Parasiti

Alisha Gamisch

Nominiert für den Deutschen Buchpreis 2026: Longlist

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Ein Brief sorgt für Aufruhr im Leben von Rina, ihrer Tante Valli und ihrer Großmutter Lydia: Von einem Tag auf den anderen verstummt die Großmutter. Rina beginnt, Fragen zu stellen – und bringt gegen alle Widerstände ein Gespräch zwischen den Generationen in Gang. Denn sie ahnt, dass sie von ihrer Familie nicht nur die eckige Figur und die Vorliebe für Vorabendserien geerbt hat, sondern auch ihre Ängste und Unsicherheiten.

Zwischen Novosibirsk der 1960er Jahre und dem Fürstenfeldbruck einer nahen Gegenwart folgt Alisha Gamisch in ihrem Debütroman den Lebenswegen dreier russlanddeutscher Frauen.

»Gamischs Erzählkraft trifft wie ein Schlag: Figuren, die sich ins eigene Familiengedächtnis bohren und Antworten fordern.« — Ira Peter

»Alisha Gamisch schreibt mit beeindruckender Intensität gegen das Verdrängen und Verschweigen an.« — Alina Bronsky

Stimmen

Ob als Kuratorin, Lyrikerin, auf der Bühne oder nun in der Prosa - Alisha Gamisch arbeitet mit der Sprache gegen Fremdzuweisungen.

Corinne Orlowski, Deutschlandfunk Kultur "Lesart"

Alisha Gamisch verknüpft in „Parasiti“ die Perspektiven und Schicksale dreier Frauen-Generationen und nähert sich einem gewaltigen historischen Thema – aber auf eine persönliche und einfühlsame Weise, die beeindruckend ist für ein Romandebüt.

Kristine Harthauer, SWR

Alisha Gamisch ist nicht nur Schriftstellerin, sondern auch Feministin. Der Text ist aus der Perspektive von Frauen geschrieben, aber was noch wichtiger ist: Ihre Sichtweise offenbart uns eine Form des Graswurzel-Feminismus, wie er in der UdSSR existierte. Der Roman ist natürlich aus der Lesersicht feministisch, aber er ist auch universell menschlich, denn die Probleme der Frauen sind die Probleme der Menschheit.

Volha Hapeyeva, Literaturportal Bayern

Die Geschichte von Frauen, die zeigt, wie viel schon erreicht wurde. Und wie weit es noch ist. (...) Alisha Gamisch kann einfach fantastisch schreiben.

Ludwig Lohmann, blauschwarzberlin

In gewisser Weise ist Gamischs Buch nun einmal auch eine Geschichte über die diffusen Männer- und Frauenbilder, die noch im 20. Jahrhundert nicht nur im fernen Osten dominierten. Und wer die russische/sowjetische Literatur des späten 20. Jahrhunderts gelesen hat, findet sich in genau dieser Welt wieder.

Ralf Julke, Leipziger Zeitung

Gamisch entwickelt einen ganz wunderbaren Stil, der in großer Zärtlichkeit für die Protagonist*innen und dem Um- und Beschreiben von Schrecken, Krieg, Flucht und Stalinismus liegt. Ihr gelingt damit das, was manch aktueller Erzählung fehlt: Sie zeigt die Vielfalt der Sprache und die Liebe zu sanften, schönen Sprachbildern in einer manchmal zu harten Wirklichkeit.

Nina Süßmilch, L.Mag

Rina bricht das parasitäre Schweigen zwischen den drei Generationen, und der Roman »Parasiti« bricht damit auch ein Schweigen in unserer Gesellschaft, indem er beeindruckend und berührend ein Gefühl für die Vielschichtigkeit und Verworrenheit der Biografien von Russlanddeutschen vermittelt, deren Geschichten in der deutschen Geschichtserzählung wenig Beachtung finden.

Nane Pleger, nd - Journalismus von links

Aber dass es um so enge Beziehungen zwischen Nichte und Tante geht und dann auch noch um zwei verschiedene, in der Gegenwart und in der Vergangenheit, das fand ich richtig innovativ, irgendwie total schön und besonders.

Annabelle Jänchen, Jerne Jelesen

Ein packender, sehr feminin geschriebener Roman, in dem vor allem weibliche Tabus zur Sprache kommen. Sehr zu empfehlen.

Clara Braun, medienprofile

Wie sie über drei Generationen russlanddeutscher Frauen erzählt und dabei Geschichten ins allgemeine Bewusstsein bringt, über die man viel zu wenig weiß – das ist auf jeden Fall ein Grund, dieses Buch zu lesen. Diese Menschen galten ja automatisch als Deutsche, als sie hierherkamen, ohne dass es irgendeine besondere Aufmerksamkeit für ihre sehr dramatischen Geschichten gab. Sie sind praktisch unsichtbar.

Cornelia Geißler, Berliner Zeitung