Die Großen fressen die Großen, die Kleinen sterben von selbst

Der Dezember wartete mit zwei Branchenereignissen auf. Der in Dresden gegründete Verlag Die Scheune stellt seine Tätigkeit ein und die in Dresden ansässige Buchhandelskette Buch&Kunst / Haus des Buches wird von Thalia übernommen.

Neben Differenzen der Verleger hinsichtlich der Programmentwicklung (Karin Großmann in der Sächsischen Zeitung – kostenpflichtiger Artikel) sind wohl finanzielle Schwierigkeiten und der nicht gut organisierte Vertrieb des Scheune Verlages ausschlaggebend für die Schließung zum 31.12.06 gewesen. „Wir schließen, bevor wir Schulden machen müssen“ so Norbert Weiß einer der beiden Verleger im Börsenblatt. Bei Voland & Quist kehrt sich der Satz leicht in „Wir machten Schulden, bevor wir anfingen“. Was den Vertrieb betrifft sind wir wesentlich besser aufgestellt. Im Gegensatz zum Verlag Die Scheune haben wir seit unserer Gründung eine Auslieferung, eine hervorragende dazu, und außerdem Buchhandelsvertreter, ab dem 01.02.07 auch für Österreich. Man kann es fast eine Staffelstabübergabe nennen: Wir bezogen zum 01.01.07 im Kulturzentrum Scheune unser neues Dresdner Büro, jene Scheune, nach der sich der Verlag Die Scheune benannt hatte.

Die Elefanten-Hochzeit, wie Uwe Wittstock in der Welt heute in einem Artikel die Übernahmevon Buch&Kunst / Haus des Buches durch den Filialisten Thalia benannte, kam wirklich überraschend. Nun kann ich darüber nicht wirklich böse sein. Bisher hat ausgerechnet die Buchhandlung, in der ich meine Ausbildung absolvierte, konsequent unsere Bücher aus seinem Sortiment fern gehalten, die Gründe dafür kennt nur Tom Kirsch, einer der beiden Geschäftsführer (hier ein Bild vom Lächler samt seines Credos). Nun hoffen wir mal, dass Tom Kirsch nicht bei Thalia empor klettert, dann wären die doch recht guten republikweiten Absätze unserer Bücher in den Thalia Filialen sicher passé.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.