„Die schönsten Wanderwege der Wanderhure“ – Verlag Droemer Knaur beantragt einstweilige Verfügung gegen uns 

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Unser Verlag befindet sich derzeit in einem Rechtsstreit mit dem Verlag Droemer Knaur. Dieser hat einen Antrag auf einstweilige Verfügung gestellt, uns den Vertrieb von Julius Fischers Buch »Die schönsten Wanderwege der Wanderhure« zu verbieten. Hier ein Auszug aus unserer Pressemitteilung, die wir heute verschickt haben. Drückt uns die Daumen!

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Dresden/Leipzig, 24.02.2014: Der Verlag Droemer Knaur verlangt vom Verlag Voland & Quist, das Buch „Die schönsten Wanderwege der Wanderhure“ von Julius Fischer aus dem Verkehr zu ziehen wegen angeblicher Verletzung der Titelrechte an der Wanderhuren-Reihe von den Autoren Iny Lorentz.Voland & Quist sieht die offensichtliche ironische Verfremdung des Titels als durch die Kunstfreiheit gedeckt an. Die Verhandlung findet im März vor dem Landgericht Düsseldorf statt.

Die Droemersche Verlagsanstalt Th. Knaur Nachf. GmbH & Co. KG hat gegen den Verlag Voland & Quist Greinus und Wolter GbR den Erlass einer einstweiligen Verfügung beantragt. Die Antragsschrift wurde uns am 10.02.2014 zugestellt.

Droemer Knaur fordert das Landgericht Düsseldorf darin auf, den weiteren Vertrieb unseres satirischen Kurzgeschichtenbands „Die schönsten Wanderwege der Wanderhure“ (Autor: Julius Fischer) ab sofort zu untersagen, für jeden Fall der Zuwiderhandlung soll ein Ordnungsgeld in Höhe von bis zu 250.000 EUR gegen uns festgesetzt werden.

Unser Titel „Die schönsten Wanderwege der Wanderhure“ verletzt nach Auffassung des Verlags Droemer Knaur die Rechte an der bekannten Titelreihe „Die Wanderhure“, die zum Teil verfilmt worden ist.

Wir werden uns gegen diesen Antrag wehren, denn wir halten die offenkundig ironische Auswahl unseres Titels für zulässig. Der Buchtitel ist der titelgebenden Geschichte „Die schönsten Wanderwege der Wanderhure“ entliehen, die die aggressive Vermarktung von Bestsellern aller Genres, dabei unter anderem auch die der historischen Romane des Wanderhuren-Autorenduos Iny Lorentz, persifliert. Es ist für alle Interessierten erkennbar, dass es sich um eine Parodie handelt, die von der grundgesetzlich garantierten Kunstfreiheit erlaubt ist.

Die mündliche Verhandlung findet am 13.03.2014 beim LG Düsseldorf statt.

Statement der Verlagsleiter Leif Greinus und Sebastian Wolter

„Wir freuen uns auf das Verfahren vor dem LG Düsseldorf und gehen davon aus, dass der Verlag Droemer Knaur mit seinem Untersagungsantrag keinen Erfolg haben wird. Natürlich war es weder unsere Intention noch die des Autors Julius Fischer, den Erfolg der Wanderhuren-Bücher auszunutzen.
Hart trifft uns der Vorwurf des Verlags Droemer Knaur, unser Autor Julius Fischer würde sich mit dem von ihm gewählten Buchtitel „Die schönsten Wanderwege der Wanderhure“ „in höchstem Maße respektloser und ignoranter“ Weise über das „traurige Schicksal der Wanderhuren im Mittelalter“ lustig machen. Diesen Vorwurf weisen wir in aller Schärfe zurück.“

[…]

Über das Buch
„Die schönsten Wanderwege der Wanderhure“ ist am 01. September 2013 erschienen, es ist der zweite Kurzgeschichtenband von Julius Fischer und für den „Ungewöhnlichsten Buchtitel des Jahres 2013“ nominiert, der am 13.03.2014 (am Tag der Gerichtsverhandlung in Düsseldorf) auf der Leipziger Buchmesse vergeben wird. Weitere Informationen zum Titel: http://www.voland-quist.de/buch/?184/Die+sch%C3%B6nsten+Wanderwege+der+Wanderhure—Julius+Fischer.

Über den Autor Julius Fischer
Julius Fischer, 1984 in Gera geboren, lebt in Leipzig. Er hat an zahlreichen Poetry Slams im deutschsprachigen Raum teilgenommen und viele von ihnen gewonnen. Mit Christian Meyer tourt er als „The Fuck Hornisschen Orchestra“ durch den deutschsprachigen Raum. Außerdem ist Julius Fischer eine Hälfte des Slam-Duos „Team Totale Zerstörung“, Mitglied der Dresdner Lesebühnen Sax Royal und Mitbegründer der Leipziger Lesebühne Schkeuditzer Kreuz. Seit 2011 ist er festes Mitglied der Berliner Lesebühne Lesedüne.

Über Voland & Quist
Voland & Quist ist ein Independent-Verlag und veröffentlicht junge zeitgenössische Literatur. Im Oktober 2014 feiert der Verlag sein zehnjähriges Bestehen. Seit Gründung sind 90 Titel erschienen, die meisten als Buch mit CD oder DVD mit Lesungen der Autoren. Programmschwerpunkte sind Lesebühnenliteratur, Spoken-Word-Lyrik, Kinderbücher, Comedy sowie Romane und Erzählungen junger osteuropäischer Autoren. Verlegt werden z.B. Bücher von Ahne, Nora Gomringer, Kirsten Fuchs, Bas Böttcher, Jochen Schmidt, Edo Popovic, Jaroslav Rudis und Lydia Daher. 2007 erhielt der Verlag den Arras Preis, 2010 wurde er mit dem Kurt-Wolff-Förderpreis ausgezeichnet.

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2 Kommentare:

  1. Moin, drück Euch die Daumen!
    Das ganze macht den Eindruck das da irgendwer Langeweile hatte, die Argumentation ist einfach seeehr abwegig, besonders wenn man besagte Kurzgeschichte gelesen hat.
    Fred

    25. Februar 2014 | 12:05 
  2. Liebe Verlagsinhaber,
    honi soit qui mal y pense! Bleibt mir nur, Ihnen ein wirklich verständiges (Land-)Gericht zu wünschen, damit dieser unfreundlichen Attacke Einhalt geboten wird. Gehe davon aus, daß auch Sie sich versierte Anwälte genommen haben. Am Ende des Verfahrens möge für die Kläger- und Antragstellerseite stehen: „Es war vergeblich, aber nicht umsonst.“ Um es in „königlicher Sprache“ zu sagen: „Wir sind überhaupt nicht amüsiert, wenn einem frischen, jungen Verlag mit Esprit von einer wenig wohlmeinenden Konkurrenz derartige Knüppel zwischen die Beine geworfen werden.“ Aber bekanntlich wächst man ja mit seinen Aufgaben. Bonne Chance!

    25. Februar 2014 | 19:57 

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