Rückblick Frankfurter Buchmesse 2012 

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Hier unser Rückblick auf die Frankfurter Buchmesse …

Tag 0, Dienstag, 09.10.

Wie immer beginnt die Messe für uns schon am Dienstag: Anreise und dann Standaufbau. Letzteres ging uns überraschend flott von der Hand. Ob das an unserer neuen Mitarbeiterin Tomke lag?

Und so sah es dann aus (rechts der Teil vom mairisch Verlag, mit dem wir uns den Stand teilten):

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Tag 1, Mittwoch 10.10.

Ein Tag mit vielen Terminen: Vertreterkonferenz, Presse, Gerrit Schoof vom Dittrich Verlag, der uns sein Projekt der Berliner Buchhandlung für Independenttitel »Das besondere Buch« vorstellte, dazu Arbeitstreffen mit den Agenten Oliver Brauer und Christine Koschmieder sowie Ines Dettmann vom Literaturhaus Köln. Allgemein war es ein Tag im Ideensammelmodus: Kooperationen, neue Bücher, Verbesserung der Verlagsvorschau uvm.

Abends dann zum Empfang des österreichischen Buchhandels mit (viel) gutem Wein und Essen. Hier ein dazu passend unscharfes Foto von der Schlange am Büffet.

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Tag 2, Donnerstag, 11.10.

Wieder ein paar Termine, dann der Besuch von Edo Popović, dessen neuer Roman »Der Aufstand der Ungenießbaren« jetzt bei Luchterhand erschienen ist. Wir wünschen viel Erfolg und alles Gute!

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Höhepunkt des Messetages der Besuch von Erwin Krottenthaler vom Literaturhaus Stuttgart, der uns mitteilte, dass sie im Literaturhaus überlegen, uns die grandiose Ausstellung »Alois Nebel – Leben nach Fahrplan« zu schenken, wenn diese ihre große Rundreise im Frühjahr 2013 in Berlin beendet … wow! Wir waren ganz sprachlos vor Überraschung und freuen uns riesig.

Spruch des Tages: Den Literaturnobelpreis für Mo Yan kommentierte Kollege Alexander Schulz von weissbooks mit: 2012 sei ein gutes Jahr für Indies – erst der Deutsche Buchpreis für Ursula Krechel (Jung und Jung) und jetzt ein Autor des Unionsverlags Zürich. Da sind wir dann ein wenig stolz gewesen ;)

Abends eine großartige Lesung von Bas Böttcher bei »Open Books« im Frankfurter Kunstverein. Der Saal wurde während der Lesung immer voller – der Mann versteht es, live zu begeistern. Auch uns im übrigen, immer noch und immer wieder.

bas böttcher live im kunstverein

Tag 3, Freitag, 12.10.

Der Übersetzer einer Neuausgabe von Bulgakows »Der Meister und Margarita« (Voland aus dem Roman stand Pate für unseren Verlagsnamen) zeigte uns eine russische Originalausgabe des Buches. Er sagte, er sei extra vorbeigekommen, um unseren Verlag kennenzulernen. Hat uns gefreut!

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Michael Stauffer las nachmittags auf der Leseinsel unabhängiger Verlage aus »Pilgerreise«, was eine gänzlich unverhoffte Wendung nahm. Aber der Reihe nach. Hier ist noch alles ruhig …

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… dann kam ein Fernsehteam von ZDF Neo hinzu und begann zu filmen …

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… die Moderatorin Palina Rojinski (war mir ehrlich gesagt vorher kein Begriff …) setzte sich zwischen die Zuhörer, sprang wenig später auf und rief, das, was Stauffer gerade vorlese, befinde sich genau so in ihrem Buch auf Seite 23, dazu wedelte sie mit einem Buch (ein Dummy?) herum … Aber da hatte sie die Rechnung ohne Stauffer gemacht: Er bat sie auf die Bühne und schlug vor, doch die beiden Seiten 23 zum Vergleich vorzulesen, las dann aber nur ihre Seite 23 vor (tat zumindest so, das was er vorlas, hat dort nicht dringestanden, ich kann’s bezeugen …). Die Rojinski war baff, fast so wie ich, der ich staunend über seine Schlagfertigkeit und seinen Witz daneben saß – wobei er schon ziemlich verärgert gewesen war.

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Das Fernsehteam verabschiedete sich dann mit Lob (»Ganz großes Kino!«) und versprach das Material zu verwenden. Das reichen wir dann nach, falls es so kommt und online verfügbar sein sollte …

Der Freitagabend stand wie jedes Jahr ganz im Zeichen der Preisverleihung der Hotlist 2012. Den Preis erhielt Droschl Verlag für »Die Dunkelheit am Ende des Tunnels« gewann (Herzlichen Glückwunsch an dieser Stelle!), und der Party der jungen Verlage.

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Tag 4 und 5, Sonnabend/Sonntag 13./14.10.

Termine hatten wir fast keine mehr, und so war viel Zeit bei den Kollegen vorbeizuschauen und Bücher zu tauschen oder zu kaufen. Was mir wieder auffiel: Wie vielfältig die Programme der unabhängigen Verlage sind (bei denen informierte ich mich am ausgiebigsten), und wie unverwechselbar. Man kann von den Messen gar nicht so viele Bücher wegschleppen, wie man möchte … und versucht es natürlich doch. Hier mein Stapel Turm:

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Ich versuchte mich beim Herumschlendern an einer Fotoserie über besonders schön gestaltete Messestände von Independentverlagen: von oben nach unten: Liebeskind, Ventil mit orange press, Walde + Graf mit Salis, binooki

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… Leif wurde beim Schlendern übrigens von den Bodyguards unseres Bundespräsidenten unsanft beiseite geräumt, wie viele andere Messebesucher auch. Wer nicht beiseite sprang, wurde beiseite geschubst. Dem Gedränge tat’s keinen Abbruch:

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Charmante Wochenendanekdote 1: Eine Kundin blättert in Marc-Uwe Klings Kalender, und als wir ihr das Prinzip der falsch zugeordneten Zitate erklären, die ihren Witz gerade aus der neuen Zuordnung beziehen, zeigt sie auf das vor ihr liegende Kalenderblatt (»Mailand oder Madrid – Hauptsache Italien!« – Friedrich Schiller) und fragt: »Ach, das ist dann gar nicht von Schiller?«  (Nein, es war Andy Möller.)

Charmante Wochenendanekdote 2: Die Beziehung einer Kollegin (so erzählte sie uns am Stand) begann dem via SMS versendeten Gedicht »In einer Berliner Küche« unserer Autorin Nora Gomringer an den Verehrten, dieser antwortete seinerseits mit ein paar gereimten Zeilen, und so ging das hin und her …  romantisch, oder?

Fazit

Das Treffen mit Agenten, Taschenbuchlektoren, Journalisten, Veranstaltern usw. ist, was die meiste Arbeit auf der Messe ausmacht, das erwähne ich nicht alles hier, auch wenn es wichtig ist und meist nur während der Messe stattfinden kann. Höhepunkte für uns waren die mögliche Schenkung der Alois-Nebel-Ausstellung und unsere beiden Lesungen. Schön war auch, die Kollegen wiederzusehen, viele von ihnen trifft man meist nur auf den Messen, und neue Leute kennenzulernen. Ansonsten hatten wir viele große und kleine Ideen für Projekte oder Verbesserungen. Man ist auf so einer Messe eben 24/7 auf Verlag eingestellt, gleichzeitig nicht mit Alltagsgeschäft befasst, das begünstigt bei uns Kreativität, egal wie viel Trubel ist. Diese Ideen und Inspirationen sind für uns auch wichtige Ergebnisse der Messe.

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