Crowdfunding für Berufung im »Wanderhurenstreit« 

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Mit Urteil vom 27.03.2014 hat uns das Landgericht Düsseldorf verboten, den Titel »Die schönsten Wanderwege der Wanderhure« für unseren satirischen Kurzgeschichtenband von Julius Fischer zu verwenden. Das Gericht hat sich damit gegen die Kunstfreiheit und für die Eigentumsinteressen des »Wanderhuren«-Verlags Droemer Knaur entschieden (siehe auch unser Statement zum Urteil hier im Blog.) Gegen dieses Satireverbot wollen wir in die Berufung gehen, denn kommerzieller Erfolg muss parodierbar bleiben

Dafür brauchen wir deine Unterstützung: Das bisherige Verfahren hat uns bereits etwa 13.000 Euro gekostet, für eine Berufung werden noch einmal 12.500 Euro an Gerichtskosten und Anwaltsgebühren fällig. Das ist viel Geld, das wir nicht einfach so haben. Deswegen haben wir eine Crowdfunding-Kampagne bei Startnext aufgesetzt. Als Dankeschön für deine Spende kannst du z.B. wählen zwischen einem von Julius Fischer signierten Plakat (10 Euro), einem signierten Exemplar der vergriffenen Erstauflage (30 Euro) und gegen eine 50-Euro-Spende drucken wir deinen Namen in die Danksagung der kommenden zweiten Auflage des Skandalbüchleins. Für 250 Euro kannst du sogar mit Julius und anderen Unterstützern in der Sächsischen Schweiz wandern gehen. Diese und andere Dankeschöns sowie weitere Informationen zur Kampagne findest du bei Startnext.

Wenn du auch der Meinung bist, dass Satire sich auch über kommerziellen Erfolg lustig machen darf, kannst du uns hier unterstützen. Im Kern geht es um eine Grundrechtsabwägung: Was ist wichtiger? Dass Kommerz geschützt wird gegen vollkommen marginale Eingriffe? Oder dass Satire geschützt wird, die dazu führt, dass die Leute nicht aufhören nachzudenken, zu lachen, kritisch zu sein?

Übrigens: Wenn wir gewinnen und Droemer Knaur nicht in die nächste Instanz geht, bekommen wir die Prozesskosten erstattet. Die Erlöse aus der Crowdfunding-Aktion werden wir dann dem Kurt-Tucholsky-Museum in Rheinsberg spenden.

Julius fasst alles hier kurz zusammen:

2014-VQ-Header-Wanderhurenstreit

Update 08.05.2014

die Kampagne ist nun beendet – aber bereits nach 4 Tagen (am Karfreitag) war das Fundingziel von 12.000 Euro erreicht, wir haben schließlich sogar 14.619 Euro eingenommen. Wir sind sehr glücklich und überwältigt von der Hilfe, dem großen Interesse, den vielen aufmunternden Kommentaren unserer Unterstützer. Vielen, vielen Dank dafür!

Nach Abzug von Transaktionsgebühren, Mehrwertsteuer und den jeweiligen Produktionskosten der Dankeschöns bleiben uns etwa 12.000 Euro, um im Falle einer erneuten Niederlage die Kosten des Verfahrens decken zu können. Den Rest tragen wir selbst.

Wie geht es nun weiter?

Wir haben bereits über unseren Anwalt Raphael Thomas Berufung vor dem OLG Düsseldorf eingelegt. Auf einen Verhandlungstermin warten wir noch. Die Zahlung der Spenden wird derzeit von startnext überprüft. Im Anschluss an diese Prüfung erhalten wir eine Liste mit den Kontaktdaten der Unterstützer und können mit dem Versand der Dankeschöns beginnen.

Wir sind optimistisch, das wir vor dem OLG Düsseldorf Recht bekommen und werden euch hier im Blog, via Twitter oder auf unserer Facebook-Seite auf dem Laufenden halten.

 

Ein Pingback:

  1. […] Verlag Voland & Quist, bei denen das Buch von Julius Fischer im Herbst letzten Jahres erschien, möchte gern in Berufung gehen. Das wird […]

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