, mich dort auf eine Decke zu dekorieren und zu lesen. Fehlt eigentlich nur noch das passendes Buch…

    10. Mai 2007 | 01:24 
  9. Ein alter Gutshof, gelegen im Nirgendwo. Die nächste Stadt – nein, sagen wir Einkaufsgelegenheit – befindet sich zehn Kilometer entfernt. Eine plane, dennoch angenehme Landschaft erstreckt sich rings um die Hofmauern. Hier kann man dem Gras beim wachsen zuhören oder nächtelang warten, dass das Keuzchen schreit. Weniger als 40 Einwohner zählt das Dorf, welches vor dem ehemaligen Rittergut liegt.
    Kurz gesagt: am Ende der Welt.
    Ein Ort voll von Ruhe, Kraft, Inspiration und einer magischen Atmosphäre. Wir – die, die schon einmal da gewesen – nennen es Schloss. Es gibt zahllose Orte an diesem Platz, an denen man Bücher verschlingen kann, und jeder erzählt seine eigene Geschichte.
    Menschen aus aller Welt treffen sich hier um Kunst zu produzieren, zu vermitteln und zu erleben. Ein Brennpunkt der Internationalität inmitten von Mecklenburg Vorpommern. Gleichzusetzen mit der immer gegenwärtigen Ruhe, ist die Aktivität, Dynamik und Akustik des Gutshofes. EIn Buch kann man hier an vielen Stellen lesen, aber man sollte davon ausgehen, dass jede Lokalität die Geschichte verändern wird, ihren ganz eigenen Beigeschmack hinzu fügt. Doch genau dies ist es doch, was ein Buch unvergesslich werden lässt – der einzigartige Kontext: die Luft, die man atmete als man es las, der Stein, auf dem man saß… die Menschen und deren Geschichten um einen herum.

    11. Mai 2007 | 01:08 

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