Hallo Jona!

Wer bei der Messe an unserem Stand vorbeigekommen ist, hat’s schon gesehen: Ein neues Gesicht in unserem Team. Jona Jeska unterstützt uns seit März im Bereich Presse und Veranstaltungen. Zum Kennenlernen haben wir über WG-Partys, Zitronen und natürlich über Bücher geredet.

Liebe Jona, welcome! Sag mal, kannst du eigentlich jonglieren? 

Jona: Vielen Dank, ich freue mich wirklich sehr, hier zu sein! Ich kann nur sehr schlecht jonglieren, aber dafür habe ich Dampf in allen Gassen. Oder in Österreich würde man glaube ich sagen: Ich bin ein Wunderwuzzi. Das gefällt mir auch.

So oder so bist du Multitaskerin: Co-Organisatorin des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels, seit 2020 leitest du akono (Verlag für afrikanische Literaturen) und jetzt übernimmst du zusätzlich bei uns den Bereich Presse. Was treibt dich an?

Jona: In erster Linie kulturelle und politische Inhalte und deren Verbreitung, aber ganz praktisch die Freude an der Betreuung von Buchprojekten und den Menschen dahinter. Der Friedenspreis ist eine der wichtigsten kulturellen Institutionen dieses Landes und ich bin jeden Tag begeistert und ehrfürchtig ob der Geschichte des Preises und der brillanten Preistragenden und ihrer Werke. Die Menschen, die man im Zusammenhang mit diesem Preis trifft, sind einfach toll und spannend und engagiert. Seitdem ich die Stelle Anfang 2023 angetreten habe, hat sich mein eigener Begriff von Frieden und seiner aktuellen Bedeutung durch die weltpolitische Lage stark gewandelt. Ich kann mir eigentlich kein hehreres Ziel vorstellen, an dem man mitwirken könnte durch seine Arbeit. 
Dann habe ich ja noch meinen eigenen Verlag, den ich direkt nach der Uni gegründet habe, weil ich als Jugendliche so viel auf dem afrikanischen Kontinent war und immer fand, dass es hier zu wenig Wissen über die vielen verschiedenen afrikanischen Völker, Länder, Historien, Sprachen, Denkschulen, Kulturen etc. gibt. Daher fördere ich mit meinen Autor*innen, Übersetzer*innen und allen anderen Mitstreitenden den kulturellen Austausch zwischen Deutschland und dem afrikanischen Kontinent. In einem anderen Leben wäre ich vielleicht Gastronomin geworden oder Innenarchitektin oder Gärtnerin, aber auch als Verlegerin kann man vieles davon mit unterbringen: akono ist Netzwerk und Anlaufstelle, der zweite Verlagssitz im Schrebergarten, wo die Autor*innen mit anpacken oder am Lagerfeuer sitzen, und ein Buch mitzugestalten ist auch wirklich eine schöne ästhetische Herausforderung. 
Und ja, weil ich immer auf vielen Hochzeiten tanzen muss, mache ich jetzt noch Pressearbeit bei Voland & Quist und freue mich sehr, dabei zu sein.

Was war denn dein Erstkontakt mit Voland & Quist?

Jona: In meinem dritten Semester an der Uni Erfurt erschien Der falsche Kalender von Marc-Uwe Kling und hing in sehr vielen WG-Badezimmern. Es hatte nicht ausschließlich mit meinem damaligen Cannabis-Konsum zu tun, dass ich mich auf jeder WG-Party halb totgelacht habe auf dem Klo. Da ist mir Voland & Quist das erste Mal bewusst aufgefallen. Dann war ich jahrelang Barkeeperin und hatte in Leipzig einen tollen Kollegen, der bei Voland & Quist ein Buch übers Kassablanca in Jena herausgegeben hat. Und zur Gründungszeit meines Verlages habe ich als Nanny gearbeitet und Kindern den Miesepups und Prinzessin Popelkopf rauf und runter vorgelesen und habe mich auch dabei halb totgelacht. Ich lache wirklich gerne. Und kurze Zeit später kam ich dann auch mit dem belletristischen Programm in Berührung, als ich Puschkins Erben von Svetlana Lavochkina las, das mir einer meiner Übersetzer ans Herz legte. Da habe ich zwar wieder sehr viel gelacht, aber ich dachte auch »Damn, dieser Verlag macht tolle Sachen…«. Ab da war ich Fan und das wurde mit jeder weiteren Buchentdeckung aus dem Programm immer nur mehr.

Kalender, Romane, Kinderbücher. Unser Angebot ist ziemlich breit aufgestellt. Nur ein Kochbuch gab’s noch nicht – und trotzdem wird jeden Tag im Büro gekocht und jede*r ist mal dran. Was wird dein Signature-Gericht sein?

Jona: Das Leben schenkt einem ja oft Zitronen und ich mache gern schöne Sachen daraus – Coucous mit Salzzitronen oder Zitrone-Mohn-Kuchen oder Zitronenrisotto. Zitronen mag ich wirklich gerne und die anderen im Team auch, glaube ich. 

Zitronen erinnern direkt an wärmere Gefilde und langsam rückt ja eh der Sommer näher. Hast du schon deinen Urlaub geplant? Wohin geht’s? 

Jona: Ich wollte eigentlich im April einen guten Freund besuchen, der libanesischer Maler ist und bei Beirut lebt. Das wurde nun natürlich alles abgesagt und wir hoffen, dass dieser Albtraum bald ein Ende hat und die Leute wieder ihren normalen Leben nachgehen und in Frieden leben können. Jetzt weiß ich nicht genau, was ich mache. Entweder Sommer in Leipzig – Schrebergarten und See –  oder vielleicht eine kleine Reise nach Griechenland, da war ich viel zu lange nicht und da soll es auch viele Zitronen geben. Für Sonnensüchtige wie mich ist der Mittelmeerraum immer eine gute Idee. 

Und welches Buch ist dann mit im Gepäck?

Jona: Das weiß ich noch nicht genau, aber im Urlaub lese ich gerne Lyrik. Eine Zitronenlimo am Strand, Wellen und Lyrik –  klingt das nicht schön? Aber ich habe dann auch meinen eBook-Reader mit tausend Manuskripten dabei, die werden natürlich auch gelesen. 

Was ganz Einfaches zum Schluss: Was bedeuten Bücher für dich? 

Bücher sind der Beweis, dass mit kombinierten Buchstaben alles zwischen Himmel und Erde Denkbare beschrieben werden kann. Das ist irgendwie tröstlich.

Und wenn man irgendwelche Buchstabenkombinationen an dich schicken will: Wie erreicht man dich ab sofort bei uns? 

Per Mail unter jona.jeska@voland-quist.de, per Telefon unter 030 138 800 221. Ich kriege auch gerne Briefe – schreibt doch mal an die Gleditschstraße 66, 10781 Berlin.