Hannes Bohn will nur eins: als Künstler leben. Doch für so einfache Wünsche ist die DDR zu eng. Hannes landet im Gefängnis, drogensüchtig und hoch verschuldet. Wenig später entdeckt die Stasi seine Begabung und bildet ihn zum Kunstfälscher aus. Erneut scheitert Hannes, diesmal an seiner Redlichkeit: Heimlich fälscht er ein Renaissance-Gemälde, um das Original vor dem Verkauf ins Ausland zu retten.

Anke Engelmann zeichnet das traurig-komische Leben eines Mannes nach, der durch die DDR-Geschichte stolpert. Er blufft sich durch Gefängnis, Psychiatrie und Untergrund, bis er selbst nicht mehr weiß, wer er wirklich ist: ein Bild, so oft übermalt, dass niemand mehr das Original erkennt. Ist Hannes ein tragisches Genie, ein Blender – oder beides zugleich?

»Ein spannender Schelmenroman, der auf faszinierende Weise das wechselhafte Leben des Kunstfälschers Hannes Bohn und zugleich die Geschichte der Zeitenwende von 1989/90 erzählt. Unterhaltsam und fesselnd erzählt, steht der Roman verwandten Legenden wie der des Peter Holtz von Ingo Schulze ebenbürtig zur Seite.« — Lutz Seiler

  • Blender
    Buch 23.00 EUR
    Roman
    gebunden, 224 S.
    16. Februar 2026
    9783863914547
    9783863914547
  • Blender
    ebook 15.99 EUR
    Roman
    epub, 224 S.
    16. Februar 2026
    9783863914912
    9783863914912
Stimmen

Fernsehbeitrag mit Anke Engelmann zum "Blender"

Romy Gehrke, MDR Thüringen Journal

Engelmann spielt geschickt verwirrend mit dem Drinnen und Draußen einer bunten Persönlichkeit ebenso wie dem eines grauen Staates, der sie gleichsam hervorbrachte. [...] Ihr auf die unterhaltsame Weise reichlich abenteuerliches Buch ist letztlich das als Schelmenroman getarnte Psychogramm einer DDR, in der Phantasie reine Notwehr bedeutete.

Michael Helbing, Thüringer Allgemeine Zeitung

Anke Engelmann legt mit 'Blender' einen Schelmenroman allererster Güte vor. Dessen besonderer Reiz liegt darin, dass sich der Erzähler zusehends in seinen eigenen Geschichten verliert. [...] Anke Engelmann erzählt das Schicksal von Hannes Bohn weit über das Ende der DDR hinaus. Anhand dieser Figur, die mal Halunke und mal Hallodri ist, gelingt es ihr, nicht nur die Widersprüchlichkeiten und die Unterdrückung in der DDR aufzuzeigen, sondern auch die Umbrüche und Betrügereien in der Nachwendezeit.

Tino Dallmann, MDR

Insgesamt unterhaltsam, heiter und lesenswert.

Ulrich Böhme, MDR Thüringen Das Radio

Das schmale Buch der 1966 in Weimar geborenen Autorin Anke Engelmann entwirft eine komplexe DDR-Biografie, die es nie gegeben hat. Sie erzählt so überzeugend von Hannes Bohn, dass man glaubt, dabei zu sein. Wie gelingt das? Die Sprache der gestandenen Journalistin ist präzise und fokussiert. Sie flicht ein ganzes Bündel realer Begebenheiten in den Lebensreport, ohne dessen Glaubwürdigkeit zu riskieren [...].

Anne Hahn, logbuch, Kreuzer

Anke Engelmanns Roman ist ganz schön eigenwillig, aber der burleske DDR-Sound entwickelt schnell einen Sog.

Silke Hohmann, Monopol. Magazin für Kunst und Leben

Blender' ist ein Schelmenroman: ein als Selbstrechtfertigung verfasster Lebensbericht, dessen Episoden in derbem Realismus erzählt und mit authentischer Geschichte verknüpft sind.

Anne Hahn, neues deutschland

Ein Schelmenroman ist Anke Engelmanns 'Blender'. Eine Komödie, wie es sie am besten über verblichene Systeme geben kann.

Janina Fleischer, Leipziger Volkszeitung

Und darum geht’s eigentlich in dieser Geschichte, in der ihr Held erst ganz am Ende die Kraft findet, sein eigenes Leben zu erzählen. Vielleicht die richtige Version diesmal. Vielleicht auch wieder nur eine zusammengestückelte aus den Resten der Erinnerung, aus denen am Ende so ein Stück Leben besteht.

Ralf Julke, Leipziger Zeitung online

Ein wirklich kurzweiliges unterhaltsames Buch, das trotzdem klug geschrieben und mit viel Sprachwitz ausgestattet ist! [...] Es ist eine wilde DDR-Biographie eines Ich-Erzählers, der vom Leben gebeutelt wird, weil er versucht etwas individuelles daraus zu machen was aber in der DDR verpönt war.

Marina Büttner, literaturleuchtet

Ein Schelmenroman, der Sprachwitz mit Zeitgeschichte verbindet und die DDR-Biografie als ewiges Improvisationstheater begreift. "Blender" ist klug konstruiert, reich an historischem Detailwissen, durchzogen von einem Sprachwitz, der stellenweise sehr vergnügt. Und Hannes Bohn ist als Figur eine genuine Erfindung: schillernd, widersprüchlich, nie ganz fassbar.

Anke Schmeier, @ankeschmeier