Rückblick Buchmesse Leipzig 2011 

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Wie jedes Jahr hier eine kurzen Nacherzählung der für uns wichtigsten Ereignisse der vergangenen Leipziger Buchmesse. Diese begann wie immer schon am Mittwoch für uns: Standaufbau (Danke an unsere Helfer Frank, Stephan und Thorsten!), aber das lasse ich mal weg und füge einfach nur ein Bild unseres fertigen Standes ein. Aufmerksamen Popović-Fans fällt auf: Der VQ-Schriftzug stammt von unserem »Mitternachtsboogie«-Cover.

Der Leipziger Messestand von Voalnd & Quist

Donnerstag, 17.03.

Der erste Messetag, viele Termine für Leif und mich, vor allem Fachgespräche mit Verlagskollegen, Veranstaltern und Journalisten. Dazwischen Besuche von Freunden, Lesern, Autoren. Es ging Schlag auf Schlag, von einem Gespräch direkt ins nächste. Uff. Am Ende des Tages dann ein sehr gutes Treffen mit anderen Indies und Agenten zum Thema Kooperation bei Lizenzen. Wieder ein kleiner Schritt nach vorn auf dieser wichtigen Baustelle.

Außerdem: Julius Fischer las aus seinem neuen Erzählband »Ich will wie meine Katze riechen« …

Julius Fischer liest

… und Tube im Gespräch mit Dieter Moor bei Titel, Thesen, Temperamente (hier in der ARD-Mediathek anzuschauen.)

Dieter Moor im Gespräch mit Tube

Dann direkt ins Horns Erben, wo Julius und Tube ihre Doppelbuchpremiere feierten. Ein schöner und lustiger Abend. Den Tag ließen wir dann anschließend beim Club Tropicana, der Party des Tropen Verlags, ausklingen.

Freitag, 18.03.

Auch dieser Tag bot kaum Gelegenheit, mal durchzuatmen. Leif hatte diverse Treffen mit Veranstaltern- und Lizenzpartnern. Wichtigste Ergebnisse: die beiden Autoren Stefan Schwarz und Clemens Meyer betreuen wir jetzt in unserer Booking-Agentur. Bei mir standen einige Gespräche mit Journalisten auf dem Plan.

Um 12 Uhr stellte der Hörspielsommer e.V. unsere gerade eingetroffenes Buch »Hörspielplätze« auf der Messe vor. Am Nachmittag besuchte uns Frau Dr. Grundmann, Staatssekretärin im Justizministerium, der wir unseren Verlag vorstellten. Später präsentierten Olja Savičević, Übersetzerin Blazena Radas und Lektorin Dagmar Schruf Oljas Roman »Lebt wohl, Cowboys« auf der Leseinsel.

Olja Savicevic (mi.)

Kurz vor Messeschluss eine witzige Begebenheit, als ein MDR-Kamerateam Clemens Meyer an unserem Stand erspähte und ihn spontan bat, doch ein paar Worte über unseren Verlag zu sagen. Und Clemens ließ sich nicht lumpen und lobte uns ordentlich: dass wir ein großartiger junger Verlag und aus der deutschen Literaturlandschaft nicht mehr wegzudenken seien. Wenn’s nur so wäre! Aber vielen Dank, Clemens :)

Clemens Meyer mit Kamerateam an Stand von Voland & Quist

Dann sollte es dírekt zu Oljas Buchpremiere ins Kafic gehen – nur hatten wir die Rechnung ohne mein Auto gemacht bzw. ohne meine Vergesslichkeit: Ich hatte das Licht brennen lassen und nun war die Batterie leer. Also Taxi gerufen und Starthilfe bekommen. Aber es ging alles glatt und wir kamen sogar pünktlich zehn Minuten vor Veranstaltungsbeginn an. Dagmar Schruf las wie schon auf der Messe aus dem Buch. Anschließend sprachen wir noch mit Olja über ihren Roman und dessen Hintergründe: z.B. erfuhren wir warum der Western, der ja die »Matrix« (O-Ton Olja) für den Roman lieferte, so wichtig war in Jugoslawien: Er war interessant, weil früher alles aus dem Westen interessant war, weil viele Karl-May-Verfilmungen in der Gegend, in der die Handlung angesiedelt ist, gedreht wurden, und vor allem, weil das heutige korrupte und turbokapitalistische Kroatien ironischerweise am besten mit den Mitteln des Western beschreibbar ist. Als Verleger freute es mich natürlich zu erfahren, dass Olja zur Zeit an einem Roman arbeitet, der sich der »Matrix« des Liebesfilms bedient. Olja beschäftigt sich in diesem Roman damit, was Liebe heutzutage bedeutet.

Später ging es zur Party der Jungen Verlage … ’nough said.

Sonnabend, 19.3.

Morgens 10.30 Uhr eine Diskussionsveranstaltung am Kroatischen Stand zum Thema »Warum soll man kroatische Literatur übersetzen?« (Wer hat sich diesen frühen Termin ausgedacht?) Mit dabei: Olja Savičević, Edo Popović und zwei zerknitterte VQ-Verleger. Aber ich finde wir haben unsere Sache gut gemacht. Es entspann sich allerdings nicht wirklich eine kontroverse Diskussion, da wir uns alle darüber einig waren, dass es in erster Linie um die Bücher, die Geschichten geht, und nicht darum aus welchem Land der Autor stammt. Das ist auch das, was uns an diesen Autoren begeistert und so wollen diese auch gesehen werden: Als Individiuen, die über universale Themen schreiben – und nicht als Botschafter einer nationalen Literatur (Edo lieferte einen treffenden Vergleich: Bukowski wird ja auch nicht als amerikanischer Schriftsteller bezeichnet, sondern er steht für sich, er ist einfach Bukowski).

Ansonsten war das ein ruhiger Messetag fast ohne Termine, so dass wir etwas entspannter waren. Am Nachmittag las dann Ahne aus »Gedichte die ich mal aufgeschrieben habe« auf der vollen Leseinsel …

Ahne

… und abends in der Skala bei seiner Buchpremiere.

Ahne in der Skala Leipzig

Sonntag, 20.03.

Ein angenehm ruhiger Messeausklang: für etwas Aufregung sorgte nur die Logistik für die beiden Messeauftritte vom Reggaehasen … äh, Yellow Umbrella, die in kompletter Besatzung (7 Musiker samt Instrumenten, dazu 2 Puppenspieler) in die Messehalle mussten. Aber es hat alles geklappt, und die Aufführung von »Der Reggaehase BOOOO und der König, der nicht mehr tanzen wollte oder konnte« war definitiv eines unserer Messehighlights. Hier zwei Fotos, ein vollständiges Fotoalbum gibt es bei Facebook oder hier.

Yellow Umbrella feat. Reggaehase BOOOO

Yellow Umbrella feat. Reggaehasen BOOOO

Anschließend las ein Teil der Reformbühne Heim & Welt auf der Leseinsel, etwas später dann begann der Standabbau für uns, und für mich ging es schnell ins UT Connewitz zum traditionellen Lesebühnenmesseausklang, dieses Mal mit der kompletten Reformbühne.

Reformbühne im UT

Reformbühne im UT Connewitz

Mehr Fotos von der Messe bei Facebook oder hier. Abschließend noch ein Lesetipp: der amüsante Messerückblick vom Hedoniker.

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