Praktikum

Hörproben bei Voland & Quist

Einige haben es vielleicht schon bemerkt: Neuerdings, seit dem aktuellen Frühjahrsprogramm, bieten wir nicht länger nur Auszüge aus ausgewählten Texten unserer CDs zum kostenfreien Download an, sondern Texte in Originallänge. Jetzt gibt es sozusagen die ganze Vorspeise und nicht nur den ersten Bissen for free. Für das komplette Menü braucht ihr natürlich weiterhin das Buch mit CD ;). Guten Appetit!

Hier geht’s zu den Neuerscheinungen, die mp3s findet ihr rechts neben den Büchern unter »Hörproben«.

Rückblick Buchpremiere Ahne

Gleich nach der Messe, am Montag letzter Woche, ging es für Leif und mich ins Kaffee Burger nach Berlin, denn Ahne feierte die Veröffentlichung der Zwiegespräche mit Gott. Schön wars! Freunde und Kollegen kamen ins gut gefüllte Burger und gratulierten: Heiko Werning, Volker Strübing, Sebastian Krämer, Konrad Endler, Elis und Jakob Hein sangen ihm ein Liedchen, andere kamen einfach so vorbei und ließen sich das Büffet und die Lesung schmecken. Apropos Büffet: Es gab selbst geschmierte Schmalzstullen (Sächsisch: Feddbemm‘) und dazu einen Schokoladen-Springbrunnen von Sarah. Zahlreiche Bücher wurden natürlich auch unters Volk gebracht von uns.

Ahne liest aus den Zwiegesprächen

Mehr Fotos gibt es hier.

Rückblick Buchmesse Leipzig

Es ist schon ein paar Tage her, trotzdem hier nochmal ein paar ausgewählte Eindrücke von der Leipziger Buchmesse, wo wir u.a. unsere Neuerscheinungen von Ahne, Micha Ebeling und Frank Klötgen präsentierten. Es war auf jeden Fall wieder eine schöne Zeit und auch für unseren Verlag sehr erfolgreich. Unsere Lesungen (abends und auf der Messe) waren immer voll und der Messestand ebenfalls gut besucht (das hängt sicherlich auch mit der tollen Gestaltung durch unsere Grafiker zusammen). In Leipzig erreicht man eben das Lesepublikum, auf der Frankfurter Messe werden Geschäfte gemacht … Aber wie läuft so eine Buchmesse ab bei uns?

Leipziger Buchmesse – es geht los!

Heute ist es soweit, die Leipziger Buchmesse beginnt! Seid herzlich eingeladen, uns an unserem Stand D114 in Halle 5 zu besuchen. Hier findet ihr außerdem all unsere Lesungen. Und jetzt noch ein paar Impressionen vom nächtlichen Standaufbau gestern:

Standaufbau Voland & Quist

Standaufbau Voland & Quist

Stand Voland & Quist

Ahne bei Radio Eins über die Zwiegespräche mit Gott

Auf Radio Eins lief gestern ein Interview mit Ahne zu seinen Zwiegesprächen. Volker Wieprecht und Robert Skuppin wollten es ganz genau wissen. So musste Ahne über die Stofflichkeit Gottes Auskunft geben (so ähnlich hat auch der Pfarrer in meiner ersten Stunde in der Jungen Gemeinde mein Bild von Gott erfragt). Auch die alkoholischen Vorlieben von Gott und sonstige gemeinsamen Aktivitäten wurden in dem knapp fünfminütigen Interview erfragt. Aber hört selbst. Ach ja, bei Amazon rotierten die Zwiegespräche daraufhin in luftiger Höhe.

Die Wahrheit über das Web 2.0 bei Spreeblick

Edelblogger Johnny Haeusler vom Spreeblick sagt, was Sache ist bei den ganzen großen Marken des Web 2.0, als da wären youtube, flickr, Second Life oder…

MySpace

MySpace wurde von der Musikindustrie gegründet und ist das größte MMORPG der Welt, also ein Online-Spiel. Mitspielen darf jeder, der sich einen Namen ausdenken kann, Menschen ohne eigenes Profil bekommen für die Dauer des Spiels eines ausgeliehen. Ziel des Spiels ist es, möglichst viele andere Spieler als „Freund“ zum eigenen Profil hinzuzufügen. Sieger ist derjenige mit den meisten Freunden. Bei Verlassen des Spiels müssen alle Freunde wieder abgegeben werden.

Hier entlang!

Rückblick Buchpremiere Micha Ebeling

Ein sehr schöner Abend wars, soviel vorweg. Und das Besondere: Micha Ebeling schaffte es, auf seiner eigenen Buchpremiere nur 1,5 Texte selbst vorzulesen: einen der nicht im Buch war – und die Danksagung am Schluss. Dafür hatte er die schöne Idee, seine Kollegen und Freunde aus Restekuscheln lesen zu lassen. Und so interpretierten dann Uli Hannemann, Ivo Smolak, Kirsten Fuchs und Robert Rescue seine Geschichten und Gedichte. Er brach jedoch alle Vorträge mittendrin ab und produzierte so einige gelungene Cliffhanger. Warum? Die Leute sollten den Rest im Buch lesen, meinte er schelmisch. Könnte sein, dass das funktioniert hat, ich verkaufte jedenfalls 16 Bücher an dem Abend. Aber es waren sicherlich auch eine Menge Fans unter den etwa 70 Gästen im Zosch, Cliffhanger hin oder her. Ach ja, zwischen den Texten gab’s Musik von Liedermacher Jan Koch und ein super Büffet in der Pause.

Micha Ebeling liest

Micha Ebeling mit dem guten Hemd

Uli Hannemann liest aus Restekuscheln

Ein Wermutstropfen wurde mir leider auch gereicht: Ich saß etwas verdreht auf meinem Barhocker, um die Bühne sehen zu können. Und das sollte sich rächen: Später, mitten in der Nacht träumte ich von Rückenschmerzen, wachte auf – aber die Schmerzen blieben. Am Morgen dann weckten Britta und ich Ahne, der uns netterweise Unterschlupf gewährt hatte, mit dem Ziel abzureisen und einen Arzt in Leipzig zu konsultieren. Er hatte jedoch einen befreundeten Orthopäden zur Hand, gleich um die Ecke. Nach dem Frühstück mit Ahnes Familie renkte der mich auch wieder ein. Besten Dank euch allen!

Und hier noch mehr Fotos von der Veranstaltung.

Jörg Thadeusz sinniert bei Harald Schmidt über Poetry Slam

Das war doch mal gute Unterhaltung. Samstagabend bin ich bei Harald Schmidt auf Poetry Slam gestoßen. Bevor Jörg Thadeusz als Gast den heute beginnenden Poetry Slam auf WDR vorstellte, hatte Schmidt wieder einen hervorragenden Lauf. Eloquenz und Performance auf höchstem Niveau. Mancher einer in der Slam-Gemeinde war wohl nicht zufrieden mit der Promotion für die Sendung im WDR und Poetry Slam seitens Thadeusz. Das habe ich nicht so gesehen und empfand es als ganz gelungen. Übrigens werden auch viele der Autoren der Anthologie SLAM2005 beim WDR zu erleben sein. Erstaunlich fand ich nur das Phänom, dass der sonst so taffe und spritzige Thadeusz bei Schmidt ganz weich wird und sich auf Stimmbänder und Sprachzentren ein leichter Schleier zu legen scheint, der sich am ehesten mit der Wirkung eines Pils am Mittag vergleichen lässt. Bei seinem vorhergehenden Besuch bei Schmidt war das sogar eher ein Vorhang, denn ein Schleier.

Rückblick Literatursalon mit Robert Weber

Ein sehr gut aufgelegter Robert Weber las gestern Abend vor fast 90 Gästen (bisheriger Rekord für unseren Leipziger Literatursalon) aus seinem bei uns erschienenen Roman Ich bin der Roman – und das trotz leichter Grippesymptome. Belohnt wurden er (und ich) mit einem aufmerksamen Publikum, großartiger Stimmung inkl. Szenenapplaus und zufriedenen Horns-Erben-Machern. Alles in allem ein gelungener Literaturabend. Dazu wurden auch ordentlich Bücher verkauft, was die ganze Sache dann noch richtig rund machte.

Ich freue mich jedenfalls jetzt schon auf den kommenden Literatursalon zur Buchmesse am 23.03.; da kommt nämlich mit Ahne ein weiterer Surfpoet zu uns.

Robert Weber liest

ein Teil des Publikums

Rainald Götz bloggt wieder!

Gute Neuigkeiten (Dank an das Literaturcafé für die Info): Rainald Götz, »der Stirnschlitzer von Klagenfurt« (O-ton amazon.de), dessen Buch »Rave« ich zu meinen all time favourites zähle, hat ja schon gebloggt, als wir alle noch gar nicht wussten, dass es so etwas überhaupt gibt. Abfall-fuer-alle.de hieß das damals (1998/99) und ist dann irgendwann auch bei Suhrkamp als Buch erschienen (weshalb es leider auch offline gehen musste). Nun ist er wieder da – neues Blog, neues Glück.

Interview mit unserer Übersetzerin Alida Bremer

Letztes Wochenende gab es ein Interview mit der Übersetzerin unseres Romans Ausfahrt Zagreb-Süd Alida Bremer auf RBB Multikulti. Wer wissen will, was sie über Edo Popovics Roman erzählt, über die Wendegeneration in Ex-Jugoslawien, wie Edo seine Erfahrungen mit dem Bürgerkrieg literarisch verarbeitet hat und nicht zuletzt, warum die Frauen in seinen Romanen stärker sind als die Männer, der kann sich hier den Podcast zur Sendung herunterladen.

Bas Böttcher ist Botschafter!

… zumindest für das aktuelle Jahr der Geisteswissenschaften. Hier mehr.

Ahne und die Zwiegespräche mit Gott

Noch nie gab es vor Veröffentlichung eines Buches in unserem Verlag ein solche Flut an Anfragen. Auch bei Amazon zeichnet sich bereits eine ganz ordentliche Vormerkerzahl ab. Dazu sehen die bisherigen Vormerkerzahlen der Buchhändler für die „Zwiegespräche mit Gott“ von Ahne allerdings recht dürftig aus. Während große Verlage schon mal 3000 Exemplare eines Titels eines unbekannten Autors in die Sortimente pressen, können wir mit 200 Vorbestellern bei dem doch republikweit bekannten Ahne schon mehr als zufrieden sein. Ein Phänomen, das leider bei allen bisherigen Titeln anzutreffen war, ganz unabhängig vom späteren Erfolg. Ein Vorteil hat diese „vorsichtige“ Einkauspolitk seitens der Sortimenter allerdings: unsere Remissionsquote liegt abzüglich der Büchertischremis bei weit unter 1%. Und erbaulicher ist es natürlich auch, wenn man kontinuierlich Monat für Monat mit steigenden Absätzen verwöhnt wird und sich die Brandspuren der Lauffeuer auf der Buchhandelskarte in den Auswertungen unserer Auslieferung GVA abzeichnen. Wenn es nicht gerade ein Besteller wird, dann braucht ein Autor eines Großverlages eigentlich erst ein halbes Jahr nach Veröffentlichung wegen der aktuellen Absatzzahlen anfragen. Entweder er verkauft dann noch 10 Bücher im Monat oder es wurden gerade 2800 Exemplare remittiert.

Zwischenstand Frühjahrsprogramm

Wieder liegt eine anstrengende aber auch sehr produktive Woche hinter mir: Unsere Buchmesseveranstaltungen für »Leipzig liest« im März stehen nun soweit, und das Lektorat für unsere drei Neuerscheinungen »Zwiegespräche mit Gott« von Ahne, »Restekuscheln« von Micha Ebeling und »Will Kacheln« von Frank Klötgen ist so gut wie abgeschlossen. Die Covergestaltung für die drei Bücher ist auch fast beendet und die dazugehörigen CDs sind im Mastering. Sieht also danach aus, als könnten wir pünktlich in der ersten Februarwoche in Druck gehen. Und so eine Aussicht ist ja bei all dem Auf ’n‘ Ab des Verlegerlebens nicht die Schlechteste …

Die Großen fressen die Großen, die Kleinen sterben von selbst

Der Dezember wartete mit zwei Branchenereignissen auf. Der in Dresden gegründete Verlag Die Scheune stellt seine Tätigkeit ein und die in Dresden ansässige Buchhandelskette Buch&Kunst / Haus des Buches wird von Thalia übernommen.

Neben Differenzen der Verleger hinsichtlich der Programmentwicklung (Karin Großmann in der Sächsischen Zeitung – kostenpflichtiger Artikel) sind wohl finanzielle Schwierigkeiten und der nicht gut organisierte Vertrieb des Scheune Verlages ausschlaggebend für die Schließung zum 31.12.06 gewesen. „Wir schließen, bevor wir Schulden machen müssen“ so Norbert Weiß einer der beiden Verleger im Börsenblatt. Bei Voland & Quist kehrt sich der Satz leicht in „Wir machten Schulden, bevor wir anfingen“. Was den Vertrieb betrifft sind wir wesentlich besser aufgestellt. Im Gegensatz zum Verlag Die Scheune haben wir seit unserer Gründung eine Auslieferung, eine hervorragende dazu, und außerdem Buchhandelsvertreter, ab dem 01.02.07 auch für Österreich. Man kann es fast eine Staffelstabübergabe nennen: Wir bezogen zum 01.01.07 im Kulturzentrum Scheune unser neues Dresdner Büro, jene Scheune, nach der sich der Verlag Die Scheune benannt hatte.

Die Elefanten-Hochzeit, wie Uwe Wittstock in der Welt heute in einem Artikel die Übernahmevon Buch&Kunst / Haus des Buches durch den Filialisten Thalia benannte, kam wirklich überraschend. Nun kann ich darüber nicht wirklich böse sein. Bisher hat ausgerechnet die Buchhandlung, in der ich meine Ausbildung absolvierte, konsequent unsere Bücher aus seinem Sortiment fern gehalten, die Gründe dafür kennt nur Tom Kirsch, einer der beiden Geschäftsführer (hier ein Bild vom Lächler samt seines Credos). Nun hoffen wir mal, dass Tom Kirsch nicht bei Thalia empor klettert, dann wären die doch recht guten republikweiten Absätze unserer Bücher in den Thalia Filialen sicher passé.

Lesung Edo Popović heute in Leipzig

Heute abend nun liest Edo als Abschluss seiner Tour auch in unserem Literatursalon im Horns Erben, Arndtstr. 33. Los gehts 20 Uhr. Gestern in Dresden hat es schon Spaß gemacht, aber heute haben wir noch mehr vor …

Was mir ja sehr gefällt sind die Monatstipps in unserem Stadtmagazin Kreuzer: ganz oben Günter Grass (Top), in der Mitte Edo Popovi? (Top), unten Gerhard Schröder (Flop).

Popovic Kreuzer 12 06 Monatstipps

Rezensionen Edo Popović

In den letzten Tagen gab es auch Rezensionen zu Edo Popovi?s Roman Ausfahrt Zagreb-Süd: Hier und hier. Letzteres auch gleich ein Rückblick auf die erfolgreiche Lesung in Münster am vergangenen Samstag.

Zitate gibts natürlich auch:

„Popovi? erzählt aus einer Gesellschaft, die menschlich in Trümmern liegt, obwohl der Krieg längst vorbei ist. Seine Helden, eine Handvoll Gescheiterter im Zagreber Vorort Utrine, nicht mehr jung genug für große Ideen, noch nicht zu alt, um Ansprüche an ihr Leben zu stellen, sehnen sich nach Veränderung. … Popovi?s Sprache ist hart und klar. Hinter ihr lauert eine Ironie, die das nicht mehr zu Ändernde erträglich zu machen sucht. Trotz allen Ernstes ist »Ausfahrt Zagreb-Süd« auch ein heiteres Buch.“ (ND, 11.12.06)

„[Ein] wirklichkeitsnahes Porträt über das Ende vom Krieg und die Zerrissenheit danach…“ (Münstersche Zeitung, 11.12.06)

Zweiter Frühling

Damit sind nicht irgendwelche Verlegerliebschaften gemeint, zumindest nicht in Form holder Weiblichkeit. Zweiter Fühling, weil mit der Nachauflage von Noras Sag doch mal was zur Nacht jetzt alle Titel des Frühjahrprogramms 2006 in der zweiten Auflage vorliegen.

Der November verlief für uns auch ganz prächtig. Wieder lagen wir über dem Plan. Wir müssen also nicht, wie von Volker vorgeschlagen, die Zahlen nachträglich nach unten korrigieren, um Planübererfüllung vermelden zu können.

Im Literaturhaus München

Wie hier angekündigt stellten wir letztes Wochenende – nach der Verleihung des Bayrischen Kunstförderpreises an Nora Gomringer -zusammen mit anderen Independent-Verlagen wie Blumenbar, yedermann, KOOKbooks, dem Verbrecher Verlag u.v.a. unsere Programme im Literaturhaus München vor. Das Ganze war gut organisiert (Danke ans Literaturhaus-Team), es gab Podiumsdiskussionen, wo wir Verleger über unsere Arbeit erzählten (die meisten erstaunlich offen), Lesungen und die viel genutzte Möglichkeit, ganz entspannt mit den Kollegen zu plaudern. Und mit netten Gästen wie Nora, Sasa, Nadine und anderen Freunden unseres Verlags.

Büchermarkt im Literaturhaus München

Nora und Popovic

Natürlich wurden auch Bücher verkauft. Wobei wir irgendwie in eine witzige „Buchverkaufsrallye“ mit den Kollegen vom yedermann Verlag gerieten. Spannend wars, mit mehrfachen Führungswechseln und einem knappen Finish am Sonntag. Aber Spaß beiseite, wir sind wirklich recht zufrieden, haben unsere Kosten gedeckt und sicherlich auch einige Leute auf uns aufmerksam gemacht. Zumal auch noch Buchhändler und einige Kollegen von der Presse bei uns Halt machten. Ach ja, die Buchrallye: Gewonnen hat … yedermann. Herzlichen Glückwunsch, liebe Kollegen, aber wir sehen uns wieder (*harhar*)!

Und wo ich gerade bei Anekdoten bin: Einmalig war auch der Verlegerkollege, der bei der Lesung seines Autors in der ersten Reihe einpennte. Kein gutes Statement…

Mehr Fotos von unserem verlängerten Preisverleihungs-und-Büchermarkt-Wochenende gibt es hier.

Bayerische Kunstförderpreise 2006 – die Preisverleihung

Nach etlichen recht entspannenden Stunden im Zug bin ich trotz Verspätungen pünktlich im Kaisersaal der Müchner Residenz aufgeschlagen. Ein wenig mulmig wurde mir angesichts der Eröffnungsrede, 17 Preisträgern samt Laudatio und fünf kulturellen Beiträgen schon. Die Vorstellung viele weitere Stunden zu sitzen, war nicht die schönste, aber mit knapp zwei Stunden und einem wirklich eloquenten und spontanen Thomas Goppel (Bayrischer Kunstminister), knappen und gut formulierten Begründungstexten der Jury und einem finalen Auftritt von Nora war es alles andere als krampfig.

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„Eine Sprachkünstlerin mit Geist und Witz ist die 1980 geborene Lyrikerin Nora Gomringer. Schon im Gedichtband „Silbentrennung“ von 2002 präsentierte sich eine selbstbewusste lyrische Stimme, vielseitig begabt, experimentierfreudig und reflektiert. […] hat Nora Gomringer als aktive Literaturvermittlerin und mehrfache Preisträgerin längst einen Namen. In der Sprechtextsammlung „Sag doch mal was zur Nacht“ (2006) ist auf einer CD die stimmgewaltige Ausdruckskraft der Autorin zu hören, die sie auf der Bühne schon oft unter Beweis gestellt hat. …“ So der von Thomas Goppel vorgetragene Begründungstext der Jury zu Nora Gomringer. Goppels Lapsus waren ärgerlich, aber verzeihlich. Slam wie Slum auszusprechen kann passieren. Von „Gedichtbändchen“ zu sprechen ist da schon schwerwiegender.

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Viel zu signieren gab es dann im Anschluss für Nora — zwei gute Dutzend von Sag doch mal was zur Nacht hat die Buchhandlung, die den Büchertisch ausgerichtet hat, verkauft. Anschließend gab es Weißwurstsalat und Käsespätzle und einen ganz vorzüglichen Wein. Der Caterer hieß übrigens Kahn.

Heute Literatursalon mit Jürgen Noltensmeier

Bevor es morgen nach München geht, kommt unsere neue Veranstaltungsreihe „Voland & Quists Literatursalon“ in Leipzig zu ihrem Recht: Heute abend gibt es skurrile Kurzgeschichten von Jürgen Noltensmeier aus „Tweedhosenastronaut“ zu hören. Andy Warhol verirrt sich dort in die Westfälische Provinz, ein Pfingstausflug gerät zur studentischen Identitätskrise und deutsche Wannabe-Cowboys reisen durch Amerika. Und zwar ab 20.30 Uhr im Horns Erben.

Unser Stadtmagazin Kreuzer charakterisierte das Buch übrigens wie folgt: „Es ist ein literarisches Roadmovie, das Jürgen Noltensmeier mit seinem Geschichtenband „Tweedhosenastronaut“ vorlegt. Wer hervorragend erzählte (post-?) moderne Literatur á la Michel Houellebecq sucht – der wird fündig werden.“

Beim Erscheinen des Buches im letzten Jahr haben Jürgen und ich ja eine ganze Reihe an Lesungen absolviert — und nie bin ich dieser Geschichten überdrüssig geworden. Insofern freue ich mich auf ein kleines Revival heute Abend.

Jürgen Noltensmeier

Andere Bücher braucht das Land

Vom 17.-19. November beziehen 13 junge, unabhängige Verlage unter dem Motto „Andere Bücher braucht das Land“ die Galerie im Münchner Literaturhaus, die ursprünglich einmal Markthalle war, und beleben diesen Geist des Marktes neu. Am Speakers Corner treten stündlich Autoren auf (Heute Abend 19 Uhr unsere preisgekrönte Nora Gomringer). In Leseecken lässt sich bei Kaffee, Kuchen & Musik in den Büchern stöbern.

Morgen früh fahre ich dann auch dorthin. Freue mich schon!

Neues Blog über post-jugoslawische Literatur

Christine Koschmieder, Herausgeberin unserer neuen Osteuropa-Reihe Sonar, hat ein neues Blog gelauncht: Auf PostJuLit geht es um Autoren, Verleger und die Bedingungen unter denen Literatur in den Nachfolgestaaten des Jugoslawiens ensteht. Hier auch gleich ein dort gepostetes bewegendes Gedicht von Edo Popovic, dem Autor von Ausfahrt Zagreb-Süd, und hier eine von ihm verfasste Kurzbeschreibung der einflussreichen Autorengruppe FAK, der er angehörte und die die zeitgenössische Literatur Ex-Jugoslawiens wie keine andere prägte.

Literaturpreis für Nora Gomringer

Wir wissen es ja schon länger, jetzt aber auch nochmal an dieser Stelle ein Gruß: Liebe Nora, wir gratulieren dir ganz herzlich!

Denn am kommenden Donnerstag, den 16.11.06 wird Nora Gomringer einer der drei Bayerischen Kunstförderpreise in der Sparte Literatur verliehen. Dotiert sind sie mit 5000 Euro. Die anderen beiden erhalten Nuran David Calis und Katja Huber, denen wir ebenfalls hiermit gratulieren.

„Die Texte der diesjährigen Kunstförderpreisträger thematisieren auf individuelle und intensive Weise die Suche junger Menschen nach ihren Wurzeln, nach Identität und Zugehörigkeit. Aus oft überraschenden Blickwinkeln, in sehr unterschiedlichen Tonlagen werden Lebensfragen gestellt, die für die junge Generation typisch sind,“ sagte Kunstminister Thomas Goppel zu den Vorschlägen der Jury.

Nora Gomringer

Rückblick Slam 2006

Vergangene Woche waren wir beim Slam 2006 in München. Eine Riesenveranstaltung mit zig Vorrunden, Halbfinals, Themenslams etc. Und obwohl einige sehr gute Poeten meiner Meinung nach unverdient früh ausgeschieden sind, waren die Halbfinals und die Finale im Team und Einzel hochklassig.

Das Team-Finale am Samstag gewannen unsere beiden LSD-Lesebühnen-Autoren Micha Ebeling und Volker Strübing. Das (favorisierte) Team SMAAT hat richtig gerockt, aber Team LSD überzeugte mit einem aberwitzigen Sittenbild Deutschlands („Strübeling – seit Goethe und Schiller das fetteste Ding“, zum Nachhören hier) sowie einer titellosen, vertrackten, abwechselnd vorgetragenen Mediensatire (?), zum Nachhören hier. Man beachte den frenetischen Applaus! Hier noch ein Interview mit den beiden bescheidenen Siegern. Herzlichen Glückwunsch auch von uns!

Beim Einzel-Finale in den Kammerspielen stand dann auch Volker Strübing auf der Bühne, ins Stechen (die besten vier) schafften es dann aber Felix Römer, Lars Ruppel, Marc-Uwe Kling und Tobias Borke. Felix’s Text über seinen Großvater im WK II bescherte Gänshaut und die Gewissheit: Das wars, da kann nix mehr kommen. Kam dann aber doch: Marc-Uwe Kling. Seine „Anklage“ als Vertreter der Generation Praktikum hatte einfach alles: Humor, Tiefe und dazu noch eine mitreißende Performance. Er gewann dann knapp aber verdient.

Sehr lesenswert und anschaulich wie immer: Volkers Blogpost aus der Sicht eines Teilnehmers.

Hier noch ein paar visuelle Eindrücke vom Slam 2006:

Hablbfinale im Literaturhaus

Halbfinale im Volkstheater München

Rückblick Buchpremiere LSD

Gestern war es soweit: Die Lesebühne LSD – Liebe Statt Drogen feierte sich (bzw. ihr 10-Jähriges) und ihr erstes Buch – und alle kamen: Naja, fast alle … Na gut. Zumindest etwa 250. Und wir, aus Leipzig bzw. Dresden. Jedenfalls war das Roadrunners Paradise in Berlin-Prenzelberg rappelvoll.

Buchpremierenpublikum

Die LSD-Autoren Spider, Tube, Volker Strübing, Uli Hannemann und Micha Ebeling lasen und die LSD-Hausband „Ivo und die Mariachis“ begleitete den Abend musikalisch. Hat Spaß gemacht. Anschließend gabs noch Tanzflur-Futter, u.a. von DJ Volker – in einem Kranführerhäuschen (?) über dem Floor (s. Foto).

DJ Volker Strübing

Unser Büchertisch war eigentlich nicht optimal, zu dunkel und versteckt. Aber Spider half mit seiner Kopflampe und die Leute fanden uns dennoch, so dass wir doch ganz ordentlich Voland & Quist-Bücher unters Volk bringen konnten.

Meine Kamera kapitulierte leider vor den Lichtverhältnissen im Club, aber sie produzierte auch ein paar nette psychedelische Effekte, passend zum Titel der Lesebühne, z.B. diesen hier:

 

Update: Volker kommentiert die Party hier.  Mir hat’s trotzdem Spaß gemacht : )

Verlegerinterview mit Klaus Schöffling

Der Verleger Klaus Schöffling von Schöffling & Co. wird als „Gatekeeper der Literatur“ auf jetzt.de interviewt und sagt ein paar interessante Dinge über zugesandte Manuskripte und den Buchmarkt.

Rezension Roman Ausfahrt Zagreb-Süd

Heute frisch auf den Tisch bekommen: Edo Popovićs Roman „Ausfahrt-Zagreb-Süd“ rezensiert im Indiemagazin unseres Vertrauens INTRO. Hier mal ein Auszug, der runtergeht wie Öl:

„Edo Popović ist ein modernes Märchen über das Ende vom Krieg und die Zerrissenheit eines Landes gelungen: trist, aber dennoch sehr lustig und voller Bonmots. Man fragt sich, warum nicht schon eher jemand auf die Idee gekommen ist, das neueste Werk des wichtigen jugoslawischen Autors und Kriegsberichterstatters auf Deutsch zu veröffentlichen.“

Die ganze Rezension findet ihr hier.

Nachtrag Rückblick

Nicht unspannend ist auch ein Rückblick auf die Besucherstruktur unserer Feier. Zugegen war die drei Monate alte Elena, als jüngster Gast. Den ältesten Gast können und wollen wir auch nicht benennen, nur der Hinweis von uns, dass die Zivis der scheune eine Packung Allopurinol beim Aufräumen fanden.

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Vielen Dank auch von mir an Nadine, nicht nur für die Torte, ein äußerst gelungenes und reichhaltiges Exemplar der Zuckerbäckerzunft, sondern auch für kreatives und konstruktives Schaffen als Praktikantin in unserem Verlag.

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Rückblick Geburtstagsparty Voland & Quist

Gestern fand also unser „Kindergeburtstag“ (O-Ton Michael Bittner), nämlich das zweijährige Jubiläum von Voland & Quist, im Kulturzentrum Scheune in Dresden statt: Julius Fischer und Stefan Seyfarth starteten um kurz nach acht in der Lounge, und begrüßten die ersten Gäste mit ihren Kurzgeschichten. Kurz danach begann Rigoletti ihren Auftritt oben im Saal mit dem Film zum Roman „Videobrief von Rigoletti“, weiter gings mit ihrer Lesung aus „Memoiren einer Verblühenden„, bevor die Surfpoeten die Bühne enterten. Durchs Programm führte unsere Allzweckwaffe Michael Bittner gewohnt charmant und witzig.

Ahne von den Surfpoeten

Insgesamt feierten fast 200 Gäste, Mitarbeiter, Freunde und Autoren mit uns, die letzten verließen Lt. Surfs Surfdisko erst gegen 2 Uhr morgens. Danach widmeten wir uns unserer fantastischen Geburtstagstorte (Danke, Nadine!). Der Abend hat uns viel Spaß gemacht, wir freuen uns jedenfalls schon auf unser Fünfjähriges …

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Hier noch ein paar bemerkenswerte Einträge enthusiastischer Dresdner aus dem neuen Gästebuch der Surfpoeten: „Ich bin euer Grupy!“, „Surfpoeten … halten ein Leben lang!“, „Vielleicht erlaube ich mir demnächst auch stalkerhafte Anwandlungen. In tiefster Bewunderung…“ Der Spruch des Tages allerdings kam von einer Passantin, der Lt. Surf auf den Weg zur Scheune über den Weg lief: „Wo gehts denn hier geradeaus, links oder rechts?“

Dem bleibt nichts hinzuzufügen, außer ein paar Fotos .

Rückblick Literatursalon mit Rigoletti im Horns Erben

Gestern fand wie angekündigt der zweite Streich unseres Literatursalons im Horns Erben statt. Marion Pfaus alias Rigoletti war zu Besuch und las aus ihrem Roman „Aus den Memoiren einer Verblühenden“. Ein moderner Großstadtroman über eine Frau, die sich nimmt, was sie will, irgendwo zwischen Bukowski und Hemingway, unsentimental und lakonisch beschrieben – da klappt Machos schon mal die Kinnlade runter. Sehr begeistert war das Publikum auch von ihren Filmen (u.a. Videobrief an Rigoletti, Aufbau Ost u.a.).

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