Alois Nebel —  Jaromír Jaromir 99 Švejdík /  Jaroslav  Rudiš
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/ Jaromír »Jaromir 99« Švejdík / Jaroslav Rudiš
Alois Nebel

Aus dem Tschechischen von Eva Profousová

Ende der achtziger Jahre. Alois Nebel arbeitet als Fahrdienstleiter an einem kleinen Bahnhof in Bílý Potok, einem abgelegenen Ort an der tschechoslowakischpolnischen Grenze, dem früheren Sudetenland. Er ist ein Einzelgänger, der das Sammeln alter Fahrpläne der Gesellschaft von Menschen vorzieht. Doch manchmal legt sich der Nebel über die Bahnstation, und dann sieht er Züge mit Geistern und Schatten aus der dunklen Vergangenheit Mitteleuropas: dem Zweiten Weltkrieg, der Vertreibung der Deutschen, der sowjetischen Besatzung. Alois Nebel wird diese Alpträume nicht los und endet schließlich in einem Sanatorium. Dort lernt er „den Stummen“ kennen, der bei dem Versuch, die Grenze zu überqueren, verhaftet wurde. Niemand weiß, warum er nach Bílý Potok gekommen ist oder was er dort sucht, aber er ist es, der Alois Nebel dabei hilft, den Kampf gegen seine Dämonen aufzunehmen ...

Hier gehts zur offiziellen Website von Alois Nebel.

Pressestimmen

  • »...die erste tschechische Graphic Novel. [...] Verfasser sind zwei junge Kult-Autoren, die quasi aus einer Underground-Perspektive heraus das sperrige Thema der Vertreibung der Sudetendeutschen zu einem düster-schrillen Comic verarbeitet haben.«

    Klaus Brill

    (Süddeutsche Zeitung)
  • »[...] Mit dem Epos vom Eisenbahner Alois Nebel haben Jaroslav Rudiš und Jaromír 99 den Tschechen einen lange verdrängten Teil ihrer jüngeren Geschichte wieder nahegebracht«

    Dirk Schümer

    (Frankfurter Allgemeine Zeitung)
  • »Die symbolisch konzipierten Figuren in ›Alois Nebel‹ gehen weit über individuelle Nöte hinaus. Sie stehen für die nicht nachlassende Notwendigkeit, sich mit der teils immer noch verdrängten deutsch-tschechischen Geschichte auseinanderzusetzen. Wie gelungen und nachhaltig diese allererste Graphic Novel Tschechiens das tabuisierte Thema aufgreift, zeigt der dortige Erfolg des Buches, dem ein technisch aufwändiger animierter Spielfilm folgte.«

    Olga Hochweis

    (Deutschlandradio Kultur)
  • »Fast im Plauderton erzählt diese undergroundige Graphic Novel von der Geschichte der früher multiethnischen Region, lässt Deutsche, Polen, Russen, Ukrainer auftreten, erwähnt Hexenverbrennungen im 13. Jahrhundert ebenso wie die Jagd der Sowjettruppen auf Deserteure, die Psychiatrisierung von Aussenseitern im Sozialismus und Skinhead-Gewalt im heutigen Tschechien. Mit ihrem düster-melancholischen Gemeinschaftswerk überrascht das Autorenduo [...] mit skurrilen Einfällen und vielen Zitaten aus Kunst-, Literatur- und Filmgeschichte.«

    Judith Leister

    (Neue Zürcher Zeitung)
  • »Seit ›Alois Nebel‹ [...] wird Rudis in unserem Nachbarland zu den 25 einflussreichsten Persönlichkeiten gezählt. [...] Geschult an literarischen Vorbildern wie Jaroslav Hasek hat Rudis der tschechischen Literatur einen modernen Schwejk geschenkt. Einen warmherzigen Proleten, dem das Leben mehr Weisheit geschenkt hat, als sie die neue studierte Elite je erreichen wird. Vielleicht macht das den einzigartigen Erfolg dieses Comics aus, vielleicht erreicht er deshalb die Herzen von Alt und Jung gleichermaßen. Und das, obwohl Rudis sich in ihm mit einem bis heute heiklen Thema beschäftigt - der gemeinsamen deutsch-tschechischen Geschichte.«

    Gesa Müller

    (WDR)
  • »Eine humorvolle Comic-Reise in die deutsch-tschechische Beklommenheit.«

    (dpa)
  • »Eine komplexe Story von Realität und Wahnsinn.«

    Katrin Henneberg

    (Leipziger Volkszeitung)
  • »In Rudiš' Romanen bekommen auch diese introvertierten, scheinbar von allen verlassenen Figuren ihren Auftritt und erzählen ihre mitunter von Wahnsinn und Raserei geprägten Geschichten. [...] Alois Nebel, der Fahrdienstleiter, der in dem kleinen Ort an der tschechisch-polnischen Grenze die Züge dirigiert, ist einer dieser stillen, melancholischen Helden.«

    (SWR 2 Journal)
  • »Alois Nebel‹ ist ein durch und durch hinreißendes Werk [...] ein Großmeisterstück der Grafischen Literatur.«

    Oliver Reinhard

    (Sächsische Zeitung)
  • »[...] ein fantastisches, bereits verfilmtes Comicepos [...] Alois Nebel, der Bahnhofswärter an der tschechisch-deutschen Grenze, sieht in seinen Visionen Züge aus der Vergangenheit Mitteleuropas an sich vorbeifliegen. Auf diese Weise erzählt der Autor seine ungewöhnlich intensiven Comic-Geschichten: aus dem Zweiten Weltkrieg, von der Vertreibung der Sudetendeutschen oder dem Einmarsch der Russen 1968.«

    Peter Brock

    (Berliner Zeitung)
  • »... eine so meisterhaft wie liebevoll gebaute Sonderling-Saga.«

    Gabriele Luster

    (Münchner Merkur)
  • »Jaromir 99 beherrscht die Techniken des modernen Comics, lässt Blitze zucken, wechselt gern die Perspektive, zoomt seine Figuren heran oder öffnet die weite Weltlandschaft. [...] Er schafft es, den stets mit Brille und Eisenbahnuniform auftauchenden Alois Nebel durch eine teilweise überschäumende Szenerie zu führen, ohne dass er auch nur ein bisschen von seiner freundlichen Ruhe zu verlieren scheint.«

    Ralf Julke

    (Leipziger Internet Zeitung)
  • »Alois Nebel‹ ist ein gelungenes Lehrstück darüber, wie die verdrängte Vergangenheit eine Gesellschaft doch noch einholt. [...] Packende Geschichtsstunde und kunstvolle Graphic Novel in einem.«

    Sebastian Fasthuber

    (Falter)
  • »Alois Nebel‹ schafft eine düstere, gleichzeitig aber auch lebendige, liebenswürdige Atmosphäre [...] man sieht sich sich ans Ende der Welt versetzt, gleichzeitig aber auch an einen Ort, an dem viele Menschen vorbeikommen und der für Geschichten gut ist.«

    Sigrid Grün

    (kultur-ostbayern.de)
  • »Die expressiven, scherenschnittähnlichen Zeichnungen von Jaroslav Rudis sind dynamisch und abwechslungsreich. Da gibt es viel zu sehen und viel zu entdecken. Vor allem für Freunde von Schwarzweiß-Zeichnungen.«

    Christian Meyer

    (Comickunst)

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