Rückblick Frankfurter Buchmesse 2010 

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Wie jedes Jahr möchte ich hier im Blog kurz die Frankfurter Buchmesse Revue passieren lassen (hier 2009, 2008). Fotos findet ihr bei Facebook oder 23. Danke an unsere Autoren Nora Gomringer, Jochen Schmidt und Edo Popović, die wir nach Frankfurt eingeladen hatten, an unsere beiden fleißigen Helfer Stephan und Steffen, sowie an Azubi Verena, die das Büro in Dresden gehütet hat.

Dienstag, 5.10.

Die Messe beginnt für uns immer mit dem abendlichen Standaufbau. Dieses Jahr aber zu viert: Stephan, Steffen, Leif und ich (nicht im Bild, klar).

standaufbau

Wobei ich dank einsetzender Erkältung später keine große Hilfe mehr war.

Mittwoch, 6.10.

Wie letztes Jahr der Tag mit den meisten Gesprächen und Terminen, also Freunden, Kollegen, Autoren, Journalisten … da blieb kaum mal Zeit zum Hinsetzen und Kaffee trinken. Aber das ist ja gut so, dafür ist die Messe da. Unsere Autorin Nora Gomringer (Foto unten) gab mehrere Interviews zu ihrem neuen Gedichtband »Nachrichten aus der Luft« und ich habe endlich mal Journalist und Blogger Frédéric Valin persönlich kennengelernt, der soeben ein Buch beim großartigen Verbrecher Verlag veröffentlicht hat. Kleine Messefreuden: Stefan Möller aka Hedoniker, der meinte, er lese unser »Schmidt liest Proust« jetzt das zweite Mal, »Ohhh, süüüß!« als Standardreaktion beim Anblick unseres Reggaehasen im Regal.

nora gomringer

21.30 Uhr hatten wir eine schöne, intime Lesung von Nora im Frankfurter Kunstverein.

DSC00094

Für Leif ging es danach weiter zu Literatur und Jazz mit Edo Popović und Clemens Meyer (»Als wir träumten«), für mich zum Auskurieren ins Bett.

Donnerstag, 7.10.

Los ging der Tag mit der sympathischen Frau Beer von der Bücherei Wien(aber warum macht man Termine früh um zehn?). Dann einige Gespräche mit Journalisten. Unser Autor Frank Klötgen besuchte uns, im Schlepptau den erzsympathischen Poetry Slammer und Carlsen-Autor Mischa Sarim-Verollet.

Frank Klötgen, Sebastian Wolter, Leif Greinus, Mischa Sarim-Verollet

Was sonst noch passierte: Leif hatte ein Arbeitstreffen mit unseren Vertretern, ich bestritt kurze Interviews mit ARD Hörfunk und MDR aktuell. Außerdem war Edo Popović (Foto) am Stand, der ebenfalls mehrere Interviews für seinen gerade erschienen Roman »Mitternachtsboogie« bestritt. Eines wurde spontan mit Hilfe von Stephans iPhone gerettet, da die Journalistin ihr Aufnahmegerät vergessen hatte ;) Ein größeres Problem war hingegen, dass Edos Stimme sich zu einem heiseren Krächzen entwickelt hatte. Aber er meisterte die Interviews trotzdem heldenhaft.

edo popovic

Abends dann eine sehr gut besuchte und schöne Lesung im Frankfurter Kunstverein mit Edo und Clemens Meyer, moderiert von Übersetzerin Alida Bremer.

Lesung Alida Bremer, Edo Popovic + Clemens Meyer

Gefragt, wie er »Mitternachtsboogie« finde, sagte Clemens:

»Ein ganz starkes Stück Literatur. Das ist pur, wie Drogen, ohne dass man Drogen nehmen muss. Ich bin ein Fan.«

Der Tag klang anschließend bei Wein, Wurstbrötchen und Gedränge beim Empfang des Fischer-Verlags aus.

Freitag, 8.10.

Heute war Jochen Schmidt bei uns am Stand, um Interviews zu seinem neuen Buch »Weltall. Erde. Mensch.« zu geben. Und Kekse zu essen.

jochen schmidt (re.) am Messetand von Voland & Quist

Bei mir standen ebenfalls einige Pressegespräche an, dazu kam am späten nachmittag noch das »hotspotting: book.people in social media«-Treffen. Der Tag verlief ansonsten etwas ruhiger als die letzten. Sehr gut war heute das tägliche »Speeddating« (d.h. ein Verleger aus dem Indieverlagskreis führt eine Gruppe Interessierter reihum zu den anderen Indieverlagen, welche kurz ihren Verlag vorstellen) mit einer größeren Zahl an interessierten Buchhändlern, siehe Bild unten.

LEif erklärt Voland & Quists Konzept

Abends aßen wir noch etwas mit der geschätzten Kollegin Daniela Seel von kookbooks, bevor wir zur »Weltall. Erde. Mensch.«-Lesung von Jochen Schmidt in den Kunstverein gingen, die übrigens parallel zum Fußballspiel Deutschland-Türkei stattfand. Zum Glück wurde es dennoch ziemlich voll, das Frankfurter Publikum stellte sein ausgeprägtes Literaturinteresse unter Beweis.

22.30 Uhr war dann Preisverleihung der Hotlist 2010 – während Stephan und ich Kassendienst am Eingang der Alten Diamantenbörse hatten. Das Ende bekam ich aber glücklicherwiese mit: Ulrike Almuth Sandig ist die 2. Preisträgerin des Literaturpreises der Independent Verlage. Herzlichen Glückwunsch auch von dieser Stelle!

Der Hotlist-Preis 2010 ging an Ulrike Almuth Sandig (mi.)

Anschließend fand nebenan die Party der Independent-Verlage statt, die mich und Steffen dann ein paar Stunden beschäftigt hat, wobei ich später noch weitergezogen bin. Nach fünf war ich dann im Bett.

Sonnabend/Sonntag 9./10.10.

Zum Glück kaum Termine am Sonnabend. Leif übernahm gnädigerweise den Frühdienst, ich musste erst mittags am Stand sein. Und als ich dann zufrieden-zerknittert von der letzten Nacht am Messestand saß, kam ein Kollege und meinte, er hätte bis halb sieben morgens bei der DuMont-Party getanzt, sei anschließend ins Hotel gefahren zum Duschen und Umziehen und dann um neun am Messestand gewesen. Mein ehrlicher Respekt!

Abends keine Lesung von uns, dafür erst ein schönes Abendessen mit den Kolleginnen und Kollegen von Luftschacht und Milena, danach zur Open Books Party ins Literaturhaus Frankfurt, wo verschiedene Kollegen aus der Buchbranche auflegten. Besonders in Erinnerung geblieben sind mir Autor Markus Roloff und natürlich der hochverehrte Kollege Sundermeier vom Verbrecher Verlag, dessen Platten- (bzw. CD-)dreherqualitäten ich zum ersten Mal miterleben durfte.

Jörg Sundermeier an den Decks

Open Party im Literaturhaus Frankfurt

Der Sonntag war dann sehr entspannt: Wir trafen unsere Autorin Nina Sonnenberg alias Fiva, um über ihr neues Buch zu sprechen, und verbrachten den Rest der Zeit mit Bücher tauschen, kaufen und verkaufen, den Stand abbauen und Kollegen verabschieden.

Es war wie jedes Jahr eine anstrengende, aber vor allem inspirierende und schöne Zeit.

2 Kommentare:

  1. Respekt für fünf Tage Messe in einer Halle, deren Raumtemperatur den Vergleich mit einer anständigen finnischen Sauna nicht zu scheuen braucht.

    26. Oktober 2010 | 11:07 
  2. Danke. Aber so schlimm fand ichs gar nicht, ehrlich gesagt. Wir mussten uns allerdings auch nicht durch Menschenmassen drängen den ganzen Tag, denn das kann den Puls schonmal hochtreiben ;)

    26. Oktober 2010 | 11:17 

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