Als Josef Kaarls Tochter – er ein erfolgreicher Unternehmer und großzügiger Mäzen der Prager Philharmonie – als vermeintliche Linksextremistin festgenommen wird, sieht er nur eine Chance: Sie soll erfahren, was es heißt, im Arbeiterparadies zu leben. Da kommt ihm das Angebot einer ehemaligen Filmproduktionsfirma und jetzigen Reiseagentur gerade recht: »Ausflug in den Kommunismus! Erleben Sie die Fünfzigerjahre am eigenen Leib!«

Was als harmlos inszeniertes Experiment beginnt, wird für seine Familie schnell zum Verhängnis. Die akribische Rekonstruktion der Fünfzigerjahre in der Tschechoslowakei kippt in ein beklemmendes Szenario aus Macht, Manipulation und Angst.

Ein packender, schwarzhumoriger Roman mit internationaler Strahlkraft.

Stimmen

Ondřej Hübl entwirft eine Groteske bester tschechischer Tradition: die Absurität des Alltags, die verqualmten Kneipen, der český humor, also der unverwechselbare tschechische Witz in allen Lebenslagen. Man fühlt sich wie in einem Theaterstück von Václav Havel und zugleich wie in einem bedrückenden Kafka-Fragment.

Martin Becker, WDR

Über all dem Irrsinn schwebt der schwarze Humor, der diesen Ausflug in die osteuropäische Geschichte zum Genuss macht. Die Doppelbödigkeit menschlichen Handelns erzeugt beständige Wendungen zwischen Wahrhaftigkeit und Spiel, womit der Roman an Tempo gewinnt.

Katrin Rüger, Buchpalast

»Gut gegen Ostalgie« könnte der Untertitel zu Ondřej Hübls Roman »Der Vorhang« lauten. Ein schwarzhumoriger Blick hinter den Vorhang von gestern – und auf beklemmende Entwicklungen in der Gegenwart.

Sylvia Treudel, BuchKultur