Rückblick Frankfurt 2013

Dienstag, 8.10.

Anreise. Aufbau. Abendbrot. Absacker. Abmatten.

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Mittwoch, 9.10.

Ein pickepackevoller Tag, vor allem Gespräche mit Literaturveranstaltern, Journalisten und Taschenbuchlektoren. Ein besonderer Gruß geht raus an Ursula von btb , das Treffen war wie immer sehr nett, aber viel zu kurz. Interessant war der Besuch von Gregor Dotzauer, mit dem wir uns über die Nutzung von Rezensionszitaten durch Verlage unterhielten, gerade ein heißes Thema in der Branche (siehe auch sein Artikel dazu beim Tagesspiegel). Etwas wehmütig stimmte uns dann das Treffen mit Vertreterin Judith, der wir an dieser Stelle noch mal danken wollen für die Jahre guter Zusammenarbeit. Alles Gute im neuen Job!

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Das Foto entstand auf der Pressekonferenz zu Sascha Lobos Sobooks, das er gewohnt selbstbewusst ankündigte: »1492: Buchdruck –> 1988: 1. E-Book –> 2013: Sobooks«. Ich hatte aufgrund vorher gelesener Ankündigungen einen neuen Verlag erwartet, aber Sobooks ist ein Shop mit ausgefeilten Social-Reading-Funktionen, der sich sicherlich zukünftig gegenüber Amazon und dem Kindle wird behaupten müssen. Aber das man in jede einzelne Seite eines Buches verlinken kann, gefällt, auch sind einige Dinge, die bisher an eBooks bzw. deren Vertrieb kritisiert wurden, von den Gründern sinnvoll weitergedacht worden: Man kann z.B. eBooks bis zu dreimal an Freunde verleihen und sie auch lokal als ePub oder pdf speichern und besitzt sie damit auch dann, wenn es Sobooks nicht mehr geben sollte (im Gegensatz zum Kindle, wo man nur Nutzungslizenzen erwirbt). Sofern die Verlage die Rechte einräumen, natürlich. Danke auch fürs anschließende Fachsimpeln an Stefan!

Ein anstrengender, aber auch sehr inspirierender Tag, der dann beim Empfang des österreichischen Buchhandels mit angeregten Diskussionen endete (Danke an Jürgen von Luftschacht und André von Salis!).

 

Donnerstag, 10.10.

Hier mal ein morgendliches Fundstück, könnte auch ein Indieverleger-Motto sein, finde ich.

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Ansonsten wieder Gespräche im 15-Minuten-Takt, kein Wunder, dass man dann abends zur Flasche oder dem Glas greift. Nachmittags besuchten wir eine Veranstaltung von Autoren aus Belarus. Dort gibt es trotz der Lukaschenko-Diktatur offenbar eine kleine, aber hochengagierte Literaturszene, deren Vertreter leidenschaftlich für ihre Arbeit warben (und sich auch deutlich von der wohl derzeit bekanntesten Vertreterin der belarussischen Literatur, Swetlana Alexijewitsch, der diesjährigen Friedenspreisträgerin des Deutschen Buchhandels, abzugrenzen suchten).

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Gefreut haben wir uns außerdem über den Besuch von Jaroslav Rudiš

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.. der dann zusammen mit Co-Herausgeber Erwin Krottenthaler unseren neuen Essayband »literaturmachen« bei Arte präsentierte.

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Gleich darauf trafen wir uns mit Roman Simić und Alida Bremer, um zur Lesung aus Romans neuem Erzählband »Von all den unglaublichen Dingen « in der Alten Nikolaikirche zu gehen.

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Lesung und Gespräch waren wunderbar, die Zuhörer hingen den beiden an den Lippen (Danke für die tolle Moderation und Übersetzung, Alida!). Roman ist ein Autor, der hohe Ansprüche an sein Schreiben hat: Er möchte, sagte er im Laufe des Gesprächs, dass Literatur einen berührt UND verändert. Er schreibe um zu erforschen, was ihm unbekannt ist, und will den Leser dabei mitnehmen. Ein kluger und humorvoller Zeitgenosse ist er noch dazu, wir sind sehr froh und stolz, ihn in unserem Verlag zu wissen.

Der Abend endete mit Vertretern der befreundeten Verlage Luftschacht und Lilienfeld im »Zum gemalten Haus«.

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Wobei, das stimmt nicht ganz: Um Mitternacht wird man ja rausgekehrt und wir fuhren deshalb noch zur Blumenbar-Party, die aber um halb eins schon vorbei war, nur ein paar Versprengte harrten noch im Literaturhaus aus.

 

Freitag, 11.10.

Wieder viele Gespräche am Stand, Claudius , Kristin, die Goldsteins, Stü und, und, und … Buchmessen sind immer auch Klassentreffen. Dazu inspirierende Fachgespräche mit Wolfgang Tischer (unser ePublishing) und Oliver Reinhard (Lyrik).

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Außerdem besuchte uns Clemens am Stand. Als Nora-Gomringer-Fan gaben wir ihm gerne ein Exemplar ihrer »Monster Poems« mit.

Nach der Messe ging’s mit Roman zu einer Party, dann zur Preisverleihung der Hotlist 2013 (Glückwünsche an Stefan und den Weidle-Verlag !) mit anschließender Party der Independent-Verlage »Book Fair a-go-go« im Literaturhaus. Um vier zurück in der Unterkunft. Uff.

 

Sonnabend/Sonntag 12.-13.10.

Am Sonnabend trafen wir uns mit unseren Vertreterinnen Christiane und Regina und stellten das Frühjahrsprogramm 2014 vor. Am Nachmittag machten wir uns auf den Weg in Halle 8 zu den amerikanischen Indie-Verlegern, Kate Gale von Red Hen Press hatte uns nahegelegt, uns da einmal vorzustellen. Beeindruckend jedenfalls die Hallenarchitektur …

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… leider waren die Verleger schon abgereist, das Kennenlernen werden wir also auf nächstes Jahr verschieben müssen.

Warum gab’s am Messesonntag eigentlich keine Buchmesse-FAZ, weiß das jemand? Wurden die Redakteure von verärgerten hoppsgenommenen Branchenvertretern bedroht oder gar entführt? Wir haben sie jedenfalls vermisst.

Der Sonntag glich ansonsten wie immer einem lockeren Auslaufen, man besuchte Kollegen, kaufte oder tauschte Bücher und dann ging’s mit Messeblues zurück nach Hause. Was hilft, ist diese Gewissheit: Die nächste Messe kommt bestimmt.

Fazit: Es hilft nichts, sich vorzunehmen, abends kürzer zu treten. Wir haben unseren Schlafkonsum konsequent jede Nacht verringert. Und trotzdem ist dieser merkwürdige Zustand von Spannung (Messeadrenalin, anyone!?) bei gleichzeitiger Müdigkeit toll und irgendwie sogar produktiv. Man sprudelt vor Ideen – und ist mittlerweile auch erfahren genug, diese aufzuschreiben, denn auf einer Messe merkt man sich spätestens nach ein paar Tagen nichts mehr. Inspiriert wurden wir jedenfalls wieder sehr, viele neue Aufgaben harren der Prokrastination Umsetzung.

Und Buchmenschen sind groß im Sprücheklopfen, hier ein paar der zitierfähigeren Beispiele:

George mit dem Dreiklang des Indie-Verlegers als Abschiedsgruß: »Ich wünsche euch viel Umsatz, wenig Steuern und viel Förderung!«

Jörg hat weiterhin Großes vor: »Nachdem ich den Agentur-Bart und die Agenturbrille populär gemacht habe, folgt nun der Agenturbauch!«

Jochen beim Anblick von in übertriebenen Schutzwesten vorbeiflanierenden Polizisten: »Sind das auch Cosplayer?«

Roman brachte wiederholt seinen Running Gag ins Stellung und verabschiedete sich z.B. von unserer Mitarbeiterin Tomke mit »Have a good Leif«!

Abschließend noch zwei Lesetipps für witzige Messerückblicke: Stefan und KiWi sowie Grüße und Dank für Austausch und Gespräche an Jörg, Christine, Blanka, Daniel und Peter, Dorian, Nadja, Christian, Wibke, Chris sowie an Tino, Tomke, Constantin, Frank und Werner für die Hilfe am und mit dem Stand.

Bis zum nächsten Jahr!

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