Second Life im Blick der Buchbranche 

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Die neue virtuelle Welt Second Life spaltet die Gemüter – zumindest bei einigen Fachleuten der Buchbranche. Während das Literaturcafé von »repetitiver Banalität« spricht und zwar Möglichkeiten fürs Marketing von Verlagen und Autoren sieht, dies aber eigentlich nur wegen der derzeit damit zu erreichenden Aufmerksamkeit in den Medien, gerät Bernd Sommerfeld auf dem Blog von Lehmanns Fachbuchhandlung geradezu ins Schwärmen ob der vielen Möglichkeiten. Für ihn wird SL ein normaler Bestandteil des sozialen Lebens werden und zum Beispiel die Kommunikation zwischen Kunden und (Buch-)Händlern ganz anders, nämlich wieder viel natürlicher werden lassen als bei heutigen Webshops. Ein Avatar als freundlicher und kompetenter Buchhändler sozusagen, ein anderer als Kunde, mit dem man über Bücher quatschen kann. Er denkt aber auch an schicke Verlags-repräsentanzen oder Arbeitstreffen und Verhandlungen in SL. Es soll sogar schon Lesebühnen und Poetry Slams dort geben. (Hat jemand von euch sowas schon mal gesehen?)

Das alles macht mich schon neugierig. Leider ist meine Grafikkarte zu schwach auf der Brust, so dass ich mir noch nicht selbst ein Bild machen konnte. Bin gespannt: Hype oder Revolution? SL als »Vorbote des künftigen Internets« (Die ZEIT)? Virtuelle Buchhandlungen, die plötzlich cool sind? Man wird sehen. Der Audio Verlag hat jedenfalls bereits eine Hörlounge in Second Life eingerichtet.

Update: bol.de ist nach amazon auch bald mit einem »Mediadome« am Start. (via Börsenblatt)

4 Kommentare:

  1. lieber ken, hab ich schon gelesen. „künstliche langeweile“ ist auch ein nettes bonmot — ich war ja leider noch nicht dort. du also schon? kann mir ja vorstellen, dass auch das bizarre nur kurz fesselt. wobei die ideen von bernd sommerfeld schon interessant klingen …

    7. März 2007 | 18:42 
  2. ich war auch noch nicht da. es gibt allerdings auch dinge, die man nicht gesehen haben muss. lästern ohne genaue kenntnis des gegenstandes ist ohnehin einfacher und allgemeiner. interessant war ebenso ein bericht auf netzzeitung.de , in dem darauf hingewiesen wurde, dass sexuelle handlungen in sl in der realen welt durchaus juristische konsequenzen haben können…
    ich bin gespannt, ob es demnächst einen sl voland&quist bookshop gibt, der in der realen welt dem verlag die weltherrschaft bringen wird.

    grüße

    8. März 2007 | 11:56 
  3. naja, das ist derzeit nicht geplant ;-). mich interessiert SL vor allem als kulturelles phänomen, dazu kommt neugier, was unsere oft recht behäbige branche da so treibt. bin auch noch nicht sicher, ob das nur aktionismus ist oder tatsächlich ein neuer geschäftszweig.

    viele grüße

    8. März 2007 | 12:46 

Ein Pingback:

  1. […] dem Fokus von Unternehmen, insbesondere der Buchbranche, ist Second Life schon vor langem gerückt. Anfangs gab es Versuche, Aufregung und schließlich überwogen enttäuschte Erwartungen. Aber die Anwesenheit von […]

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