Ferner. Gedichte

Sascha Kokots Gedichte führen uns hinter die kühlen, verspiegelten Oberflächen der Gegenwart. Wo sich die Kontinentalplatten bewegen, die Unruhe in den Steinen rumort und in der Tiefe Brände schwelen, eröffnet sich ein Blick auf die Bruchstellen unserer Zeit, auf Menschen, die ebenso gut Gespenster sein könnten. Ferner – das ist der Ort, wo das Werden ins Verfallen übergeht, wo die Zukunft austreibt und zu wuchern beginnt.

In klaren, nüchternen Versen entwirft Sascha Kokot Szenarien des Verschwindens und des Neubeginns – mit der Gewissheit, dass Lücken und Fehlstellen uns weit mehr über unsere Welt und ihre Möglichkeiten erzählen als alles tatsächlich Vorhandene.

  • Ferner. Gedichte
    Buch 17.90 EUR
    Broschur, 88 S.
    9783942375290
    978-3-942375-29-0
Stimmen

Kokots Gedichte mit ihrer melancholischen Zugewandtheit führen direkt unter die dünne Haut der Dinge und Erscheinungen – präzis arbeitende Sonden, die Bilder von großer Einprägsamkeit versenden.

Daniela Danz

Grundsätzlich gilt für diesen Band vieles, das bescheidene Meisterschaft betitelt werden möchte [...]. Zwischen als alternative Sonne brennenden Raffineriefeuern und im Untergrund lauernden Löwen, die die letzten Männer abgelöst haben und nun selber auf Ablösung warten, entfaltet sich eine Stimmung, die ich so in deutschsprachigen Gedichten noch nie gelesen habe.

Marko Dinic, Signaturen

Wie schon im Vorgängerband »Rodung« (Edition Azur 2013) verschafft Kokot in seinen neuen, zumeist titellosen Gedichten einem existenziellen Ausgesetztsein Raum, einem Hineingehaltensein in die Geschichte, das […] wuchernd, postapokalyptisch um sich greift. Da gerät man Hals über Kopf in den Sog einer weltumspannenden, kosmologischen Bewegung, die sich im unaufhaltsamen Vordringen großer, eisblauer, sich lautlos vorbeischiebender Gletscher genauso konkretisiert wie in den entlebten, von permanenter nächtlicher Unruhe zermürbten städtischen Rand- und Durchgangszonen: Orte anwesender Abwesenheit.

Peter Neumann, kreuzer

Und Sascha Kokot gelingt etwas, wofür ihm große Achtung gebührt: Ein Weitersprechen nach dem nicht-mehr-Sprechen-können. Das ist, was Literatur ausmacht.

Astrid Nischkauer, Fixpoetry.com

Die Gedichte schärfen den Blick, auch wenn sie es mir nicht leicht machen. Sie zwingen mich hinein- und nicht darüberzulesen. Sprachkunst, herausgegeben in einer wunderschönen Ausgabe.

Gallus Frei-Tomic, literaturblatt.ch