Interview mit Nina Sonnenberg alias Fiva 

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Nina Sonnenberg hat bei uns ihr Spoken-Word-Lyrik-Debüt Klub Karamell veröffentlicht und ist die letzte unserer Autoren aus dem Herbstprogramm 2007, die wir euch in unseren »Autoreninterviews« vorstellen möchten.

Nina Sonnenberg alias Fiva, Jahrgang 1978, ist Rapperin, Spoken-Word-Poetin, Radio-Moderatorin und Labelbetreiberin. Sie studierte Soziologie und leitete Literaturworkshops, veröffentlichte mehrere HipHop-Alben und war 2005 mit Fettes Brot auf Tour. 2002 belegte sie den 3. Platz bei den deutschsprachigen Poetry Slam Meisterschaften, 2005 gewann sie mit ihrem Team »Tha Boyz with tha Girlz in tha Back« (mit Nora Gomringer und Mia Pitroff) den Teamwettbewerb.

nina sonnenberg web (c) resmanik05

Damit die Leser ein bisschen über dich erfahren, nenne uns doch mal die bisher interessantesten und aufregendsten Ereignisse in deinem Künstlerleben.

Wenn das denn so einfach wäre. Ich bin ja nun mittlerweile seit acht Jahren unterwegs. Und da gab es natürlich wahnsinnig viele schöne und tolle Erlebnisse. Ein Highlight war bestimmt die Tour mit Fettes Brot im Jahr 2005. Das war schon etwas sehr besonderes, jeden Abend vor ausverkauften Konzerthallen die Show zu eröffnen. Zu merken wie man die Leute erst überrascht und dann überzeugt. Das war schon großartig! Wir waren einen Monat unterwegs, und trotz dieser langen Zeit, gab es keinerlei Stressmomente. Die Jungs von Fettes Brot und die ganze Crew waren super nett zu uns. Ein schönes Beispiel dafür, dass Erfolg die Leute nicht unbedingt verderben muss. Und noch eine Sache an die ich mich immer wieder gerne erinnere. Der National Poetry Slam 2005 in Leipzig. Fokus: Teamwettbewerb. Gewinner: »The Boyz with da girlz in tha back«. Also Nora Gomringer, Mia Pittroff und ich. Schon die Proben waren ein Erlebnis. Es ist ein wirkliches Glück und ein riesen Spaß mit den beiden Damen zusammen zu arbeite. Und der Abend hat sich in mein Gedächtnis gebrannt. Die Nervosität, die unfassbare Publikumsreaktion und dann haben wird echt gewonnen. Unvergesslich.

Wie sieht ein normaler Tag in deinem Arbeitsleben derzeit aus?

Na, auf jeden Fall habe ich immer viel um die Ohren. Es hängt davon ab, welchen »normalen« Arbeitstag ich habe. Zum einen arbeite ich ja beim Radio. Wenn ich also moderiere, bin ich den Tag abends im Funkhaus. Und abends ist dann die Radioshow. Zusätzlich gibt es einen zweiwöchigen Podcast auf Bavarian Open Radio. Der will auch geplant und vorbereitet sein. Im Moment schreibe ich Texte für mein neues Album, da verbringe ich die meiste Zeit vorm PC. Unter der Woche steht dann noch die Labelarbeit für mein Label Kopfhörer Recordings an. Am Wochenende bin ich meistens unterwegs und spiele Konzerte oder trete mit meinem Buch auf. Auf jeden Fall sind meine Tag lang!

Wie bist du zur Spoken-Word-Poesie gekommen?

Die Münchner Slam Veranstalter haben mich auf einer Rapshow angesprochen, ob ich nicht mal bei ihnen im Substanz auftreten möchte. Das war im Jahr 2002. Dort wurde ich sofort infiziert. Es ist eine wunderbare Sache, wenn man seine geschriebenen Texte zum einen auf Musik legen kann. Und zum anderen auch als Sprechtext acapella auf der Bühne präsentieren darf. Zwei verschiedene Welten. Zwei verschieden Herausforderungen.

Was schätzt du am allermeisten an deinem Leben als Dichterin?

Zum einen die Freiheit Dinge zu tun, die ich liebe: Schreiben und Auftreten. Das ich mit meinen Texten Menschen berühren kann, ist wunderbar. Es ist immer ein ganz besonderes Gefühl, wenn man mit Texten, die zu Hause am Schreibtisch entstehen auf einer Bühne aufführt. Zum anderen genieße ich es, Dinge ausdrücke zu können, die eigentlich so alltäglich und natürlich sind, dass man eigentlich nie die richtigen Worte trifft. Zudem ist es wunderbar interessante Menschen zu treffen, sei es auf Konzerten oder Lesungen.

Wer oder was inspiriert dich?

Musik und Menschen.

Was ist für dich das Besondere an Liveliteratur?

Liveliteratur schlägt für mich die Brücke vom Text zum Zuhörer. Es ist schon immer ein Kraftakt mit seinen Texten vor einem Publikum aufzutreten. Einen Text zu sprechen macht ihn lebendig. Und oft erschrickt man sich über die Kraft und den Klang mancher Worte, die gelesen so unscheinbar waren. Es ist eine sehr ehrliche und klare Form von Literatur. Du musst dich hundert Prozent mit deinen Texten identifizieren. Denn das Publikum verbindet die Texte sofort mit dir als Person. Das schätze ich aber besonderes an Liveliteratur. Rap ist ja sehr ähnlich.

Was kann man in Zukunft von dir erwarten? Was ist dein neuestes Projekt?

Ich schreibe an meinem neuen Album. Das soll dieses Jahr herauskommen. Zudem möchte ich mit meinem ersten Buch Klub Karamell ein wenig durchs Land ziehen.

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